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Chronik 2013   Stammeschronik 2014    
Stamm St. Bonifatius Wunstorf
aktuelle Fassung vom 05.03.2015

Mitte März traf sich nahezu die komplette Leiterrunde zu einem geselligen Leiterwochenende im Wanderheim in Wildemann. Bei gemeinsamen Spielen und Aktionen wie z.B. einer Wanderung zum Iberger Albertturm ging es vor allem um Teambuilding nach der im vergangenen Jahr vollzogenen Verjüngung des Leitungsteams. Nach einer gemeinsamen Andacht mit Kurat Werner Kohrs und einer engagierten Putzaktion wurde das Heim ganz im Sinne Baden-Powells deutlich sauberer hinterlassen, als es vorgefunden worden war.

Die Pfadis fuhren auch in diesem Jahr zum Jahresbeginn wieder ins Winterlager. Auch Kochen stand auf ihrem Programm − mit zuvor zusammengeschnorrten Lebensmitteln.

Die Wölflinge haben sich zum Jahresbeginn mit dem selbst gewählten Thema “Einsatzkräfte” beschäftigt. Maria und Lukas haben die Johanniter vorgestellt, Oliver das THW und Joshua die Feuerwehr. Zum Abschluss besuchten die Wölflinge die Polizeiwache in der Amtsstraße und erfuhren dabei viel Wissenswertes. So durften sie nicht nur die − ihnen viel zu große − Schutzausrüstung der Polizisten ausprobieren und eine Nagelsperre bestaunen, sondern sich auch in einer Zelle des Reviers einsperren lassen. Den Höhepunkt stellte freilich der silberblaue Fuhrpark dar: wer wollte nicht einmal in einem richtigen Polizeiauto vorne sitzen und das Blaulicht anschalten? Ganz zum Schluss bekamen die Wölflinge dann sogar das ohrenbetäubende neue “Yelp”-Geheule der US-Polizei demonstriert, das zukünftig auch auf Wunstorfer Straßen für mehr Aufmerksamkeit sorgen soll wenn das gute alte Martinshorn kein Gehör mehr findet. Nachdem der Kontaktbeamte Ralf Möllmann mit unzähligen Fragen gelöchert worden war, kehrten die Wölflinge mit 20 min. Verspätung zum Pfadikeller zurück.

Als neues Thema wählten die Wölflinge “Haustiere”. Zum Einstieg besuchten sie Nicos Hauskater “Jerry” und erforschten, was er frisst, wie man ihn streichelt, wo sein Körbchen steht und wo er aufs Katzenklo geht und staunten schließlich nicht schlecht, als er ihnen zeigte, wie er aus dem ersten Stock in den Garten hinabklettert. Nachdem er alles sehr geduldig über sich hatte ergehen lassen war er sicher froh, dass die Wös schließlich in den Garten weiterzogen. Dort entzündeten sie ein Lagerfeuer um sich darüber Marshmellows zu grillen und danach im Baumhaus zu spielen bis die Zeit zur Rückkehr in den Pfadikeller drängte.
Celias Mischlingshund Carlo besuchte die Wölflinge dann in einer weiteren Truppstunde. Als weiterem Programmpunkt stand ein erlebnisreicher Nachmittag bei der Stiftung “Tier hilft Mensch” in Idensen auf dem Programm. Dort lernten die Wölflinge nicht nur vieles über die Tiere auf dem Bauernhof, sondern durften sie auch streicheln und füttern. Den Höhepunkt des Tages bildete eine Kutschfahrt bis zum Mittellandkanal.

Der Besuch im Wunstorfer Tierheim hinterließ bei den Insassen viele Streicheleinheiten und bei den Wölflingen das Gefühl, etwas für sie tun zu wollen. Auf der Homepage des Tierheims erschien dazu der folgende Bericht:
Wölflinge unterstützen das Wunstorfer Tierheim
Bei den Wölflingen der Georgspfadfinder der St. Bonifatiusgemeinde stand in den vergangenen Monaten das von den 8-11jährigen Kindern selbst gewählte Thema “Haustiere” auf dem Programm. Dabei erforschten sie unter anderem das Leben einer Hauskatze sowie eines Familienhundes. Dank des tollen Engagements des “Tier-hilft-Mensch”-Teams verbrachten einen erlebnis- und lehrreichen Tag einschließlich Hühner, Hängebauchschweine und Esel füttern, Schafe beobachten und Kutsche fahren auf dem Bauernhof der Stiftung “Tier hilft Mensch” in Idensen. Tief beeindruckt vom Schicksal der vielen Findeltiere im Wunstorfer Tierheim starteten die Wölflinge eine kleine Sammelaktion und haben nun die Spenden dem Tierheim übergeben.
Nachdem sie einen Nachmittag lang im Tierheim Katzen und Kaninchen gestreichelt, mit einer Rennmaus und Hunden gespielt hatten, entschlossen sich die Wölflinge spontan zu einer Hilfsaktion für die Einrichtung: Sie bastelten Lesezeichen und bemalten Steine und verschenkten diese gegen Spenden an hilfsbereite Mitbürgerinnen und Mitbürger. Über 30 Euro kamen so zusammen.
Nun haben die Wölflinge einen schönen Sommertag für eine Radtour nach Stiefelholz genutzt und dem Tierheimpersonal das Geld überreicht. Dort zeigte man sich positiv überrascht − nicht nur im Namen der Tiere, sondern auch weil diese Geste zu Recht als Würdigung des 80jährigen Engagements des Wunstorfer Tierschutzvereins verstanden wurde. Die Wölflinge freuten sich ebenfalls, noch einmal Zeit mit den Tieren verbringen zu dürfen. Dann ging es auch schon wieder zum Pfadfinderkeller in der Frankestraße zurück, wobei ein Zwischenstopp unterwegs noch von drei neuen Wölflingen dazu genutzt wurde, nach bestandener Mutprobe ihr Pfadfinderversprechen abzulegen.

