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Stamm St. Bonifatius Wunstorf
aktuelle Fassung vom 05.04.2010

Die diesjährige Winteraktion der Jungpfadfinder fand vom 13.-15.02.2009 in St. Andreasberg (Harz) statt. Nach einer abenteuerlichen Anreise auf geschlossener Schneedecke durch den tief verschneiten Harz hatten die 38 Teilnehmer aus der Wedemark, Lehrte und Wunstorf jede Menge Spaß. Rodeln bei Tag und Nacht, der Besuch im Badeparadies Bad Sachsa und eine Versprechensfeier, bei der vier Jupis aus Wunstorf ihr Versprechen ablegten, bildeten die Höhepunkte des Unternehmens.
Das Pfarrheim in St. Andreasberg war so frisch saniert worden, dass im Sanitärraum der Mädels noch die Trennwände fehlten. Kein wirkliches Problem also, da sie sowieso immer zusammen aufs Klo gehen…
Standen die Teilnehmer am Samstag noch um 6.30 Uhr auf, mussten sie am Sonntag geweckt werden - dafür war der Gottesdienst nach dem Frühstück dann leider, leider gleich wieder zum Einschlafen…
Das Essen hat gut geschmeckt (bis auf die Suppe), und die Jupis erwiesen sich als Top-Team. Ihre Leiter lobten sie als freundlich und hilfsbereit. Es gab auch fünf Versprechen, vor denen die zukünftigen Jupis allerdings noch eine Mutprobe zu bestehen hatten: innerhalb einer Stunde Feuer zu machen. Angesichts des massenhaften Schnees wussten sie sich gut zu helfen: sie klingelten einfach bei einem Haus mit Kamin und schnorrten dort trockenes Brennmaterial.

Auf der Stufenkonferenz auf dem Wohldenberg stellten die Wunstorfer Rover mit 7 Teilnehmern die größte Delegation aus dem gesamten Bistum, sie erkundeten auch Wolfenbüttel, wo das Pfingstlager stattfinden soll und aßen gemeinsam Eis.
Eine Woche später trafen sie sich zum Schlittschuhlaufen im Ice-House in Mellendorf mit anschließendem Abendessen in den Räumlichkeiten des Stammes Arche Noah in der Wedemark. Knapp 20 Rover aus Wunstorf, Lehrte und der Wedemark kamen hierbei zusammen und erfreuten sich am äußerst vielfältigen Buffet. Dieses ergab sich, da jeder Teilnehmer eine Kleinigkeit mitgebracht hatte. Anschließend klang der Abend in gemütlicher Runde beim Spielen aus.
Auch die Pfadis und Rover zog es im Februar in den Harz nach Osterrode. Morgens wurde gerodelt, abends gab es Kaltes Buffet, es ging ins Kino nach Bad Harzburg und es wurde Activity gespielt, es wurde Pizza gemacht und ein schöner Abend zusammen mit den lokalen Rovern verbracht. Um Mitternacht legte Karin ihr Versprechen ab und 6 Pfadimädchen wurden in einer "saukalten Hütte mit Blick auf den Ort" als neue Mitgliederinnen der Roverstufe begrüßt. Großer Beliebtheit erfreute sich auch eine 2 stündige Schneeballschlacht unter dem Motto "Alle gegen Stünkel". Am Sonntag erlebten die Teilnehmer einen schönen Gottesdienst und fuhren nach einem insgesamt sehr schönen Wochenende wieder nach Hause.

Die Jupis übten vor Ostern Sketche und nahmen sie mit einer Videokamera auf. Bei der späteren Vorführung hatten auch die übrigen Stammesmitglieder etwas zu lachen. Sie beschäftigten sich auch mit der handwerklichen Produktion von Schwedenstühlen.

Zum Georgstag fuhren 17 Mitglieder des Stammes nach Mühlenberg. Die Messe war teilweise gut auf die Pfadfinder zugeschnitten, aber aufgrund einer recht gefüllten Kirche konnten manche nicht viel vom Geschehen mitbekommen. Das anschließende Grillen war gemütlich und die Jugend tobte sich beim Zombieball aus.

