Navigation: Home - Berichte - Stammeschronik 2008 Layout neu laden
Chronik 2007   Stammeschronik 2008   Chronik 2009
Stamm St. Bonifatius Wunstorf
aktuelle Fassung vom 05.03.2009

Die Jupis fuhren im Februar wieder zu ihrer traditionellen Winteraktion nach St. Andreasberg. Trotz fehlenden Schnees war es wieder eine rundum gelungene Sache. Für das Buffet am Samstag wurden so viele Lebensmittel gespendet, dass es unmöglich war, sie alle zu essen.

Drei Wunstorfer Rover nahmen in Hamburg an einem Pfadfinder-Singewettstreit teil - zur Schonung der Zuhörer allerdings nicht als Sänger. Es war eine gelungene Veranstaltung, insbesondere die Abschlussfeier.

Ostersamstag ließen es sich einige unerschrockene trotz Schneeregen nicht nehmen, das Osterlamm zu grillen. (Hinterher entbrannte dann wieder die übliche Debatte, wie sinnvoll es ist, ein ganzes Lamm zu braten, das dann an den Rippen verbrannt und an den Keulen noch roh ist und kaum für alle Besucher der Nr. 15 reicht).

Der Georgstag wurde dieses Jahr in Wunstorf gefeiert. Der ganze Bezirk war eingeladen, auch wenn nur wenige Stämme kamen. Diese hatten dafür umso mehr Spaß bei einer Stadtrallye durch Wunstorf, anschließendem Kuchenessen und einer feierlichen Georgsmesse, zu der die Wölflinge das alte, etwa 10 m lange Drachenkostüm wieder restauriert und zahlreiche Requisiten wie Stadtmauern etc. gebastelt hatten. Sowohl die Schauspieler als auch die Zuschauer hatten ihre Freude an dem Spiel, beispielsweise als der Drache statt Feuer und Schwefel Luftschlangen aus seinen Nasenlöchern spie oder der Drachenpopo den den Gottesdienst zelebrierenden Bezirkskuraten Christoph Lindner nass spritzte.
Dass Wölflingen Heilige wie Georg oder Martin nicht egal sind, zeigten sie noch während der Veranstaltung, indem sie den vor der Kirche sitzenden Bettler massenhaft mit Kuchen und Getränken versorgten.

Pfingsten starteten 6 Jupis mit Wolfgang und Uwe als Generalprobe für das in Schweden geplante Sommerlager zu einer Kanutour ab Liethe auf der Leine. Obwohl Uwe "wie ein Stier" gelenkt hat, hat sein Boot alles gerammt, was ihm in die Quere kam. In Neustadt war dann erst mal Schwitzen angesagt, denn vor der Löwenbrücke lag ein Baumstamm quer im Wasser. Also alles ausladen, Baum umtragen, einladen, 100 m weiterpaddeln und die kaputte Schleuse umtragen. Danach waren alle eingesaut. Abends erlaubte ihnen ein Bauer, auf seiner Wiese zu übernachten. Einige gingen komplett in Kluft schlafen. Am zweiten Tag kamen die Paddler bis kurz vor Schwarmstedt, am letzten Tag nach 83 km bis nach Rethem. Fazit des Leitungsteams: "Einige waren paddelstark, andere mundstark!"

Kanuabenteuer der Wölflinge
Am 24.5.2008 starteten 10 Wölflinge und vier Leiter mit vier Kanus zwischen Liethe und Poggenhagen zu einer Kanutour auf der Leine - mit dabei die Landratten Dana und Dominik mit Käpt&lsqou;n Michaela, die mit ihrem gemeinsamen zunächst sehr kurvenreichen Vorwärtskommen zugleich ihre erste Mutprobe bestanden. Zu sehen gab es unterwegs Kühe, Pferde, Enten, Schwäne und jede Menge Kurven. Immer wieder wurden die Boote zusammengelegt, um gemeinsam Kuchenpause zu machen. Hinter Bordenau wurden alle Boote eine schlammige Steilböschung hinaufgezogen, was nicht ohne nasse Füße abging. Oben auf der Wiese wurde dann gepicknickt und die hungrigen Paddler stärkten sich mit Hot Dogs. Auf der Weiterfahrt galt es, den übrigen Booten ihre am Bug und Heck festgeklebten Luftballons abzujagen und zugleich die eigenen Ballons nicht zu verlieren. Eine Mordsgaudi. Viel zu schnell kamen das Wehr in Sicht und der Seitenkanal, der zum Leinehafen unterhalb des Schlosses führt. Dort endete die Kanutour - für Amanda, Freya, Daniel und Michaela mit einer Eskimorolle in Folge eines missglückten Anlegemanövers im Hafenschlamm. Sie lernten daraus, dass es nicht ausreicht, Reserveklamotten in einem wasserdichten Sack mit sich zu führen - man sollte diesen auch schließen, damit er im Falle des Falles nicht mit Wasser vollläuft…
Nachdem Boote und Teilnehmer wieder sauber und trocken waren, fuhren alle zurück nach Wunstorf zum Zeltplatz im Garten von Gaby und Dirk. Dort wurden die Zelte aufgebaut und die Mutprobanden mussten auf verschiedenste Weisen und letztlich erfolgreich versuchen, ein Lagerfeuer zu entfachen. Angesichts des hochsommerlichen Wetters wurde nicht nur beispielsweise Kubb gespielt, sondern auch eine hemmungslose Wasserschlacht ausgefochten. Begonnen hat sie mit dem harmlosen Werfen einzelner Wasserbomben. Als diese alle waren, wurde dann zu größeren Kalibern bis zu 1,5 l Wasserflaschen gegriffen. Am Ende waren auch die letzten Reserveklamotten pitschenass und viele Wölflinge in viel zu große Kleidungsstücke von Gaby und Dirk eingekleidet.
Klein Nico konnte sich derweil über zahlreiche Babysitter erfreuen. Neben seinen persönlichen wie Marc-Pascal, Freya und Amanda saß er zeitweise mit bis zu 5 Wölflingen gleichzeitig im Sandkasten - was er sichtlich genoss.
Abends wurden über dem Feuer Nudeln mit Tomatensauce gekocht, später gab es dann noch Stockbrote und gegrillte Marshmellows. Allergrößter Beliebtheit erfreute sich während des gesamten Lagers der Programmpunkt "Kokeln", dem dutzende Kokelstöcke zum Opfer fielen und deren Rauch zu den erstaunlich toleranten Nachbarn hinüberwehte.
Weil Dominik, Dana und Michaela alle ihre Mutproben mit Bravour bestanden hatten, wurden sie gegen 23.00 Uhr im Rahmen einer feierlichen Versprechensfeier in die Wölflings- bzw. Leiterrunde aufgenommen. Danach unternahmen einige unkaputtbare Wölflinge noch eine Nachtwanderung ins Blumenauer Wäldchen, während die übrigen in ihre Schlafsäcke wanderten und sich noch Gruselgeschichten vorlasen.