Anmerkung vom Tierschutzverein:
Auch auf diesem Weg nochmal vielen Dank für die tolle Unterstützung und Eure Idee. Wir haben uns sehr gefreut und finden es klasse, dass es Euch bei uns so gut gefallen hat.

Anmerkung des Chronisten: Am Ende des Sommers hatte mindestens eine Tierheimkatze ein neues Zuhause in einem Wölflingshaushalt gefunden…

Die Rover waren wieder federführend am Braten des Osterlammes über dem offenen Feuer für das Beisammensein der Gemeinde in der Nr. 15 nach der gemeinsamen Feier der Osternacht beteiligt. Sie starteten auch zu einem Erkundungswochenende nach Kalkar, um den Platz und die Umgebung für das bevorstehende Sommerlager zu erkunden.

Eine besonders eindrucksvolle Versprechensfeier erlebten einige Pfadis auf dem Stadtkirchenturm.

Pfingsten paddelten die Pfadis auf der Weser. Danach fingen sie ein Hörspiel an, bauten sich kleine Schwedenstühle und mixten Cocktails.

Am Sonntag nach Fronleichnam trotzten etwas über 100 Gemeindemitglieder Sturm und gelegentlichem Regen, setzten zum Wilhelmstein über und feierten an der dem Wind zugewandten Seite der Festung einen so stürmischen Gottesdienst, dass Pfarrer Berger die Hostien mit einem Bronzekreuz beschweren musste damit sie nicht vom Winde verweht wurden. Mit von der Partie waren einige Stammesmitglieder, denen es gelang, während der gesamten Heiligen Messe sowohl das Georgsbanner als auch den Baldachim aufrecht zu halten.

Am 28.6. starteten die Wölflinge mit ein paar interessierten Erstkommunionkindern zu einer abenteuerlichen Kanutour durch die Kanäle des Ostenmeers. Bei einer Rast wurde mit selbst belegten Hotdogs gepicknickt und jeder hatte getreu dem Pfadfindermotto “Paddle your own canoe” die Gelegenheit, auch mal ganz allein eine Runde mit dem Kanu zu drehen. Drehen im wahrsten Sinne des Wortes, denn mit nur einem Paddel ist es bekanntlich einfacher, Kurven zu drehen als geradeaus zu paddeln.

Über das Highlight der Sommerferien verfasste Dirk den nachfolgenden Bericht:

Ein Jahr in sieben Tagen:
Sommerlager der Wunstorfer Georgspfadfinder 2014 in Kalkar am Niederrhein