Nachdem sich die Wölflinge monatelang mit dem Thema "Detektive" auseinander gesetzt hatten, bildete ein interessanter Besuch bei den richtigen "Profis" vom Wunstorfer Polizeirevier den krönenden Abschluss dieses spannenden Themas. In den vorangegangenen Truppstunden hatten sich die Wölflinge unter anderem mit der Lösung kniffliger Detektivgeschichten beschäftigt und sich selbst in Fahndungstechniken geübt. So hatten sie beispielweise Gipsabgüsse von Fußspuren genommen und ermittelt, wem welche Schuhsohle zuzuordnen ist. Auf dem Wunstorfer Polizeirevier wurden die 14 Wölflinge von dem Kontaktbeamten, Herrn Schreek, begrüßt. Dieser führte die wissbegierigen Wölflinge dann durch die Wunstorfer Wache einschließlich ihrer beeindruckenden Arrestzellen und erklärte Ihnen viel Wissenswertes rund um die tägliche Arbeit der Polizisten. Einer der Höhepunkte des Besuches war, dass jeder Wölfling einmal in einem Streifenwagen sitzen durfte. Dass Klein-Nico zu dem Wagen anmerkte: "Der ist aber dreckig! Muss in die Waschanlage - dann wird er wieder sauber!" wurde erfreulicher Weise vom Gastgeber nicht bemerkt. Anschließend wurde von jedem Wölfling ein professioneller Fingerabdruck genommen, den er mit nach Hause nehmen konnte. Zum Abschluss fragten die Wölflinge dem Kontaktbeamten förmlich Löcher in den Bauch, bevor die Fragestunde abgebrochen wurde, damit sie noch halbwegs pünktlich wieder zum Pfadfinderkeller zurückgehen konnten.

Danach stand bei den Wölflingen als Vorbereitung auf das Pfingstlager das Thema "Leben mit Behinderung" auf dem Programm. Sie probierten, wie es ist, alltägliche Handlungen mit nur einer Hand machen so können, nichts hören und nichts sehen zu können. So ging die Aktion "Taubstumm" als ruhigste Truppstunde überhaupt in die Stufengeschichte ein. Nur Klein-Nico konnte es gar nicht fassen, dass die Wölflinge ohropaxbedingt gar nicht auf seine Zurufe reagierten. An die Grenzen ihrer Experimentierfreudigkeit kamen viele Wölflinge auch, als sie unbekannte Sachen essen sollten, ohne sie sehen zu können.

Da in diesem Jahr die Sanierung des chronisch verstopfungsgeplagten Sanitärtraktes des Pfadfinderkellers auf dem Programm stand (was der St. Bonifatiusgemeinde erhebliche Kosten verursachte), bastelten die Wölflinge Fliesenuntersetzer und verzierten sie mit Serviettentechnik, um sie während der Osternacht an Gemeindemitglieder zu verkaufen. Es kamen beachtliche 73,23 zusammen, die sie später Pfarrer Berger als Dankeschön für die gelungene Sanierung überbrachten. Natürlich wurden in der Osternacht seitens des Stammes nicht nur Fliesen verhökert, sondern nach langen Vorfelddiskussionen über die optimale Bratmethode auch wieder das traditionelle Osterlamm über einem offenen Holzfeuer gebraten.

Bei einer Umfrage der Pfadis in der Wunstorfer Kernstadt gab es auf die Frage: "Was ist typisch pfadfinderisch?" zum Teil sehr unterschiedliche Meinungen, wie z.B. "Jugendarbeit" oder "soziale Gruppe". Aber auch die Reaktion "Haut ab" war vorhanden. Leider hält auch unser Bürgermeister uns für eine soziale Gruppe, über die er anscheinend nicht gut Bescheid weiß.