In aller Herrgottsfrühe gelang es einigen Wölflingen, aus den Glutresten das Lagerfeuer wieder zu entzünden. So stand der Fortsetzung des Kokelns nichts mehr im Wege. Nach Frühstück, Lagerabbau, Reflexion und Grummellied endete das Lager gegen 11.00 mit dem Eintreffen zahlreicher Eltern, die ihre Kinder wieder abholen wollten.

Natürlich bleibt so ein Lager nicht ohne Folgen: Neben 10 verräucherten Wölflingen, die viel zu erzählen hatten, blieben auch 2 Quadratmeter verkokelter Rasen, aber erstaunlich wenige zertrampelte Blumen zurück. Und obwohl Wölflinge ja bekanntlich eigentlich überhaupt nicht fluchen und schon gar nicht das Schimpfwort mit Sch… verwenden, ging während Paddeltour und Lager doch einiges schief. Gaby und Dirk danken daher allen beteiligten Wölflingen herzlich dafür, dass Klein-Nicolai seit jenem Lager endlich sprachlich in der Lage ist, richtig zu fluchen!

Am 21. Juni trafen sich Erstkommunionkinder und Wölflinge sowie diverse Leiter bei Altens Ruh zu einem Vorstellungs- und Erlebnistag im Hohen Holz. Im Rahmen eines Geländespiels mussten die Gruppen diverse Aufgaben wie Tauziehen, Baumstammsägen, Denk- und Geschicklichkeitsspiele bewältigen und selbst Pfarrer Berger humpelte zusammen mit einer Tischmutter Dreibeinlaufend durch den Wald. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Marshmellowgrillen hinter dem Wasserwerk. Im Nachhinein war die Aktion ein voller Erfolg, denn der Funke der pfadfinderischen Begeisterung sprang auf so viele Erstkommunionkinder über wie schon seit Jahren nicht mehr.

Anfang Juli 2008 wählten sich die Wölflinge ein neues altes Thema: Detektive. Es wurde eine Schlemmertruppstunde, denn angesichts Ausständen, Geburtstagen und versehentlich herausgerutschter Schimpfwörter mit "Sch…" galt es 4 Liter Eis und 4 Kuchen zu vertilgen.

DiözesanWölfingsTag "Mr. X"
Am 14.07.08 wurden 60 Wölflinge und Leiter aus Hannover HL Engel, Hannover St. Maximilian Kolbe, Braunschweig MLK, Peine, Duderstadt, Zeven, Seevetal und St. Bonifatius Wunstorf in Hannover in der Kath. Gemeinde St. Maximilian Kolbe empfangen und vom Vorbereitungsteam begrüßt. Nach der Einweisung waren die Kinder nicht mehr zu halten. Ganz viele kleine Agentengruppen machten sich dann mit einer Telefonkarte, einem Stadtplan und einem Leiter bewappnet auf den Weg in das Straßenbahnnetz von Hannover, um Mr. X einzukesseln. In den nächsten drei Stunden fuhren die Agentengruppen, immer mit Hinweisen und Tipps aus der Telefonzentrale über den letzten Aufenthaltsort von Mr. X versehen, mit öffis durch Hannover. Die kleinen Agenten waren natürlich sehr clever und schlau, sodass Mr. X nicht nur einmal von den Wölflingen gesichtet und gefangen wurde.
Nach einem gemütlichen Buffet, einer kleinen überraschung und vielen glücklichen Gesichtern ging die Fahrt wieder nach Hause.

Rover Bundesunternehmen 2008
Die Rover nahmen 2008 am Rover-Bundesunternehmen teil. Zur Start-up-Veranstaltung fuhren sie mit 1300 weiteren Rovern in den ehemaligen Braun-kohletagebau Ferropolis bei Halle/Dessau. Das ganze entwickelte sich zu einer Mordsgaudi, auch wenn Essen und Trinken zu knapp waren. Carstens Weitblick bescherte den Rovern immerhin einen Wasserkanister, der sie vor dem sicheren Verdursten bewahrte. Danach galt es, ein Projekt umzusetzen. Da der Stamm gerade seine sechs Kanus inklusive Trailer neu geliefert bekommen hatte, bauten sie in der Sommerhitze einen 3 m hohen Carport, der am 9. August im Rahmen einer Party eingeweiht wurde. Hier Ihre Projektvorstellung sowie ihr Bericht von der RBU08-Homepage:

  • Warum ist das Projekt für euch etwas Neues, Besonderes?
    Das Projekt bringt für unsere Roverrunde viele neue Erfahrungen. So ist das Projektmanagement, die rein handwerkliche Umsetzung sowie die Beachtung ökologischer Aspekte und der Auseinandersetzung mit Gebieten wie z.B. Baurecht für uns völliges Neuland.

  • Welche Ziele verfolgt euer Projekt:
    Kanus sind teuer. Es ist im Interesse der Jugendarbeit solche Materialien zu schützen und eine Lagerung ohne Probleme zu ermöglichen. Durch eine zentral organisierte Lagerung der Kanus und der Materialien wird es außerdem möglich die Kanus optimal auszunutzen. Der Aufwand mit den Kanus etwas zu unternehmen wird minimiert und deshalb für alle attraktiver. Ein weiteres wesentliches Ziel ist es trotz aller rationalen überlegungen ein pfadfinderisches Leitmotiv, nämlich den Naturschutz, ganz massiv mit einzubeziehen. Die effektive Nutzung der Ressourcen (Baumaterialien, Beleuchtung durch von solargespeisten Batterien betriebene Lampen, Regenwassernutzung,...) ist somit ein wesentlicher Teil des Projekts.

  • Zielgruppe: Für wen wollt ihr das Projekt machen?
    Dieses Projekt ist für alle die unsere Kanus für ihre Jugendarbeit nutzen wollen, da es die Handhabung extrem vereinfacht (alles Material an einem Ort, Trailer kann direkt vom Auto aus dem Unterstand gezogen werden, Reinigung ist durch den Regenwasserspeicher direkt vor Ort möglich,...)

  • Arbeitet ihr mit anderen Gruppen, Organisationen zusammen?
    Stadtjugendring Wunstorf, Stadtjugendpflege, Stamm St. Bonifatius Wunstorf, Stadt Wunstorf

    Hier der Projektverlauf:

    Wir sind am Start
    Nach dem unfassbar monstermäßigen start up sind wir voll motiviert und werden in den nächsten Tagen unter Aufwendung all unserer Kräfte an die Umsetzung dieses Projektes gehen. Wir freuen uns auf eine tolle Action und natürlich noch mehr auf die chill out Phase.

    Das Projekt läuft
    Nach umfassenden Vorbereitungen hat die Hochphase der Projektarbeit begonnen. Die Planungen sind auf dem Papier abgeschlossen und werden nun umgesetzt. Das Material ist besorgt und alle Vorraussetzungen geschaffen.