Samstag, 2.8.2014: Nachdem die Rover schon tags zuvor mit den Materialbullis aufgebrochen sind, starten 19 Wölflinge, Jupis und Pfadis gemeinsam mit 5 nicht minder schwer mit Riesenrucksäcken bepackten Leitern um 8:00 Uhr von Wunstorf aus über Minden und Duisburg nach Xanten. Nur die Wölflinge hatten ihre Rucksäcke mit den Transportbullis zum Lagerplatz schicken dürfen − lediglich Celia hatte dieses Angebot dankend abgelehnt. Am Bahnhof in Xanten erwarten uns bereits unsere Shuttle-Bullis. Als wir das ITP (Int. Pfadfinder-Treffpunkt) Kalkar erreichen, werden wir schon von Evelina und weiteren, in unauffälliges Olivgrün gekleideten Rovern sehr freundlich und zuvorkommend empfangen;-) Wir dürfen sogar aufrecht in einer Reihe stehen und wer trödelt oder grinst darf Liegestützen machen. Einigen Teilnehmern steht der Zweifel ins Gesicht geschrieben, ob es wirklich eine gute Idee war, sich für dieses einwöchige Lager anzumelden. Da die Rover unmissverständlich sagen, wo es langgeht, klappt der Zeltaufbau so schnell, dass alle Zelte rechtzeitig vor einem hereinbrechenden Schauer stehen. Neben dem Küchenzelt steht auch bereits schon die nagelneue, zur Hälfte von der Stadtsparkasse Wunstorf mitfinanzierte Theaterjurte. Mit 8 m Durchmesser bietet sie erstmals allen Stammesmitgliedern ausreichend Platz.
Zur offiziellen Begrüßung treffen wir uns im Kreis, wo uns die Rover die Lagerregeln erklären und zur allgemeinen Erleichterung auch, dass das mit der Bundeswehr nur ein Scherz war damit uns das Lager hinterher umso besser gefällt. Die Rover haben das ganze Lager ein Jahr lang organisiert, da konnte man ja nicht wissen auf was für Ideen sie gekommen sind… Wir erkunden den Lagerplatz, schnitzen Stöcke und holen Schubkarrenweise Brennholz für das Lagerfeuer. Es gibt auch schon die erste, aber nicht letzte Schnitz-Schnittverletzung.
Nachdem 13 kg Mett zu Klopsen verbraten sind gibt es endlich Abendessen: Hamburger, individuell belegt. Da das Lager unter dem Motto “Ein Jahr in sieben Tagen” steht und heute Fasching ist, sind die Rover und Pfadfinderinnen kunstvoll geschminkt und verkleidet. Es gibt auch ein tolles Abendprogramm mit Spielen für drinnen und draußen und vor allem zum Lachen. Als es dunkel ist setzen sich alle um das große Lagerfeuer; auch die Wölflinge bleiben noch lange auf. Als die meisten schon schlafen und die restlichen am Feuer sitzen, bricht die Seilrolle am Mast der neuen Theaterjurte und ihr Dach stürzt ein − ein spektakulärer Produktmangel, bei dem zumindest niemand durch die herabrasselnden Ketten zu Schaden kommt.

Sonntag, 3.8.2014: Am Sonntag lacht wieder die Sonne. Die Morgenrunde startet mit einem turbulenten Hase- und Jäger-Spiel, bei dem so mancher Hase aus Versehen den Jäger jagt. Das Frühstücksteam zaubert ein leckeres Frühstücksbuffet mit gefärbten Eiern passend zum heutigen Tagesmotto “Ostern”. Nach dem Abwasch marschieren wir an der Landstraße entlang nach Kalkar. Auf dem schönen Marktplatz setzen wir uns unter eine alte Linde, plündern eine Eisdiele, lauschen der Feuerwehrsirene auf dem Rathausdach und bestaunen eine hohe Galerie-Holländerwindmühle. Um 11:00 besuchen wir den katholischen Sonntagsgottesdienst im ausgesprochen hohen Kirchenschiff von St. Nicolai mit eindrucksvollen Schnitzaltären und dem bunten Farbenspiel der Sonne, die durch die hohen Fenster scheint. Nach dem Gottesdienst werfen wir noch einen intensiven Blick auf das große Standbild unseres Schutzpatrons, dem einen Drachen aufspießenden Heiligen Georg.
Zurück am Lagerplatz haben die Rover schon eine lustige Ostereiersuche vorbereitet. Zum Mittagessen gibt es Rösti mit Erdbeerquark − sehr lecker. Während erstmals in der Stammesgeschichte eine Drohne über dem Lager kreist und Luftaufnahmen schießt, startet eine spannende Rallye. An einem Dutzend Stationen gibt es kniffelige Aufgaben zu lösen: viele Geschicklichkeitsaufgaben wie Balancieren, Feuer machen, Wasser mit Papierblättern transportieren, Alufolienschiffchen mit möglichst vielen Steinen beladen bis hin zu Pantomime- und Knobelaufgaben. Beim Zielschießen mit einem Riesenkatapult trifft Lukas als einziger auf 40 m Entfernung dreimal das Ziel.
Nach dem Osterabendbuffet gehen die Wölflinge in den Wald und klettern auf der Klettereiche bis zu 5 m hoch. Bei der Abendrunde wird endlich Felix in allerletzter Minute als der mysteriöse “Zahnbürstenmörder” entlarvt − bis auf zwei hat er den ganzen Stamm dahingemeuchelt. Dann bereiten wir das Osterfeuer vor: fast ein halber Kubikmeter Brennholz mit dicken Eichenstämmen. Entsprechend wird es dann auch weniger ein Oster- als vielmehr ein regelrechtes Höllenfeuer mit enormer, weithin spürbarer Hitzestrahlung. Leider fängt es kurz darauf an zu schütten, so dass das Kokeln und Marshmellowgrillen beendet werden muss. Es bedarf allerdings einiger Überzeugungsarbeit, auch die letzten in die Zelte zu scheuchen.

