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  Abenteuerliches Zeltlager in Holzminden:  
Georgspfadfinder “auf den Spuren der Weserindianer”

19 Jungpfadfinder und Wölflinge des Stammes St. Bonifatius der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg haben gemeinsam mit ihren sechs Leiterinnen und Leitern ein erlebnisreiches Pfingstwochenende in Holzminden verbracht. Nach der Anreise am Freitagnachmittag hieß es zunächst, acht Zelte und Kohten aufzubauen und einzurichten. Auch eine Feldwaschanlage der Bundeswehr mit etwa zwei dutzend Wassserhähnen wurde installiert. An ihr hat sich im Verlauf des Lagers zwar kaum jemand richtig gewaschen, angesichts hochsommerlicher Temperaturen wurde sie jedoch zum Zentrum ausgiebiger Wasserschlachten. Zum Abendessen gab es ein Kaltes Buffet aus von jedem mitgebrachten Lebensmitteln. Anschließend saßen die Letzten noch bis kurz vor 3 Uhr am Lagerfeuer und hielten Feuerwache.

Nachdem am Samstag noch einige Holzmindener Pfadfinder hinzu gekommen waren, wurden drei große Schlauchboote startklar gemacht und die Weser hinab gefahren. Das Paddeln bei Sonnenschein und großer Hitze war für alle kleinen Weserindianer eine ziemliche Herausforderung, und oft kam das Ufer in bedrohliche Nähe. Eigentlich waren sie eher Weserpiraten, denn fast immer, wenn sich zwei Boote zu nahe kamen, wurde mit allem gespritzt, was zum Spritzen geeignet war. Eine Mordsgaudi − und obendrein eine angenehme Erfrischung.

Mittags wurde am Ufer angelegt, um die mitgebrachten Lunchpakete im Schatten einiger Bäume zu verspeisen und viel zu trinken. Auf der Weiterfahrt galt es für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer, eine außergewöhnliche Mutprobe zu bestehen: auf einer wackelnden Holzplanke von einem Boot zum anderen zu balancieren. Selbst die Kleinsten schafften es, unversehrt hinüber zu kommen. Eine große Herausforderung war auch das Passieren der Weserfähre bei Polle, die ständig von Ufer zu Ufer wechselte und nur wenige Lücken ließ, um an ihr vorbei zu kommen. Gegen Ende der Fahrt nutzten viele Teilnehmer noch die Gelegenheit, sich beim Schwimmen neben ihren Booten zu erfrischen oder eine richtige “Spritztour” mit dem motorisierten Begleitboot zu unternehmen.

Am Abend gab es dann außer Stockbroten, Salaten und drei-knolliger Knoblauch-Brennnesselsuppe weitere Mutproben und schließlich zu später Stunde eine feierliche Versprechensfeier am Lagerfeuer. Der Tag endete mit einer Nachtwanderung mit dem Ziel, den Geräuschen des nahen Waldes zu lauschen. Zeigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst noch abgebrüht und distkutierten beim ersten Rascheln am Wegesrand, ob es nun Hirsch oder Reh sei, machte sich immer mehr Panik breit, an umso mehr raschelnden Stellen sie vorbei kamen. War da gar ein wildes Wildschwein im Gebüsch? Als es dann noch an einem Holzstapel vorbei ging, auf dem irgend etwas von oben herab raschelte, brach das große Rennen aus. Kein Wunder, denn wer will in solch einer Situation schon letzter sein? Nach dieser Aufregung wurde die Erklärung, dass einer der Organisatoren all die Tiere imitiert hatte, mit großer Erleichterung aufgenommen.

Sonntagmorgen ging es nach dem Frühstück zum ökumenischen Pfingstgottesdienst aller Holzmindener Gemeinden auf dem Marktplatz. Nach der Rückkehr wurden Holzspieße geschnitzt und damit Marshmellows (Schaumzucker) über dem Lagerfeuer gegrillt. Dazu war allerdings viel Geschick erforderlich: zu weit weg wurden sie nicht braun, zu nahe dran schnell schwarz. Obendrein fingen sie sehr leicht an zu brennen, so dass am Ende etwa 40% nicht gegessen, sondern verbrannt waren. Nach Abkühlung durch eine ausgiebige Wasserschlacht mit Eimern, Gießkannen, Bechern und zwei Kübelspritzen sowie durch ein heftiges Gewitter wurde das Feuer wieder entfacht und darüber Forellen gegrillt.

Als die Jungpfadfinder Pfingstmontag aus ihren Schlafsäcken schlüpfen, war ihre Wäscheleine leer. Statt dessen hingen zwei Kleiderbündel am Banner- und am Wimpelmast, die erst einmal wieder herunter geholt werden wollten. Für das Mittagessen wurde eine Grube ausgehoben und aus alten Brettern ein Holzkasten gezimmert. Dieser wurde über die Grube gesetzt und mittels Steinen und einem Backblech zu einem Ofen zusammengesetzt. Nachdem über eine Stunde lang für ordentlich viel Glut in der Grube gesorgt worden war, konnte der Apparatur eine leckere Pizza entnommen werden. Siewar so kross, dass beim Schneiden ein Plastikteller zu Bruch ging und eine Gabel verbogen wurde. Gegen Abend kehrten dann alle kleinen Weserindianer wohlbehalten aus dem Weserbergland nach Wunstorf zurück.