    So geht es weiter:

  • 11.07.08 Baufläche planieren und Holz streichen
  • 18.07.08 Holz das zweite Mal streichen und Baufläche zum Verlegen der Steine vorbereiten (ggf. schon erste Steine verlegen)
  • 01.-03.08.08 Fundamente buddeln und gießen und Steine legen
  • 08. - 10.08.08 Aufbau des eigentlichen Carports / Richtfest
  • Es lebe die Diözese Hildesheim, es lebe Wunstorf.

    1. Bauphase
    In der Zeit vom 1. bis zum 2. August hat die erste Bauphase unseres Projektes stattgefunden. In den zwei Tagen hat die Roverrunde das eigentliche Carport aufgestellt. Das ging weit über die eigentlichen Planungen hinaus. Aufgrund der guten Entwicklung des Projektes liegen wir vor dem Zeitplan und feiern bereits am Samstag, den 9. August mit den Pfadfindern unseres Stammes und den Rovern aus der Diözese Hildesheim ein unfassbar gigantisches Einweihungsfest. Feinarbeiten werden dann in den kommenden Wochen erfolgen, sodass es zu einem erfolgreichen Abschluss das WUNSTORFER PROJEKTES kommen wird.

    Keine Unterstützung für die Pfadfinder
    Es ist schade, aber offensichtlich geht es Firmen wie OBI, Praktiker oder Toom momentan sehr schlecht. Auf jeden Fall können diese großen Unternehmen es sich nicht leisten, ehrenamtliche und soziale Tätigkeiten zu unterstützen. Auf Anfragen nach Preisnachlässen oder Spenden im Bezug auf RBU08 und unser Projekt sind wir jedes Mal auf Ablehnung getroffen. Es war nicht möglich, in einem gewissen Rahmen Holz, Farbe, Schrauben, Zement oder ähnliches zur Verfügung zu stellen. Das bedauern wir und finden es schade. Denn Jugendarbeit und soziales Engagement sind Dinge, die sich letztlich nicht nur für große Unternehmen sondern für die ganze Gesellschaft auszahlen.

    2. Bauphase
    In der Zeit vom 8. bis zum 9. August hat die zweite Intensivbauphase stattgefunden. Unter großer Anstrengung wurde der Rohbau, bestehend aus einem Dach, in ein Königreich verwandelt. Der Boden wurde kunstvoll gepflastert, die Seiten verkleidet und eine Tür eingebaut. Am Abend des 9. Augustes stand die Roverrunde Wunstorf vor ihrem fertigen Meisterwerk. Anschließend wurde das Carport mit einer Eröffnungszeremonie eingeweiht. Bei Gegrilltem und Getränken wurde das Projekt gefeiert. Auch wenn der Einladung zu diesem Fest, die an alle Rover der Diözese gegangen war, nur eine Person folgte, war die Veranstaltung ein voller Erfolg.

    Vom Sommer-Schwedenlager verfasste Wolfgang Soot den nachfolgenden Bericht:

    Jungpfadfinder aus dem Hannoverbezirk auf Floßtour in Schweden

    Jup(f)is und Leiter stellen sich in der schwedischen Provinz Värmland den unerwarteten Herausforderungen der Natur

    36 Jupis aus den Stämmen St. Bonifatius (Wunstorf), Arche Noah (Wedemark), Hl. Engel (Hannover-Kirchrode) und Maximilian Kolbe (Siedlung Hannover-Mühlenberg) brachen Anfang August zu einer 12-tägigen Abenteuerreise durch die schwedische Provinz Värmland auf. Gemeinsam mit dem 15-köpfigen Leitungsteam und dem Pfadfinderhund Queenie erreichten sie nach knapp 23 Stunden ihr erstes Etappenziel im värmländischen Gunnerud. Während ein Teil der Gruppe durch professionelle Floßbaumeister in die Floßbaukunst und das schwedische Jedermannsrecht eingewiesen wurde, fuhr der andere Teil der Gruppe mit 10 Kanus im Gepäck 50 km weiter in Richtung Norden. In der Nähe des Floßbauplatzes errichteten sie ihr Kanu-Camp am Ufer des Flusses "Klarälven".

    Am nächsten Morgen wurde es ernst. Ausgerüstet mit Klappspaten, Wasserkanistern, Erste-Hilfe Kasten und einer Landkarte brach die Gruppe aus Gunnerud in den frühen Morgenstunden zum Floßbauplatz nach Osebol auf. Dort warteten bereits hunderte von Baumstämmen auf ihren Einsatz. Unter fachmännischer Aufsicht bauten die Jungpfadfinderinnen und Jungpfadfinder aus ca. 360 Baumstämmen vier Holzflöße. Dabei wurden die Baumstämme nach alter Holzfällertradition nur mit Seilen zusammengeschürt. Nach knapp 6 Stunden Bauzeit waren die ca. 3 Tonnen schweren Gefährte fertig.

    In der Zwischenzeit traf auch die Kanugruppe aus Stöllet am Floßbauplatz ein. Gemeinsam begaben sich Floßfahrer und Kanuten auf ihre 57 km lange Abenteuerreise. Schnell erkannten die Floßfahrer, dass Floß fahren nichts für "Wasserstreichler" ist. Das Zusammentreffen von Mensch und Natur stellten die Abenteurer vor ungeahnte Herausforderungen. Zum Umfahren von Sandbänken und Felsbrocken war die geballte Kraft der ganzen Mannschaft erforderlich. Ausgerüstet mit vier Paddeln und zwei Holzstakeln, manövrierten jeweils fünf Jupis und zwei Leiter ihr schweres Gefährt über den Fluss. Ca 400m Strecke waren notwendig, um mit dem Holzfloß von einer Uferseite an die andere zu wechseln.

    Unter diesen Umständen musste die Kanugruppe bereits. 1 Std. vor dem geplanten Ende der Tagesetappe vorausfahren, um einen geeigneten Lagerplatz zu finden und entsprechende Fangleinen für die Flöße auszubringen. Mit einem großen Kraftakt wurden die 4 Flöße allabendlich mit Seilen ans Ufer gezogen. Nicht selten führte dieses zu einem unfreiwilligen Vollbad im 16 C kalten Klarälven. Aber nicht nur die Floßbesatzungen wurden nass. Als Florian S. (auch der "Wasserstreichler" genannt) mal wieder über physikalische Gesetze philosophierte, trafen diese ihn und seinen Steuermann mit voller Härte. Bei ihrer Eskimorolle wurden zwar die Kanuten nass, das Gepäck blieb jedoch dank der wasserdichten Verpackung absolut trocken.