Montag, 4. August 2014: Heute ist Georgstag. Nico schläft aus, bis die Morgenrunde beginnt. Nach dem Pfadfindergebet spielen wir den gordischen Knoten. Dicht aneinander gedrängt stehen wir lange verknotet auf der Wiese und wärmen uns in der kühlen Morgenluft gegenseitig, denn es dauert sehr lange, bis der Knoten endlich enttüddelt ist. Am Vormittag stehen Workshops zu den Pfadfindertechniken auf dem Programm: Knotenkunde, Feuer und Stockbrot machen, eine Kohte aufbauen, Rätsel lösen, etc. Anschließend kocht sich jede kleine Gruppe auf einem Tranjakocher Nudeln mit Tomatensoße. Am Nachmittag fallen auch die letzten Überlebenden Evelinas mörderischer Zahnbürste zum Opfer und die Teilnehmer treten bei einem Fußball-und Wikingerschachturnier gegeneinander an. Zum Abendessen gibt es “fast klare Tomatenconsomee”, danach wird Feuer gemacht und bis zum Dunkelwerden Fußball gespielt. Die Wölflinge klettern wieder angeseilt in der Eiche herum. Als es dunkel ist, treffen sich alle am Feuer und trinken leckeren Tschai. Da morgen Ausschlafen auf dem Programm steht, bleiben selbst viele Wölflinge bis Mitternacht am Lagerfeuer.

Dienstag 5. August 2014: Um 10 Uhr gibt es ein “üppiges all-inklusive Frühstücksbuffet mit Rührei”, danach starten die Shuttlebullis zum ”Goch Ness“, einem Badeparadies im Gocher Ortsteil Kessel mit Badesee und diversen Außen- und Innenbecken. Nachdem wir dort den ganzen Nachmittag badend und spielend verbracht haben, zaubert uns das Küchenteam Rahmgeschnetzeltes mit Spätzle. Allen hat das Baden Spaß gemacht, sogar denen, die es zuvor in Frage gestellt hatten mit Sprüchen wie: “Warum sollte ich mich schon wieder waschen? Das habe ich doch erst vorgestern gemacht!” Oder “Meine Füße sind zwar schwarz, aber der Rest geht doch noch!” Wir spielen noch lange Ball und Wurfring im Kreis, dann gehen die Wölflinge ins Bett und alle anderen ans Lagerfeuer. Unsere niederländischen Nachbarn kommen auch noch dazu. Sie kennen auch unser Werwolfspiel, sodass in großer internationaler Runde schließlich knapp 30 Pfadfinder im Monden- und Feuerschein spielen.

Mittwoch, 6. August 2014: Heute lautet das Motto “Sommerurlaub”. Nach Morgenrunde und Frühstück verteilt ein benachbarter Bauer frisch angerührte Gülle auf seinem Acker. Um 10 Uhr starten die Workshops: Filzen, Freundschaftsbänder knüpfen, Traumfänger basteln, Waldabenteuerspiele, Lilienanhänger aus Zinn gießen und eine Gemüse-Wokpfanne zubereiten. Während der Mittagspause gibt es dann die erste Gemüsepfanne zu verkosten. Dann starten die Workshops mit neuen Mitgliedern. Die Klettereiche ist nun über und über mit Seilen behängt. Leider fängt es bald an zu regnen, sodass die gegossenen Zinnlilien in der Jurte ihren Feinschliff bekommen müssen. Zum Abendessen verkosten wir die Gemüsepfanne des zweiten Koch-Workshops − diesmal mit Sojasauce. Als Nachtisch gibt es leckeren Schoko-und Vanillepudding der restlos den hungrigen Lagerteilnehmern zum Opfer fällt. Hinterher, beim Schrubben der angebrannten Töpfe, lobt ein Leiter: “Wenn eure Eltern sehen könnten, wie toll Ihr hier abwascht!”, worauf einen Wölfling, der gerne anonym bleiben möchte, kreischt: “Erzähl es denen bloß nicht − sonst müssen wir zu Hause im Haushalt helfen!”
Obwohl der Regen nicht aufhört und in der Jurte fleißig weiter geknüpft und geknotet wird, spielen abends viele draußen mit den Niederländern. Die Leiterrunde beschließt, das Frühstück eine halbe Stunde nach hinten zu verlegen, damit die Wölflinge endlich mal wieder genug Schlaf bekommen. Abends am Lagerfeuer versuchen einige zu singen.