Die Rover teilten sich in einer Truppstunde vor Pfingsten in zwei Gruppen auf. Während die eine mit der Erweiterung des Regals im Lager zu tun hatte, beriet die andere angestrengt über pinkfarbene Koten, das Pfingstlager und die Erstellung eines T-Shirts. Dann ging es auch schon zum Pfingstlager nach Wolfenbüttel:

Das 60-jährige Jubiläum der DPSG im Diözesanverband Hildesheim wurde mit einem tollen Pfingstlager in Wolfenbüttel gefeiert. Insgesamt waren 31 Stämme aus den fünf Bezirken der Diözese Hildesheim, ein Stamm aus dem Nachbarverband Magdeburg und eine Delegation des Partnerschaftsverbandes aus La Paz in Bolivien dabei: So konnten 930 Kinder, Jugendliche und Junge Erwachsene und zahlreiche Tagesgäste das Jubiläum feiern. Damit es ihnen an nichts mangelte, waren u.a. 1800 Rollen Klopapier für Toilettenwagen und Dixi-Klos angeschafft worden. Aus Wunstorf nahm praktisch der gesamte Stamm teil. Die Anreise erfolgte mit Materialbullis und Bahn. Im Interview mit der Lagerzeitung gestanden Karin und Pablo, was sie zu Hause vergessen hatten: "Shampoo" bzw. "Mein Kissen".
Der Samstag lag in den Händen der Stufen und so machten sich die Wölflinge nach den Lager-Paralympics auf nach Wolfenbüttel, um dort den vermissten Wölfi wieder zu finden. Welche Schwierigkeiten auftauchen können, wenn man ein Leben mit Behinderungen lebt, konnten sie auf dem Weg dorthin in verschiedenen Aufgaben erfahren. Die Jupis kletterten hoch auf Kisten, durchwanderten die verschiedensten Geschmacks- und Sinnesstufen und übten sich in Erster Hilfe, um die Schlüssel für die Schatzkiste vom Kobold zu finden. Die grüne Stufe bewegte sich den ganzen Tag in der Natur Wolfenbüttels. Es wurden Bäume gepflanzt und ein Kräuterbeet angelegt, ein Windrad und eine Solardusche gebaut und die Öffentlichkeit in Wolfenbüttel konnte an Aktionsständen die umweltschädlichsten Fahrzeuge abwerfen oder eine Flasche Atemluft für die Natur erweben. Die Gruppenleiter der Pfadis bauten eine Skulptur aus gesammeltem Müll. Die Rover pflanzten, schraubten, sägten, bastelten und hämmerten am Vor- und Nachmittag, um in der Nacht die gesammelten Werke in der Innenstadt von Wolfenbüttel zu verteilen, um so einigen Bürgern über Nacht eine Freude zu bereiten.
Am Sonntag hatten die Bezirke einen tollen Tag im Wald, auf dem Platz oder im Freibad für die Kinder und Jugendlichen organisiert. Der Hannoverbezirk hatte das Brettspiel "Siedler" mitten in den Wald verlegt. Mit Rohstoffkarten, die gehandelt werden mussten, sollten kleine Bauwerke gebaut werden. Um an die Rohstoffkarten zu gelangen, mussten die Gruppen jedoch an jeder Station kniffelige Aufgaben lösen. Unvergessen bleiben etwa die improvisierten Gesangsdarbietungen von Carsten und Hans-Günther mit ihren Teams.
Am späten Nachmittag feierte der Diözesankurat Oliver Holzborn mit allen 930 Teilnehmern und vielen Tagesgästen einen unvergesslichen Gottesdienst im Festzelt auf dem Lagerplatz. Das Küchenteam und die Küche der Zukunftsfabrik des DRK sorgte im Anschluss daran für ein leckeres Grillbuffet, bei dem 2840 Stück Grillgut mit Hilfe von 76 kg Holzkohle gegart und mit 120 Flaschen Ketschup und eimerweise Kartoffel- und Krautsalat den Teilnehmern kredenzt wurden. Der Abwasch erfolgte in 15 mit 1350 l Wasser gefüllten Maurerkübeln, zu denen 10 Flaschen Spüli gereicht wurden. Nach der Stärkung waren alle für die Jubiläumsparty gewappnet. Nach dem Showprogramm, moderiert von Thomas Overfeld, heizte die Band Glamazing aus Hannover ordentlich ein und überreichte den Partypokal an den partystärksten Jugendverband: die DPSG. Zum Abschluss versammelten sich alle Lagerteilnehmer am Montag um den Bannermasten und der Diözesanvorstand Klaus Meiser und Nane Fischer-Hülsbusch holten zum traditionellen Abschiedslied "Nehmt Abschied Brüder" das Banner der DPSG ein. Getreu dem Motto, die Welt ein kleines bisschen besser zu hinterlassen, als sie vorgefunden wurde, kam erstmals in der Stammesgeschichte Rollrasen(!) zum Einsatz, um die zahlreichen Feuerstellen auf dem Lagerplatz wieder zu renaturieren.