    Die Nächte verbrachten die Abenteurer in ihren Zelten auf Sandbänken und windgeschützte Wiesen am Ufer des Flusses. Keine Dusche, kein WC, kein Trinkwasser aus der Leitung. Die fehlende Toilette ersetzte der gute alte Klappspaten im Wald. Zum Zähneputzen (wenn denn mal nötig) benutzten die Pfadfinder das Wasser des Klarälven. Am Abend traf man sich, so es denn trockenes Holz gab, am Lagerfeuer und ließ den Tag bei einem Becher "Plörbräu" (Fachbezeichnung für Zitronentee) und Gitarrenmusik ausklingen. Trotz dauerhaftem Regen war die Stimmung der Jupis nicht zu trüben. Selbst erfahrene Leiter waren in anbetracht der miserablen Wetterbedingungen von der guten Laune der 36 Mädchen und Jungen überrascht. Die hohe Motivation der Kinder war deutlich zu spüren und zeigte sich im unermüdlichen Einsatz für die Gemeinschaft.

    Vier Tage lang ließen sich die Jungpfadfinderinnen und Jungpfadfinder auf dem Klarälven treiben, bis sie nach 57 km wieder in Gunnerud festmachten. Nachdem die Flöße demontiert waren, startete bereits das nächste Abenteuer. Ein Bus stand bereit, um die 51 Abenteurer in das 18 km entfernte VärmlandsGarden am Upplunden-See zu transportieren. Der Hof VärmlandsGarden liegt mitten im Herzen der naturschönen Provinz Värmland, 18 km nordöstlich von Hagfors. Umgeben von endlosen Wäldern und zahlreichen Gewässern bietet das Gelände einen perfekten Ausgangspunkt für spannende Erlebnisse in der weitläufigen Natur Schwedens. Hier sollte nun der ruhige Teil des Unternehmens "Schweden 2008" beginnen. Etwas erschöpft, aber immer noch gut gelaunt schlug die Gruppe ihr Lager in einem idyllischen Waldstück zwischen zwei Seen auf.

    Am nächsten Tag war erstmal Ausschlafen angesagt. Spätes Frühstück, dann das Gelände erkunden und in aller Ruhe die notwendigen Lagerbauten errichten. So lautete der Plan. Neben der Jurte, welche als Versammlungszelt und Küche diente, wehte zwischen der deutschen und schwedischen Flagge das Banner der Georgspfadfinder. Davor das Lagerkreuz, an dem sich die Gruppe zu den Morgenrunden und zum Gebet versammelte. Das Lagerfeuer spendete wohltuende Wärme und trocknete so manch durchnässten Schuh.

    Gekocht wurde in Ermangelung an ausreichend trockenem Brennmaterial auf einem Gaskocher in der Jurte. In beeindruckender Art und Weise demonstrierten die Jungpfadfinder aus der Wedemark ihre Kochkunst bei der Herstellung selbst gemachter Kässpätzle. Da der Spätzlehobel nicht auffindbar war, wurde der Teig kurzerhand durch eine Spaghettipresse gedrückt. Dieses Vorgehen stellte höchste Anforderungen an Mensch und Material. Begleitet wurde das etwas angespannt wirkende Küchenteam dabei durch Gitarrenmusik und den Gesang der restlichen 45 Abenteurer, die sich zur selben Zeit in der stockfinsteren Jurte vor dem prasselnden Regen schützten.

    An den folgenden Tagen standen Chillen, Kanutouren zu entlegenen Inseln, Mountainbiking, Angeln, Wandern, Geländespiele oder Zeit im eigenen Stamm auf dem Programm. Jeder konnte sich nach seinen Interessen einen entsprechenden Workshop aussuchen. Zum Höhepunkt entwickelte sich die Vildmark-Olympiade. Dabei galt es die Disziplinen Axtwurf, Dart, Blasrohrschießen, Hufeisenwerfen und Bogenschießen zu bewältigen. Im ersten Teil der Olympiade konnten sich die Teilnehmer jeweils 20 Minuten auf die einzelnen Disziplinen vorbereiten. Nach einer kurzen Pause legten sich die Olympioniken dann mächtig ins Zeug. Am Ende der Olympiade erzielte Christian Block aus Wunstorf die meisten Punkte und errang den 1. Platz. Sieger des Tages waren aber auch die Eigentümer des Adventure-Camps, Carin und Edwin Klomp, die mit ihrer freundlichen Art und großer Hilfsbereitschaft die Gruppe während des gesamten Aufenthaltes in VärmlandsGarden unterstützt haben.

    Eine Abrissparty am Lagerfeuer setzte am letzten Abend den Schlusspunkt unter das Abenteuer. Lieder wie "Country Road" und "über den Wolken" hallten mit Gitarrenklang durch die Stille der Wälder am Upplunden-See. Den Höhepunkt des Abends bildete ein kleines Showprogramm, bei dem die Jupis Sketche vorführten und lustige Spiele veranstalteten.

    Unbeschadet und mit vielen neuen Erfahrungen kehrten alle Teilnehmer am 14.08.08 in ihre Heimatorte zurück. Das Unternehmen "Schweden 2008" stellte Jupis und Leiter vor ungeahnte Herausforderungen. Bemerkenswert ist, dass die gute Stimmung bei den Kindern und Leitern trotz der extremen Rahmenbedingungen (Regen, Regen, Regen) zu keinem Zeitpunkt zu kippen drohte. Obwohl die Teilnehmer teilweise bis an ihre Grenzen belastet waren, setzten sie sich immer und zu jeder Zeit für die Gemeinschaft voll und ganz ein.

    Fazit: Jungpfadfinder im Hannoverbezirk - da weiß man, was man hat

    Im Herbst jährte sich der Todestag von Konstantin. Der gesamte Stamm beging ihn mit einem von Familie Meyer gesponserten Lager vom 5.-7. September auf der Steinhuder Badeinsel, das so recht nach Konstantins Geschmack gewesen wäre: Freitag Radtour nach Steinhude und Aufbau des Lagers, Samstag Radtour durchs Moor nach Mardorf (Jupis und Wölflinge) bzw. Kanutour quer über das Meer (Pfadis und Rover). In Mardorf verbrachten die Teilnehmer den Nachmittag im Kletterpark Sea-Trea und wuchsen beim Klettern in schwindelerregenden Höhen teilweise selbst über sich hinaus. Viele lernten es sehr zu schätzen, dass sie Kameraden haben, die das Seil festhalten um sie sicher wieder auf den Waldboden hinunterzubringen. Auch wenn sich der eine oder andere längere Arme und Beine und mehr Stehvermögen gewünscht hätte, war es doch für alle eine Mordsgaudi. Die Größeren erfuhren auf der Rückfahrt, was es heißt, zu viert in einem tief im Wasser liegenden Kanu zu sitzen und zu erleben, wie Wind und Wellen immer stärker werden und einer nur noch damit beschäftigt ist, das überschwappende Wasser wieder über Bord zu befördern. Die Erleichterung war ihnen anzusehen, als sie pitschepatschenass an der Badeinsel an Land stiegen. Noch während des Lagers wurden daraufhin bessere Schöpfkellen für die Boote angeschafft.
    Während abends die Sonne rot über dem Meer unterging, feierten die Teilnehmer mit Kurat Werner eine sehr bewegende Gedenkandacht für Konstantin. Die Wölflinge nutzten danach das letzte Tageslicht, um mit den Kanus noch schnell um die Insel zu paddeln. Am Lagerfeuer gab es dann noch Stockbrote, diesmal allerdings versuchsweise mit Hefeteig. Unüblich für Stammeslager, aber um so mehr geschätzt wurde die Tatsache, dass Daniel und Stephan sich bereit erklärt hatten, die Teilnehmer zu bekochen. So musste sich jeder nur noch um den Abwasch seines Geschirrs kümmern, was für den einen und die andere auch schon eine große Herausforderung war. Am Sonntagmorgen wurden dann die Zelte und der Bannermast abgebrochen und auf Fahrrädern ging es wieder zurück nach Wunstorf.