Donnerstag, 7. August 2014: Heute lautet das Motto “Oktoberfest”. Die Wölflinge sind bereits ab 7 Uhr wach und dürfen sich daher in der Küche nützlich machen. Inzwischen treibt der vierte Zahnbürstenmörder sein Unwesen. Die Morgenrunde startet mit dem Kniebeugenlied “Laurentia”. Da heute Donnerstag ist und wir im Urlaub sind, singen wir allerdings nur bis zum Donnerstag und ersparen uns die restlichen Kniebeugen. Nach Frühstück und Zähneputzen fahren wir ins “Wunderland” am ehemaligen “Schnellen Brüter” bei Kalkar und vergnügen uns mit diversen Attraktionen, Freigetränken sowie Pommes und Eis satt. Der Rekord liegt bei elf Portionen Pommes. Gegen 18 Uhr verlassen wir die amüsante Atomruine und kehren wieder auf den Zeltplatz zurück. Sophie, Niklas und Amanda sind unzertrennlich, denn alle übrigen hat der Zahnbürstenmörder bereits umgebracht. Nur auf das dringend benötigte Klo können sie in dieser Konstellation natürlich nicht gehen. Nachdem sie den Mörder bei der lang ersehnten Abendrunde endlich zur Strecke gebracht haben, sausen Amanda und Sophie dann blitzschnell zum Klo − so schnell, dass Amanda Sophies Tür vor die Nase geknallt bekommt.
Abends entbrennt ein internationaler Katapultwettstreit: die Niederländer schießen Tennisbälle und Äpfel bis zu fünfzig Meter senkrecht in die Höhe, dafür kommen wir weiter: u.a. schießt Isabel ihren Thermobecher bis gegen das niederländische Zelt. Ein klares Unentschieden sozusagen. Später fliegen dann noch Wasserbomben quer über den Platz. Abends am Lagerfeuer werden noch weitere Zinnmedaillen gegossen, bis die mürbe gewordene Liliengussform ihren Geist aufgibt. Während die Wölflinge gegen 22.30 Uhr unter Protest in ihren Zelten verschwinden, sitzen die älteren noch lange mit den Niederländern am Lagerfeuer. Evelina ist so heiser, dass sie nur noch flüstern kann.