Vor den Sommerferien traf sich nahezu die gesamte Leiter- und Roverrunde zu einem seit Jahren verschobenen Fortbildungswochenende in Meinsen bei Lauenau. In einem Selbstversorgerhaus wurde bei köstlicher Selbstversorgung ein strammes Programm von lauter Themen durchgezogen, für die auf normalen Leiterrunden kein Platz ist. Dazu zählte u.a. Wetterkunde, Erste Hilfe bei Lagerunfällen, Stammesgeschichte und pfadfinderisches Selbstverständnis, Umgang mit Kindern mit ADHS, Knotenkunde und vieles mehr, und natürlich nächtelange Gespräche über unendendlich viele Themen. Kurz: eine gelungene Veranstaltung sowohl im Bezug auf die weitere Qualifizierung des Leitungsteams als auch im Hinblick auf ein besseres Miteinander.

Während der Sommerferien bescherten einige nicht verreiste engagierte Leiterinnen und Leiter 20 Ferienkindern aus Tschernobyl einen spannenden, fröhlichen und unbeschwerten Nachmittag auf der Steinhuder Badeinsel. Wie Dietmar Potempa später im Stadtanzeiger berichtete, ging es unter Wolfgangs Leitung von Spielstation zu Spielstation und überall war neben ein wenig Geschicklichkeit vor allem Spaß angesagt. So zum Beispiel bei einer "Blindenfütterung", bei der es darauf ankam, einen Partner mit verbundenen Augen mithilfe eines sehr langen Löffels zielgenau zu füttern. Ein riesiger Spaß, bei dem auch eine ganze Menge daneben ging. Ebenso im Übrigen wie beim lustigen Spaghetti-Spiel, bei dem eine dünne Nudel mithilfe von Makkaroni von Mund zu Mund weitergereicht wurde. Mordsgaudi löste das Wasserbombenspiel ebenso aus wie das von allen mit großer Spannung erwartete Kanufahren auf dem Steinhuder Meer. Zum Abschluss des gelungenen Nachmittags kam am Lagerfeuer beim Stockbrotbacken richtig schöne Pfadfinderstimmung auf. Sie fand ihren Höhepunkt im Brennen von Holzlilien, die sicherlich in ein paar Wochen mit zum Rückreisegepäck der herzlich willkommenen Feriengäste gehören werden.

Nach den Sommerferien wählten die Wölflinge "Natur" als neues Thema und fingen noch am selben Tag mit dem Sammeln, Bestimmen und Einpflanzen von allerlei Baumsamen an. Später legten sie dann Baum- und Tiersteckbriefe an und sorgten für eine herbstliche Dekoration des Pfadikellers.

Am 15.08.09 fand in Hannover der "Iron Jupfi 2009" statt. Bei strahlendem Sonnenschein kämpften 36 Teilnehmer aus den Trupps Kirchrode, Mühlenberg, Wedemark, Lehrte und Wunstorf um den begehrten Pokal. Start und Ziel war das Tabor. Entlang des westlichen Maschseeufers mussten die Teilnehmer auf einem ca. 10 km langen Parcours etliche Aufgaben lösen. Geschmackstest, Kooperationsspiele, kreativer Kohtenbau, sportliche Aktivitäten, Wegläuferzeichen, Feuer machen und eine Geschicklichkeitsfahrt mit dem Kanu forderten den ganzen Einsatz der Teilnehmer. Nach einer leckeren Bratwurst und knackigem Salat fand am späten Nachmittag die Siegerehrung statt. In einem engen Kopf-an-Kopf-Rennen gewann der Trupp aus Hannover/Mühlenberg den Pokal.