    In den Herbstferien fuhren die Rover nach Westernohe zum Chill-Out-Lager, mit dem ihr Rover-Bundes-Unternehmen 2008 zu Ende ging. Die Rover hatten es geschafft, mehr Projekte durchzuführen, als die Deutsche Wirtschaft für möglich gehalten hatte und damit die Wette gewonnen. Nun mussten Großunternehmen wie die Bahn die versprochenen zusätzlichen Ausbildungsplätze zu schaffen und die Rover hatten sich ihre besonderen Aufnäher für die Durchführung eines erfolgreichen Sozialprojektes redlich verdient. In Westernohe gab es noch einige Workshops, eine Riesenfete mit Livemusik und jede Menge Nebel ("Graue Jurte vor grauem Hintergrund"). Ach, ja, Carsten fand es darüber hinaus noch "interessant, mal Kontakt zu Ausländern zu bekommen - da waren ja sogar Bayern!"

    Ebenfalls in den Herbstferien fuhren die Pfadis im Rahmen des Unternehmens Kolossal Grün quer durch Italien bis nach Rom, nachdem sie in den Wochen davor fleißig Spenden gesammelt hatten. Im Internet hinterließen diverse Teilnehmer und Leiter folgende Berichte:

    Guten Tag allerseits,
    hier werden, hoffentlich, demnächst Berichte von unserer Reise in Italien stehen. Wir starten am 12.10.08 in Verona und werden dann am nächsten Tag nach Venedig fahren. Von dort über Florenz nach Pisa reisen, uns zwischendurch die Sehenswürdigkeiten anschauen und an die Mittelmeerküste reisen, in Popelonia am Strand nächtigen und dann nach Rom fahren. Am Mittwoch werden wir an der deutschen Audienz im Pertersdom teilnehmen und im Anschluss das Geheimnis der Illuminati ergründen.
    Alles weitere später.
    Stephan

    Tag 1
    Nachdem alle im Bus waren, ging die Fahrt nach Würzburg los. Nach 5h sind wir angekommen, in einer Jugendherberge in einem Schloss. Wir wurden nett empfangen und haben Kaffee und Kuchen bekommen. Danach haben wir ein Geländespiel gemacht und Abend gegessen. Alle konnten nochmal duschen. Danach wurde dann auch schnell geschlafen.

    Tag 2
    Wir mussten unser Gepäck schon um 7.30 Uhr abgegeben haben. Danach gab es Frühstück und ein Abschlussgottesdienst. Alle wurden verabschiedet und es ging mit dem Bus nach Verona (ca. 12 h). Leider haben wir in Verona keinen Schlafplatz gefunden und haben mit dem Stamm Drispenstedt eine Nacht am Bahnhof verbracht. Das heißt kaum Schlaf.

    Tag 3
    Der Zug nach Venedig fuhr um 5.20 Uhr. Mit dem Aufstehen hatten wir keine Probleme, da wir sowieso noch alle wach waren. Der Zug fuhr eine Stunde. In einem Vorort von Venedig (Mestre) sind wir zu einem Campingplatz gewandert. Wir haben die Zelte aufgebaut und uns erstmal ein wenig erholt. Eine kleine Gruppe ist in die Stadt gefahren und hat eingekauft. Wir haben sehr früh geschlafen, da alle sehr müde waren.

    Tag 4
    Wir sind schon früh nach Venedig in die Innenstadt gefahren. Wir haben uns in Kleingruppen eingeteilt und Venedig erkundet. Die schönste Stadt, die wir bis jetzt gesehen haben. Am Abend haben wir Nudeln gekocht, wovon wir leider viel zu wenig hatten. Und dann wieder geschlafen.
    Und jetzt sind wir gerade auf dem Weg nach Florenz !!!!!!!

    Tag 5
    Hallo lieber Leser,
    Venedig mit seinen engen Gassen, schönen Häusern und vielen Tauben liegt jetzt hinter uns, Florenz wartet auf uns. So sind wir wieder aufgebrochen etwas neues in Italien zu sehen. Nach einer langen Zugreise durch die Berge des Appenin mit langen Tunneln aber auch tollen Ausblicken sind wir am späten Nachmittag in Florenz angekommen. Unser Zeltplatz liegt eigentlich nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, allerdings sind die letzten Meter mit Gepäck super anstrengend weil es stark bergauf geht. Der Blick vom Piazza de Michelangelo auf das nächtliche Florenz entschädigt doch für vieles. Unsere Zelte haben wir auf einen von vielen Olivenbäumen bestandenen Campingplatz aufgebaut.
    Gekocht haben heute mal die Leiter.

    Tag 6
    Wer früh aufsteht hat Zeit etwas zu sehen, zuerst allerdings nur verschlafene Gesichter. Haben gestern Abend noch den Trupp aus Drispenstedt wieder getroffen, sie sind auch mit auf dem Platz. Wir wollen nun die Stadt mit ihren schönen Bauten besichtigen aber auch das Museum von Leonardo da Vinci. Allerdings muss erst einmal Geld besorgt werden weil die Kasse mal wieder knapp ist. Somit erst die Kohle und dann ins Vergnügen.
    Da unser Küsschenaward gut angelaufen ist, wird Nachschub an Papier und Lippenstiften besorgt und weiter fleißig Leute angesprochen, hierbei ergeben sich gleichzeitig die ersten Kontakte zu anderen ausländischen Pfadfindern, die als Gäste in der Stadt waren. Also nicht nur Küsse sammeln sondern auch Kontaktadressen zum Tauschen. Nach all der Anstrengung und guten Kassenverhältnissen wird Pizzaessen angesetzt. Alle sind satt und zufrieden. Es geht zurück zum Lagerplatz, der Einkaufstrupp (für den nächsten Morgen) schafft es zu Fuß sogar schneller als der Rest mit dem Bus.