Freitag, 8. August 2014 (Weihnachten & Sylvester): Evelina ist heute “Rover des Tages” und hat passend dazu ihre Stimme zurück. Die Morgenrunde beginnt mit dem Spiel “Eisbär und Pinguin”, bei dem einige sehr viel Bewegung und andere eingeschlafene Füße bekommen. Beim Frühstück findet die einzige Lagerbiologin in ihrem Besteckbeutel einen kleinen Frosch, der es sich auf ihrer Gabel bequem gemacht hat − er wusste wohl, dass sie Vegetarierin ist.
Nach dem Frühstück und dem Gruppenfoto fahren wir zum Wichtelgeschenke kaufen nach Kleve. Jeder Teilnehmer darf für 4,00 € Geschenke kaufen − bei Woolworth klingeln die Kassen. Als alles Kassenprüfergerecht eingekauft und belegt ist, steigen wir zur Burg über der Stadt hoch und klettern den Turm hinauf. Auf jeder Etage gibt es eine Ausstellung und ganz oben turnen Handwerker auf einem Gerüst vor den Fenstern herum. Beim Abstieg zählen alle die Stufen. Es sind zwischen 14 und 274 − die meisten zählen aber korrekt 183. Wir schlendern durch die Stadt zurück, sitzen lange am Brunnen und fahren schließlich mit dem Bulli zurück.
Da die Jurte noch dekoriert wird, verpacken wir die Geschenke bei einsetzendem Regen im Wald. Kurz bevor es sich zum Wolkenbruch intensiviert, versammeln wir uns um den Adventskranz in der Mitte der Jurte und den festlich geschmückten Tannenbaum. Lichterketten zieren die Wände und die Adventskerzen werden mehrfach von Regentropfen gelöscht. Wir singen einige Weihnachtslieder, dann kommt der Weihnachtsmann Carsten mit seiner Elfe Evelina und verteilt kleine Tüten mit Lageraufnähern und Schokoweihnachtsmännern an die Teilnehmer. Laut seiner langen Liste waren alle Teilnehmer mehr oder minder artig und können sich auf ihre Wichtelpakete freuen. Dann trägt das Küchenteam den Bierzelttisch mit dem Festtagsschmaus herein. Es gibt Kartoffelsalat mit Würstchen, Gemüse und Käse. Ein verirrter Münsteraner Wölfling von nebenan steht draußen im Regen in Jurteneingang, starrt auf uns, starrt auf die Lichterketten, starrt auf den Tannenbaum und bekommt den Mund nicht mehr zu. Bald darauf werden alle Teilnehmer für den Umbau der Jurte in ihre Zelte hinauskomplimentiert.
Endlich beginnt das Silvesterprogramm − wie in Deutschland allgemein üblich mit “Dinner for one”: Evelina als Miss Gaby und Alexander als Butler Else, der die Gäste Sir Uwe, Admiral Wolfgang, Miss Janine und Mister Stefan mit Brennnesselsuppe und “trockenem Plörrbräu” bewirtet. (“Schnell weg, bevor die Rover kommen!” und “Gut Pfad und selbe Prozedur wie im letzten Jahr!”). Am Ende ist Butler Else zum xten Mal über den Zelthering gestolpert und die Zuschauer liegen vor Lachen am Boden.
Dann heißt es “Schlag den Leiter!” Es startet harmlos mit Disziplinen wie Sängerwettstreit, Morsen, Twister und Pantomime, dann kommt auch schon das erste wirklich spektakuläre klebrige Highlight “Zäh und Pappig”: Florian und Christoph müssen sich um die Wette Marshmellows in die Hamsterbacken stopfen und danach jeweils “x mal zäh und pappig!” rufen bis bei Christoph nach dem 17. Marshmellow auch die Atemwege verklumpen und das Ganze ein unappetitlich anzuschauendes, aber für die Kinder erfolgreiches Ende nimmt. Weitere Disziplinen sind Tranjakocher auf- und abbauen − bei dem Felix gewinnt − und Menschenpyramiden bauen, bei dem Nico und Christoph bis unter die Jurtendecke kommen. Das außerdem geplante Sackhüpfen fällt den sintflutartigen Regenfällen zum Opfer. Aus der überfluteten Rasenfläche ragen nur noch wenige Erhebungen und Maulwurfshügel hinaus. So gewinnen schließlich die Kinder 5:3 gegen die tapferen stets bemühten, aber doch chancenlosen Leiter.
Um 22:55 Uhr ist es Mitternacht und wir stoßen auf das neue (Halb-) Jahr an. Die Kleinen halten kleine Wunderkerzen, die Großen große wobei sich ausgerechnet die kleinste Große die Hand verbrennt. Dann wird unter dem Küchenzeltvordach ein mit Grillanzünderflüssigkeit und Regenwasser durchtränkter Schriftzug “SOLA 14” so gut es die Umstände zulassen entflammt und Christoph und Wilken lassen Feuerkugeln durch die Luft sausen. Als es dann wirklich Mitternacht ist gehen wir schlafen − viele sogar ohne Zähneputzen − und die Wölflingsleiter in einem Zelt, das in einer Senke und daher 4 cm tief unter Wasser steht. Gegen 2 Uhr gibt es ein weiteres heftiges Gewitter und das zwischenzeitlich versickerte Wasser im Zelt der Wölflingsleiter wird wieder neu aufgefüllt. Auch Sophies Schlafsack saugt sich voll.

Samstag, 10. August 2014: Bis zur Morgenrunde regnet es immer wieder. Erst als wir nach dem Morgengebet und der sehr positiven Reflexion das Lied “Der Himmel geht über allen auf” gesungen haben, kommt tatsächlich die Sonne durch − aber gleichzeitig auch ein sehr starker, die Zelte rasch trocknender Wind auf. So muss zum Abbau der Jurte der gesamte Stamm mit anpacken, damit der zentrale Mittelmast nicht umkippt. Als bis auf das Küchen- und das Materialzelt alles abgebaut ist, singen wir “Nehmt Abschied Brüder” und die ersten beiden Bullis starten zum Bahnhof nach Xanten. Eine kleine Gruppe erkundet noch die dortige sehenswerte alte Altstadt, bevor dann Wölflinge, Jungpfadfinder und Pfadfinder mit der Bahn über Duisburg und Minden um 17:05 Uhr wieder nach Wunstorf zurückkehren.

Reflexion Sommerlager 2014
Thema Super in % Mittel in % Mäßig in %
Organisationsarbeit der Rover 100    
Lagerplatz 100    
Anreise per Zug 50 50  
Olivgrünes Begrüßungskomittee 40 40 20
Spiele am ersten Abend 100    
Gottesdienst in Kalkar 80 10 10
Chaosspiel 100    
Rallye Georgstag + Workshops 97   3
Fußball + Wikingerschach 100    
Tschai am Lagerfeuer 100    
Baden im Goch Ness 100    
Workshops Traumfänger, Zinnmedaillen etc. 97 3  
Besuch Freizeitpark mit Pommesflatrate 100    
Oktoberfest 100    
Besuch in Kleve 94 6  
Weihnachtsfeier mit Wichteln 94 6  
Sylvesterparty 100    
Dinner for one 100    
Freundlichkeit Küchenteam 100    
Essensqualität 100    
Gesamtzufriedenheit 92,6 5,75 1,65

Fazit:
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind der Gesamtmeinung: Das war absolute Spitze!
Danke, liebe Rover und liebes Küchenteam, das habt Ihr toll organisiert und super durchgeführt!