Am Samstag, dem 29. August hatte der Stamm wieder ein volles Programm: die Älteren zelteten direkt am Rand des Meerbruchs in Winzlar auf dem Hesterbergschen Hof, um auf dem Hoffest die Kinderbetreuung zu übernehmen und für die pfadfinderische Idee zu werben. Die Wölflinge nutzten das warme Spätsommerwetter zu einer Kanutour durch das Ostenmeer. Der sehr frische Westwind hinderte sie nicht nur daran, wie geplant zur Badeinsel zu gelangen, sondern brachte selbst in den nach Westen ausgerichteten Grachten die eine oder andere Besatzung derart in Bedrängnis, so dass sie von den anderen Booten in Schlepp genommen werden mussten, um überhaupt gegen den Wind anzukommen. Doch das Wetter half den Wölflingen auch auf ungeahnte Weise: der trockene Sommer hatte so viel Wasser verdunsten lassen, dass die Kanus einfach unter den vielen Bootsstegen hindurchfahren konnten, ohne sie umrunden zu müssen. Gepicknickt wurde dann schließlich an einem windgeschützten Rastplatz im Ostenmeer.
Doch nach der Rückkehr der Boote hatten die Wölflinge noch längst keinen Feierabend: nun ging es nach Winzlar, wo im Anschluss an das Hoffest die diesjährige Stammesversammlung auf dem Programm stand. Die einzelnen Stufen stellten auf unterschiedliche, aber sehr kurzweilige Weise dar, was sie in letzter Zeit in ihren Stufen so alles erlebt hatten, und dann ging es an die unvermeidbaren Formalien wie Berichte, Entlastungen und Neuwahlen. Da Dirk nach sieben Jahren als Stammesvorstand nicht mehr erneut kandidierte, wählte die Stammesversammlung Hans-Günther als seinen Nachfolger, um gemeinsam mit Carsten sowie Werner als Kurat fortan die Geschicke des Stammes zu leiten. Der neue Vorstand ernannte später Janine zur Referentin für Spiritualität, die sich auch sogleich voller Engagement in ihr neues Amt stürzte und u.a. die Planung einer Friedenslichtaktion neuen Ausmaßes in die Wege leitete.
Nach dem formellen Teil begann der gemütliche, gesellige Teil: dank zahlreicher gespendeter Salate und eines Grills war für das leibliche Wohl gesorgt, und das Lagerfeuer sorgte für Wärme und eine romantische Atmosphäre. Dort fand dann auch die Versprechensfeier zweier Jupis sowie von Christoph und Nicki - der beiden wohl dienstältesten Rover der ganzen Diözese - statt.
Dass die Stammesversammlung so gut verlief, war nach einhelliger Meinung auch der erstmals konsequent verfolgten Methode zu verdanken, innerhalb des Leitungsteams spezielle Projektteams zu bilden, die beispielsweise für Material, Essen, Versammlungsmoderation und Kandidatenfindung für die zu besetzenden Ämter zuständig waren.

Dass es auch anders geht, bewies dann das Gemeindefest Anfang September in Rehburg, für das keine Projektteams gebildet worden waren und bei dem wieder einmal die Improvisationskünste aller gefragt waren, um nach außen hin quasi "last minute" einen gelungenen Auftritt mit Seilschaukel, Stockbrot und zwei nassen, weitgehende ungenutzten Jurten hinzulegen. Die Wölflinge nutzten die Veranstaltung zugleich, um der Gemeinde ihre Ergebnisse zum Thema Behinderung zu präsentieren. U.a. konnten sie dabei auch interessante Einblicke in die vielfältigen Aufgaben eines Assistenzhundes gewinnen:

Wölflinge erleben Assistenzhund in Aktion
Für die 8 bis 11 jährigen Pfadfinder war es eine eindrucksvolle Erfahrung, nachzuempfinden, wie es ist, sich beispielsweise ohne Worte verständigen zu müssen, mühsam Blindenschrift zu entziffern, Schnürsenkel mit einer Hand zuzubinden, Ballspiele mit versteiften Beinen zu spielen, sich im Rollstuhl fortzubewegen oder sich auch nur mit verbundenen Augen ein Glas Wasser einzuschenken.
Den Höhepunkt dieses Themas bildete die Begegnung mit Claudia Bodmann, der 1. Vorsitzenden des Wunstorfer Vereins "Apporte Assistenzhunde für Menschen im Rollstuhl e.V." mit ihrem Assistenzhund "Telemaque". Sie zeigte den Kindern, wie sehr solche, an einer speziellen französischen Assistenzhundeschule ausgebildeten Hunde motorisch eingeschränkten und auf den Rollstuhl angewiesenen Menschen mehr Unabhängigkeit, Mobilität und Lebensfreude bringen. So können Assistenzhunde beispielsweise Lichtschalter betätigen, Gegenstände aufheben, Türen und Schubladen öffnen, ein Telefon oder eine Fernbedienung holen und sogar im Notfall Hilfe herbeiholen. Wölfling Daniel (10 Jahre) zeigte sich von Telemaque mächtig beeindruckt: "Ich finde es unglaublich, dass er 54 verschiedene Befehle versteht - und noch dazu auf Französisch!"

Im Herbst brachten die Wölflinge im Rahmen einer Radtour nach Luthe mehr als 60 , die sie auf dem Gemeindefest durch den Verkauf selbstgebastelter Deko-Fliesenuntersetzer für den Verein "Apporte" gesammelt hatten, zur dort wohnenden Vereinsvorsitzenden. Diese freute sich riesig über das Engagement und versprach sichtlich beeindruckt, das Geld für den Kauf eines Assistenzhundes für ein 13jähriges, im Rollstuhl sitzendes Mädchen zu verwenden.

Im September fuhr der gesamte Stamm nach Hannover, um wieder einmal Mr. X mit Bussen und Bahnen kreuz und quer durch Hannover zu jagen.

Die Rover (bzw. zumindest zwei von ihnen) verbrachten ein Septemberwochenende im Harz, um wandernd zum Gewinn der Wette der Rover des Bistums Hildesheim gegen die Rover des Bistums Magdeburg beizutragen, möglichst viele Wegstempel zu sammeln. Nach vielen Wanderkilometern kehrten sie schließlich mit sieben Stempeln zurück.

Bei den Pfadis fiel eine geplante Wochenend-Radtour nach Hameln krankheitsbedingt aus. In ihren Truppstunden beschäftigten sie sich mit einer Selbstbestimmung bezüglich der Frage: "Was macht es für uns aus, Pfadfinder zu sein?" Zu diesem Zweck machten sie auch Umfragen in den übrigen Stufen.

Vom 23. auf den 24. Oktober fand im Pfadikeller die Lange Jupinacht statt. Bei Geländespiel und Filmegucken gab es mächtig viel Spaß und einige Jupis legten ihr Versprechen ab. Erst um 3.00 Uhr gingen die Jupis schlafen. Am nächsten Tag hinterließen sie einen blitzeblank geputzten Pfadikeller für die Wölflinge, die noch am selben Tag anrückten, um dort ebenfalls ihre Lange Wölflingsnacht zu veranstalten:

Lange Nacht der Wölflinge: Pizza und wilde Tiere
Die Wölflinge des Stammes St. Bonifatius der Wunstorfer Georgspfadfinder haben auch in diesem Jahr wieder auf ihrer "Langen Wölflingsnacht" viel zusammen erlebt.
Die Aktion begann für die erwartungsvollen Kinder und ihre Leiterinnen und Leiter am Samstagabend mit einer gemeinsamen Fahrt nach Sachsenhagen. Der Wunstorfer Diplom-Biologe Stefan Sauer führte sie dort in der Dämmerung zunächst durch das Außengelände der Wildtier- und Artenschutzstation. Anschaulich und fesselnd erzählte er von den vielen verletzt oder verwaist aufgefundenen einheimischen Wildtieren und von den Behörden beschlagnahmten exotischen Tieren, die dort gepflegt und auf die Auswilderung bzw. Weitervermittlung vorbereitet werden. So staunten die Kinder über große Greifvögel und noch viel mehr über noch viel größere südamerikanische Nandus - straußenähnliche Laufvögel größer als die Kinder selbst. Im Stationsgebäude gab es nicht nur exotische Reptilien und Papageien zu bestaunen, sondern die Wölflinge konnten auch selbst miterleben, wie eine aus dem Nest gefallene kleine Schleiereule eingeliefert und versorgt wurde.
Erst spät in der Nacht kehrten sie in den Pfadfinderkeller unter dem St. Bonifatiuskindergarten zurück − doch an Schlafen wollten sie noch lange nicht denken. So machten sie sich erst einmal Pizza und Crêpes und mussten ihre Naturkenntnisse bei einem kniffeligen Tierquiz unter Beweis stellen. Lange nach Mitternacht gab es dann für die hartgesottenen Wölflinge an Stelle von Gruselgeschichten "ekelige" Geschichten aus der Natur, bei denen es um Gewölle, Schleimpilze und ähnliches ging.
Nach kurzem Schlaf frühstückten die Wölflinge gemeinsam und bastelten dann noch, bis sie schließlich ihre Siebensachen zusammenpacken und aufräumen mussten. Nach einer durchweg positiven Reflexion kamen schließlich um 10.00 Uhr die Eltern und holten ihre müden Wölflinge wieder nach Hause.