    Tag 7
    Wieder früh hoch weil wir heute weiter wollen. ätzend, aber um neun stehen wir mit allem Gepäck an der Bushaltestelle und Italien erwischt uns eiskalt. Bahn, Bus und Metro streiken. Haben allerdings Glück gehabt der Bus kommt trotz Streik noch einmal am Zeltplatz vorbei. Aber unser erster Zug fällt leider aus, glücklicherweise haben wir mehr als eine Alternative gehabt. Der Nächste fährt, nichts wie rein und weg nach Pisa um dort den schiefen Turm anzusehen. Wieder Geldmangel, Stephan und Gibeon machen sich zur Bank auf, der Rest wartet. Der Rest wartet vorm Bahnhof, als die Zwei zurück sind können wir in die Stadt, die Leiter bleiben beim Gepäck. Später erfahren wir, dass das mit Geld schwieriger war als gedacht, Geld ist jetzt wieder da. Am späten Nachmittag geht es weiter nach Populonia, einer kleinen Stadt am Mittelmeer mit Etruskischer Burg und Ausgrabungen in der Nähe. Mittlerweile müssen wir das Gepäck von zwei Leuten aus Duderstadt mittragen weil sie nicht mehr ganz fit (Kreislauf und Bänderdehnung im Knöchel) sind. Als wir angekommen sind machen wir uns vom Bahnhof auf zum Zeltplatz. Fünf Leute gehen im Dorf (es war keine Stadt) schnell einkaufen. Wir sehen sie erst zwei Stunden später wieder weil sie völlig in die falsche Richtung gelaufen sind.
    Kurz nach ihrer Ankunft bekommen wir Besuch von Daniel, einem Italienischen Pfadfinderleiter aus einem Nachbarort. Evtl. bekommen wir über Ihn einen günstigeren Platz. Unserer ist zwar schön, hat aber nur ein Badezimmer für uns 21. Sehr spät zu Abend gegessen, es gab aber endlich mal frischen Salat.

    Moinmoin,
    Hier ein Bericht der Leiter. Wir befinden uns kurz in Pisa bevor wir um 15.45 aufbrechen in Richtung von Baratti (An der Küste). Trotz kurzer Nacht sind alle wohlauf und fitt. Die Bilder erklären sich von selbst. Schöne Grüße und Gut Pfad aus Pisa.

    Tag 11
    Sehr zum ärger der Platzbesitzer rücken wir wieder ab, der Platz ist uns einfach zu teuer und ein Klo für alle zu wenig. Ein Einkaufstrupp ist ab nach Piombino, der Rest trollt sich ans Meer. Zwischendurch baut ein Leiter für unseren Humpelfuß aus Bambus eine Krücke, sodass der besser laufen kann. Fast alle baden im Meer, entweder mit Badesachen oder mit dem was sie anhaben :-). Es ist immer noch heiß, wie schon in den letzten Tagen und alle Klamotten sind auch schnell getrocknet. Ein Anruf aus Piombino sagt uns, dass wir dort einen Platz bei einer Kirchengemeinde bekommen haben. Also zurück zu unseren Sachen und auf zum Bahnhof. Zwischendurch wird noch ein Feigenbaum geplündert der einfach am Wegrand steht.

    Feigen vom Baum sind noch besser als die vom Türken oder Griechen. In Piombino geht es zur Kirche. Dort werden wir von Frau Schulte begrüßt, die dort seit mehr als vierzig Jahren lebt. Wir kommen auf dem Platz der Pfadfinder von Piombino 2 unter, haben Duschen und vernünftige Klos. Die Duschen sind aber eiskalt. Schnell gekocht, Salat gemacht und dann draußen schlafen. Die Sonne geht direkt neben Elba unter. Toller Ausblick.

    Tag 9
    Nach nasskalter und feuchter Nacht wartet ein sonniger Tag nur zum Ausruhen auf uns. Es ist Sonntag und wir gehen trotz Sprachschwierigkeiten in die italienische Messe, allerdings erst am Abend. Den Tag über haben wir am Strand mit Baden und Sonnen verbracht und uns so von den Strapazen der vergangenen Tage erholt. Morgens haben wir unsere Pfadfindergastgeber noch in ihren Bezirkstag verabschiedet und einige noch schnell die Halstücher getauscht. Am Abend gab es dann lecker Nudeln mit Tomatensauce, das Kochteam hat sich damit vom Kirchgang freigekauft. Morgen geht es endlich nach Rom.

    Tag 10
    In aller Herrgottsfrühe haben wir unsere Zelte abgebaut und unsere Sachen eingepackt. Rechtzeitig sind wir am Bahnhof, Geld konnten wir wieder keines holen, der Geldautomat war außer Betrieb. Mit dem Automaten im Bahnhof haben wir ein mittelschweres Problem, er tut nicht was wir wollen. Mit Hilfe des Schaffners und einer jungen Dame die Deutsch kann kommen wir an unsere Tickets. Der Zug fährt allerdings mit den Kindern und ohne Michael, Stephan und Gibeon ab die die Fahrkarten noch ziehen. Sechs Minuten später sind wir wieder am Bahnsteig es war nur ein kurzer Abstecher in einen Nachbarbahnhof direkt am Meer. Nun sind wir wieder komplett und es geht endlich nach Rom ab. Alle Züge fahren, alle Verbindungen klappen und gegen Mittag sind wir in Rom. Dort treffen wir auch fast alle anderen Trupps wieder, und das erste große Erzählen beginnt.

    Mit ca. 80 Leuten kommen wir dann am Nachmittag an unserem Zielbahnhof an und werden dort mit Cocktails (alkoholfrei) versorgt. Unsere Fußkranken (nun schon vier) haben ein Taxi, der Rest läuft noch eine knappe Stunde dann sind wir auf dem Platz angekommen. Fern jeglicher Zivilisation mit fließend kalten Wasser direkt aus der Erde. Zelte aufgebaut und für das Empfangsessen gerüstet. Der Abend endet spät aber gesättigt, wenn auch die Küche über den Ansturm der Leute sehr erstaunt war. Man könnte meinen wir hätten alle gehungert...

    Tag 11
    Mal wieder frühes Aufstehen, wir wollen nach Rom. Am Bahnhof angekommen schlägt die italienische Eisenbahn wieder zu, unser Zug kommt nicht. Dafür nimmt uns der Gegenzug, der schon an uns vorbeigefahren war und zurückgekommen ist, mit in die nächste Station, weil wir nur an einem Bedarfshaltepunkt stehen. Also mit einer Stunde Verspätung nach Rom. Glücklich angekommen steht als Erstes das Kolosseum auf dem Besichtigungsplan.

    Imposante Reste. Anschließend ein kleiner Postenlauf über das Forum und den Palatin. Leider steht dort nicht mehr viel und aus den Ruinen kann man nur die alte Pracht erahnen. Nach Abschluss geht es in die Stadt und zur spanischen Treppe. Dort treffen wir dann den Rest wieder und es geht zum übernachtungsquartier, denn morgen steht die Papstaudienz an. Wir schlafen in einem Pfadfinderhaus mit fünf großen Mehrbettzimmern. Auch kein Geschenk, aber es geht.

    Fazit: Die Teilnehmer haben es zu schätzen gelernt, was es heißt, jeden Tag ein weiches Bett, eine warme Dusche und pünktliche Züge zu haben. Sie haben auch erfreut festgestellt, dass sich jemandem der in Italien mit Kluft unterwegs ist, alle Türen öffnen.