Am 12.9. konnte dann im Beisein von Sparkassendirektor Wiebking, dessen Institut den Kauf der neuen Theaterjurte großzügig mit 1.000 Euro unterstützt hatte, Pfarrer Berger die zwischen Kirche und Nr. 15 aufgebaute neue Theaterjurte segnen. Ihre Bewährungsprobe hatte sie ja schon bei den Wolkenbrüchen im Sommerlager gehabt, nun gab es also zusätzlich noch einige Tropfen Weihwasser für eine gute Zukunft im Stamm. Bei einem Durchmesser von 8 Metern und 51 mē Grundfläche wird diese sogenannte Theaterjurte auf zukünftigen Lagern den zentralen gemeinsamen Mittelpunkt für Mahlzeiten, Veranstaltungen und Gottesdienste bilden. Dank einer großen überdachten Abzugsöffnung im Dach ist es sogar möglich, in der Jurte ein Lagerfeuer zu machen.
Anschließend traf sich der Stamm zum Grillen und gemütlichen Beisammensein am Lagerfeuer im Garten der Nr. 15, und als es richtig dunkel war, legte Oberroverin Vera (endlich) ihr Leiterversprechen im Fackelschein ab.

Die Wölflinge wählten sich als neues Thema “Steine und Fossilien”.

Die Rover dagegen nahmen Anfang Oktober zusammen mit knapp 1100 weiteren Pfadfindern am IronScout in Bad Orb teil, einem kleinen Kurort bei Frankfurt. Die Wunstorfer Gruppe “Veras Haufen” und 128 weitere Gruppen mussten in 22 Stunden möglichst viele Stationen anlaufen − theoretisch waren dabei maximal 100 km über Berg und Tal zurückzulegen. Bei diesen galt es u.a., sein pfadfinderisches Können zu beweisen, die Welt vor einem Raketenanschlag zu retten, als Ritter einen Drachen mit selbstgeschmiedeter Klinge zu vertreiben und Ali Baba im Kampf gegen die 40 Räuber zu unterstützen. Doch egal, wie motiviert die Aktion begonnen wurde − in einer Zeit, als die lauen Sommernächte längst vorbei waren, sorgten Kälte, Anstrengung, Müdigkeit und die nicht enden wollende Dunkelheit für einen unbändigen Drang, die nächste Station die nächste Station sein zu lassen und noch eine Zeitlang am wärmenden Lagerfeuer der gerade absolvierten Station zu verweilen…
Ihren Abschluss fand die Aktion dann nach all den Strapazen in einer rauschenden Mischung aus Oktoberfest, Fußballplatz und Zeltlager mit gemeinsamen Essen und der traditionell verspäteten Siegerehrung. Mit Platz 112 in der Gesamtwertung errang Veras Haufen immerhin den Achtungserfolg, dabei gewesen und nicht aufgegeben zu haben.

Des Weiteren stand bei den Rovern im Herbst das Chill-Wochenende 3.0 auf dem Programm, sie feierten eine Pyjama-Party und bauten eine Rover-Bar − leider auch aus Teilen, mit denen sich die Pfadis einen Schlitten für ihr anstehendes Winterlager bauten.

Am 11.11. startete nach dem diesmal von den Kindergartenkindern selbst aufgeführten Martinsspiel der diesjährige Martinsumzug von der Kirche zur großen Kastanie im Anstaltspark. Von dort geleiteten die Pfadfinder den Umzug der Kita Amtsstraße zur Kirche zurück, während die Fackelträger der übrigen Stufen den Umzug der St. Bonifatius Kita samt St. Martin hoch zu Ross in die Frankestraße 11 zurück begleiteten.