Im Herbst rief die Leiterrunden zwei neue Projektgruppen ins Leben: eine, um die Verteilung des Friedenslichtes in der Stadt zu organisieren, und eine, um für 2011 ein Stammeslager im Ausland vorzubereiten.

Am 11.11. begleiteten Fackelträger des Stammes wieder den Martinsumzug des St. Bonifatiuskindergartens auf seinem Weg von der Kirche zum Kindergarten.
Das Nikolauswochenende verbrachten die Rover in Tettenborn. Es ging um das Thema Rechte - besonders eindrucksvoll war für viele von ihnen, am eigenen Leib erfahren zu müssen, was Unrecht ist.
Und am 27.11.2009 läutete die traditionelle stimmungsvolle Adventsfeier der Rover, Leiter und Freunde des Stammes mit einem gemütlichen Raclette-Essen wie jedes Jahr die Vorweihnachtszeit ein. Doch auch nach den Stufen-Weihnachtsfeiern mit selbstgebackenen Keksen war das Jahr noch längst nicht gelaufen: das Friedenslicht aus Bethlehem wurde am 3. Adventssonntag aus Hannover geholt und am 4. Advent im Rahmen eines vom Stamm gestalteten Gottesdienstes an die Gemeindemitglieder verteilt. Doch auch damit nicht genug: Nachdem einige Dutzend Kerzen in unterschiedlichen Farben in von den Stufen dekorierte Windschutzgläser gesteckt worden waren, gab es zwei Tage vor Weihnachten noch eine Premiere: Unter dem Motto "Wunstorf leuchtet" schwärmten neun Kleingruppen im gesamten, von Idensen bis Rehburg reichenden Gemeindegebiet aus, um bei Eiseskälte das Friedenslicht an Menschen zu verteilen, die sich - stellvertretend für viele andere - in den Augen des Organisationsteams rund um die neue Spiritualitätsreferentin Janine besonders um das Gemeinwohl im Allgemeinen, die Jugendarbeit in Wunstorf, die St. Bonifatiusgemeinde und den Pfadfinderstamm im Besonderen verdient gemacht hatten. Das Spektrum reichte dabei von traditionellen Empfängern wie Polizei und Feuerwehr über Leitergattinnen bis hin zum Bürgermeister. Die meisten Empfänger zeigten sich überrascht und erfreut zugleich, dass die Wahl ausgerechnet auf sie gefallen war, und viele wurden in ihrer Überraschung dem Motto gerecht, indem das Friedenslicht ihre Augen sichtlicht zum Leuchten brachte. Hinterher trafen sich alle Gruppen wieder im Pfadikeller, um bei Keksen und heißem Kakao über ihre Erlebnisse in Kälte, Schnee, und die kleine symbolträchtige Flamme bedrohenden Windböen sowie überheizten, von Petroleumfunzeln völlig verräucherten Autos auszutauschen.

Zum Jahresende waren im Stamm 12 Wölflinge mit 4 Leitern, 16 Jupis mit 3 Leitern, 6 Pfadis mit 3 Leitern, 15 Rover mit 2 Leitern sowie ein Kurat aktiv.