    Nach der Italienfahrt betätigte sich dann Stephan Koch noch als Schreiberling und verfasste den nachfolgenden kompletten Bericht:

    Italien auf Pfadfinderart
    Unter dem Namen Colossal Grün fuhren in den Herbstferien 2008 7 Pfadfinder (5 Mädchen und zwei Jungen) unseres Stammes auf eine zweiwöchige Fahrt die sie letztendlich für vier Tage nach Rom führen sollte. Der Weg dahin war ihnen selbst überlassen.
    Die Planung was besucht und wo übernachtet werden sollte war der eigenen Planung überlassen. Die Schwierigkeit bestand aber nun darin, das Wollen (shoppen, chillen, Sehenswürdigkeiten) mit dem Können (man muss alles selbst tragen) in Einklang zu bringen. Eine zweite Hürde war die Tatsache, dass keine Idee bestand mit wem man nun zusammenfahren sollte. Ein Mitreiseteam musste aber her, und da sich keiner gerührt hatte, blieben die Duderstädter für uns übrig. Den Damen war es nicht recht, die Jungen konnten schnell Kontakt schließen. Zwei Vorbereitungstreffen halfen ein wenig über die Hürden hinweg, es blieben aber Vorbehalte da der Duderstädter Trupp um ca. 1 ½ Jahre jünger war als wir.

    Am Samstag den 11.10.08 ging es morgens früh dann los, mit der Bahn nach Hannover von dort mit dem Bus weiter bis zur Burg Rothenfels in der Nähe von Lohr am Main. Dort fand die Auftaktveranstaltung mit dem Vorbereitungsteam statt. Leider hatten wir dort nur Nebel, der auch am nächsten Morgen noch lange unser Begleiter war. Als es dann hinter München in die Berge ging schien allerdings die Sonne und sie blieb dann auch bis Verona, so dass wir eine sehr schöne Busfahrt hatten mit Ausblicken auf schneebedeckte Berge. In Verona mit einer Stunde Verspätung angekommen hatten wir dann keinen Zeltplatz oder Unterkunft. Die Campingsaison endet in Italien am 30.09. und unser Campingplatz hatte leider geschlossen. Also musste die Zeit bis zur Weiterfahrt am nächsten Morgen irgendwie herumgebracht werden, Verona bei Nacht ist aber auch nett anzusehen. Die italienische Polizei findet es aber nicht gut, wenn sich ca. 30 Personen (ein zweiter Reisetrupp war dabei) auf dem Busbahnhof breit machen. Also wechselten wir in den Bahnhof, dort durfte man zwar auch nicht lagern, aber am Bahnsteig auf seinen Zug warten … eine Logik … Also alle Mann in das Bahnsteighäuschen, aber das keiner seinen Schlafsack und Isomatte ausrollt (kontrollieren kam keiner). Als es dann Mitternacht schlug, wurde ein Geburtstagslied angestimmt, weil unsere Mitleiterin aus Duderstadt, Sylvana, Geburtstag hatte. Von da an waren es nur noch etwas mehr als fünf Stunden bis wir endlich weiter konnten. Der erste Zug nach Venedig war dann gleich unser.

    In Venedig angekommen lag ein doch recht anstrengender Fußmarsch vor uns, weil unser Campingplatz am Stadtrand lag und wir schon einen Vorgeschmack auf die Wetterlage der nächsten Wochen haben sollten. Auf dem Zeltplatz angekommen, wurden Zelte aufgebaut, Essen gekocht und sich eingerichtet. Da alle recht müde waren, haben wir alle weiteren Aktivitäten auf den nächsten Tag verschoben. Ein kleiner Trupp ist allerdings nochmals mit dem Bus zurück zum Bahnhof um Fahrplaninfos für die Weiterfahrt zu holen, das Internet-Tagebuch anzufangen und Küsschen zu sammeln (eine tolle Unterwegsaufgabe …). Am nächsten Morgen dann auf in den touristischen Teil von Venedig und den ganzen Tag bummeln und Sightseeing bis zum totalen Augenstillstand. Dankenswerterweise meinte die Sonne es gut mit uns bei 25°C und wolkenlosem Himmel (armes Deutschland). Abends zurück am Platz gab es dann nach dem Einkauf was Warmes zu Essen, eine Dusche und alle fielen müde ins Bett. Ein leichter Regenschauer weckte uns am nächsten Morgen und ließ uns schnell alle Sachen von den gespannten Leinen abnehmen. Nach Frühstück und Packen ging es dann mit dem Bus zurück zum Bahnhof und von aus weiter zum nächsten Ziel Florenz.

    Am späten Nachmittag erst kamen wir in Florenz an und auch hier erwartete uns wieder ein größerer Fußmarsch zum Zeltplatz. Aus Schaden sollte man ja klug werden, aber den Fehler machten wir immer wieder, dass wir uns zu Fuß auf den ersten Weg machten. Diesmal lag unser Zeltplatz über der Stadt, so dass wir abends einen schönen Blick auf das erleuchtete Florenz hatten. Am nächsten Morgen dann wieder zu Fuß in die Stadt zum Besuch des Da Vinci-Museums, Geldholen, bummeln, Sehenswürdigkeiten bestaunen, vor dem Dom "Flinke Hände flinke Füße" singen und abends mit allen Pizza essen. Die Nacht verlief etwas unruhig, weil wir noch schnell unsere Sachen in den platzeignen Waschmaschinen waschen wollten und es dadurch sehr spät wurde. Am nächsten Morgen dann mit dem Bus zurück zum Bahnhof und prompt den italienischen Verhältnissen aufgesessen: Es wird der öffentlichen Nahverkehr bestreikt. Zum Glück fuhr noch der letzte Bus seine Runde und nahm uns zum Bahnhof mit, auch fuhren die Züge in die Richtung, in die wir wollten. Also nichts wie weg aus diesem Chaos. Gut geplant (dank Gibeon) kamen wir in Pisa an und hatten dort genug Zeit, den schiefen Turm anzusehen. Mehr wollten wir nicht, denn ein anderer Reisetrupp hatte uns schon gesagt, dass ansonsten in Pisa nichts los ist. Nachdem wir uns mit vielen Hindernissen wieder mit Geld versorgt hatten, konnten wir dann unsere Weiterreise nach Populonia antreten.