Schon am Freitag darauf trafen sich 9 Wölflinge mit drei Leitern Freitagabend im Pfadikeller zur Langen Wölflingsnacht. Nachdem sie sich Nudeln gekocht und den aus dem Deckendübel gedrehten schweren Boxsack wieder in der Decke befestigt hatten, starteten sie zu einer aufregenden Schnitzeljagd mit Mutprobe. Dass diese viel aufregender als geplant werden würde ahnten die drei fleißig Kreidepfeile malenden Halstuchaspiranten da noch nicht. Die Pfeile führten die Verfolger zum Blumenauer Wäldchen, wo sich die mutigen zukünftigen Wölflinge im stockfinsteren Wald hinter Bäumen entlang des Weges versteckten. Was sie nicht ahnten, war, dass aus der anderen Richtung ein nächtlicher Wanderer durch den stockfinsteren Wald ging, der ebenfalls nicht ahnte, dass dort Kinder hinter den Bäumen standen und mindestens genauso entsetzt wie die drei Wölflinge war als man sich gegenseitig entdeckte. Als alle wieder glücklich vereint waren mussten die drei versuchen, mit Feuerstein und Stahl Feuer zu schlagen. Es gab ein paar imposante Funken, doch die Fackeln für die Versprechensfeier auf dem Bärenplatz wurden dann aus Zeitgründen doch mit einem konventionellen Feuerzeug angezündet. Nachdem Mattes, Xaver und Nico im Fackelschein in die Wölflingsmeute und die weltweite Gemeinschaft der Pfadfinder aufgenommen worden waren, ging es wieder zum Pfadikeller zurück, wo noch viel gespielt und gerätselt wurde und Geburtstagskind Xaver noch eine willkommene Runde Süßigkeiten schmiss. Erst um halb vier fielen auch den letzten Wölflingen die Augen zu.
Der Samstagmorgen begann mit einem gemeinsamen Frühstück, Aufräumen und Saubermachen. Doch das war noch nicht das Ende: In Barsinghausen stand noch die Befahrung des Besucherbergwerks Klosterstollen auf dem Programm − und wären die Wölflinge eine Stunde eher aufgestanden, so wäre einer von Ihnen als der 100.000ste Besucher geehrt worden. In die Zeitung haben sie es aber auch so geschafft:
Gemeinsam mit einem “Bergführer”, der selbst vor 60 Jahren einmal Akela einer Wölflingsmeute gewesen war, ging es zunächst mit der Grubenbahn knapp 1,5 km bis zum ehemaligen Pferdestall knapp 100 m unter der Deisteroberfläche und dann mit Helmen auf den Köpfen von Station zu Station. Intensiver kann man das Thema “Steine und Fossilien” wohl kaum erleben. Es gab nicht nur viel Wissenswertes über die schwere Arbeit der Bergleute zu sehen, sondern auch viele laute Abbaumaschinen in Aktion zu hören. Die Wölflinge durften auch eine kleine Nebenstrecke erkunden, die mit 90 cm für ihr Leitungsteam viel zu flach war. Nachdem das Geburtstagskind etwas Kohle gefördert hatte, ging es schließlich wieder zum Pfadikeller zurück und bald darauf zum Ausschlafen nach Hause.
Allen besorgten Eltern sei hiermit bestätigt, dass wie üblich kein Kind mehr als 8 Stunden Schlaf abbekommen, nach 20:00 Uhr keine Süßigkeiten mehr gegessen und ordnungsgemäß die Zähne geputzt hat − das kann man ja schließlich zu Hause nachholen wenn gerade mal keine lange Wölflingsnacht ist…

Am 20.11. fand die Stammesversammlung 2014 in der Nr. 15 statt. Neben den üblichen Formalien wie Wahlen und Kassenberichten berichteten auch die Stufen über ihre Aktivitäten seit der letzten derartigen Veranstaltung. Die Pfadis waren beispielsweise gerade dabei, T-Shirts zu gestalten.

Gleich nach der Stammesversammlung trafen sich Leiter, Rover und Stammesfreunde zur gemeinsamen Adventsfeier im Pfadikeller. Es gab wieder Raclette satt − so satt, dass angesichts der aufsteigenden Käseschwaden der Rauchmelder auf dem direkt darüber unter der Decke schwebenden roten Roverplaneten auslöste und es nur Jonathans beherztem Griff zum Handy zu verdanken war, dass die Wunstorfer Feuerwehr nicht zu einem Fehlalarm ausrückte.

Am 14.12 fuhren etwa 15 Stammesmitglieder nach Hildesheim, um das Friedenslicht aus Bethlehem im Rahmen der Aussendungsfeier im frisch restaurierten Dom abzuholen und nach Wunstorf zu bringen. Auch erhebliche Zugverspätungen und eine Vollsperrung der Autobahn konnten sie von diesem Vorhaben nicht abbringen.

Am 18.12. trafen sich nach der Adventsfeier der Wölflinge etwa 20 Stammesmitglieder und ebenso viele hartgesottene Gäste vor dem Kindergarteneingang zum “Lebendigen Adventskalender” mit anschließender Friedenslichtverteilung. Trotz Sturm und Regen blieben alle bis zum Schlusslied, als längst alle offenen Friedenslichtgläser und selbst eine Friedenslichtfackel längst vom Winde verweht waren. Die abschließende gemütliche Runde mit Kinderpunsch und selbstgebackenen Keksen wurde daher einstimmig in den trockenen und Pfadfinderkeller verlegt.

Am vierten Adventssonntag, dem 21.12. wurde das Licht dann im 9-Uhr-Gottesdienst in Steinhude verteilt und von dort auch in die anderen übrig gebliebenen Kirchen unserer Pfarrgemeinde gebracht.