    Dieser Ort hat ca. 12 Häuser, ein Bahnstation und einen kleinen Einkaufsladen. Der war, nachdem wir für zwanzig hungrige Mäuler eingekauft hatten, dann auch etwas leerer geworden. Damit nicht alle auf den Einkaufstrupp warten mussten, war der Rest schon einmal vorgegangen, was sich dann als fatal herausstellen sollte, denn der Rest wusste nur ungenau wo es hingehen sollte. An der Straßenkreuzung wurde dann die falsche Richtung eingeschlagen und ein kleiner Umweg von ca. 4 Kilometern eingelegt. Mit dem Gepäck für 6 Leute (zwei angeschlagene Duderstädter waren zu entlasten) und dem Essen war diese Wanderung aber sehr anstrengend. Schließlich wurden wir von dem Platzeigentümer und einem völlig aufgelösten Gibeon am Bahnhof mit einem kleinen Pritschenwagen abgeholt. Das Abendessen wurde zum Nachtmahl - unterbrochen von Besuch eines italienischen Pfadfinders, den Gibeon über Internet von unserer Anwesenheit unterrichtet hatte. über ihn konnten wir dann am nächsten Morgen auf einen günstigeren Platz wechseln.

    Wieder wartete ein sonniger Tag auf uns, den wir diesmal auch so nutzen wie man das macht. Wir waren im Mittelmeer baden. Die Zelte und das Gepäck hatten wir bereits morgens wieder gepackt und auf halber Strecke zum Meer in einem Gebüsch abgelegt. Da an dieser Stelle auch sehr starker Bambus stand haben wir dem Fußkranken Duderstädter erst einmal eine provisorische Krücke gebaut mit der er dann besser laufen konnte. Das Mittelmeer war zwar nicht mehr ganz so warm aber zum Baden reichte es allemal für uns. Leider wehte es dort etwas und die Sonne versteckte ich zeitweise hinter Schleierwolken, sodass es frisch wurde. Auf dem Rückweg zum Gepäck schien sie dann aber wieder voll und so konnte sich keiner mehr beklagen, warm war es. Beim Gepäck angekommen trafen wir dann mit unserem Erkundungstrupp zusammen, der im Nachbarort den Platz besichtigt und auch den Einkauf mit erledigt hatte. Auf dem Rückweg konnten wir dann noch frische Feigen ernten, die in der Toskana teilweise als Baum am Wegrand stehen. Besser als das, was man hier zu kaufen bekommt ist das, was frisch vom Baum stammt. Lecker!!!!

    In Piombino angekommen hatten wir dann wieder unseren obligatorischen Fußweg zum Lagerplatz vor uns. Direkt neben der örtlichen Kirche und dem Mittelmeer lag der Zeltplatz der dortigen Pfadfinder mit täglichem Sonnenuntergang im Blick. Wunderschön, aber auch recht feucht, da natürlich die Meeresnähe bei regelmäßigen Temperaturen über 20°C eine hohe Luftfeuchtigkeit produziert, die sich abends dann niederschlägt. Am nächsten Morgen dann frühes Aufstehen und alles ordentlich machen, da die örtlichen Pfadfinder sich vor der Kirche für eine Bezirkstagesaktion trafen. Wir wollten ja einen guten Eindruck machen. Einigen aus unserem Reisetrupp gelang es dann sogar, ihre Tücher mit den italienischen Pfadfindern zu tauschen. Nachdem die Kinder in Bussen zum Bezirkstag abgefahren waren, wurden wir von der Leiterrunde nochmals begrüßt und das Bedauern ausgedrückt, das leider nicht sehr viel Zeit für ein Treffen wäre. Zum Andenken erhielten wir dann einen Aufnäher des Verbandes und des Bezirkes. Den Nachmittag verbrachten wir dann mit Sonnen, Baden und Faulenzen, bis es Abend wurde und wir dann wieder Essen machen mussten. Es wurden dann noch die Sachen zusammen gesucht und wieder ordentlich gepackt, am nächsten Morgen ging es wieder weiter, diesmal nach Rom. Geld konnten wir keines abheben, der Automat streikte. Im Bahnhof wollten wir uns dann die Fahrkarten am Automaten holen und mit Hilfe des Schaffners und einer deutsch sprechenden Italienerin klappte es dann auch. Zwischenzeitlich waren die Pfadis und zwei Leiter mitsamt dem Gepäck in den Zug eingestiegen, der sich, noch während wir die Fahrkarten kauften in Bewegung setzte und den Bahnhof verließ. Um Glück stellte sich schnell heraus, das der Zug nur in einen nahe gelegenen Sackbahnhof fuhr um nach Fünf Minuten wieder zurück zu sein. Der Schreck saß aber alle in den Gliedern.

    Mittags kamen wir in Rom auf einem Vorstadtbahnhof an und plötzlich wimmelte es von allen Seiten mit deutschen Pfadfindern. Alle hatten sich auf den gleichen Zug, der sie zu dem Haltepunkt bringen sollte, der zum Zeltplatz führt, festgelegt. Erste Erfahrungen und Reiseberichte wurden ausgetauscht und belacht. Im Zug wurden dann alle verfügbaren Plätze belegt. Es reichte aber nicht ganz, da der Zug doch recht voll war. Nach knapp einer Stunde Fahrt waren wir dann an der Haltestelle angekommen, die uns als Ausstieg genannt worden war. Dort erwarteten uns dann der versprochene Cocktail und das gesamte Orgateam. Da nur wir gesundheitliche Verluste zu verzeichnen hatten, durften vier Leute von uns mit dem Auto zum Platz fahren, alle anderen mussten laufen. Nach einer knappen weiteren Stunde hatten wir dann, mit Gepäcktransport von Einheimischen, den Zeltplatz erreicht und wurden dort zu unserem Zeltplatz geleitet. Ein riesiges Gelände, auf dem man lange laufen musste, um von einem Ende (bei uns) wenigstens bis zur Mitte (Küche und Großjurte) zu kommen. Leider lagen unsere Zelte genau gegenüber den Toiletten und Waschanlagen, was doch für Unruhe sorgte.

    Am nächsten Morgen sollte es dann nach Rom gehen, Besichtigung des Colosseums und der antiken Stätten stand auf dem Programm. Leider wurden wir wieder Opfer der italienischen Bahnverhältnisse: Unser Zug fiel ersatzlos aus. Das erfuhren wir aber erst, als uns der Gegenzug, der nach Durchfahren der Bahnstation zurückkam um uns aufzunehmen, im nächsten Bahnhof absetzte. Mit einer Stunde Verspätung kamen wir dann schließlich doch in Rom an und konnten das Colosseum und das Forum Romanum besichtigen. Der Rest des Tages war dann zur freien Verfügung. Um 22:00 Uhr war Treffen am Trevibrunnen für alle angesetzt. Es sollte in unser Nachtquartier gehen, am nächsten Morgen wollten wir rechtzeitig zur Papstaudienz kommen. Das Nachtquartier war das Pfadfinderhaus der italienischen Pfadfinder von Rom. Nicht gerade komfortabel, aber für eine Nacht ging es. Früh morgens aufgestanden, Brote geschmiert und mit dem Bus in die Innenstadt. Das hatten die Römer nicht erwartet, die an den Haltestellen standen. Zwei Busse voll mit Pfadfindern besetzt und für sie kein Platz mehr. Aber rein wollten sie trotzdem und irgendwie ging es auch. Nachdem die Sicherheitsschleusen am Petersplatz überstanden waren, konnten wir dann zu unseren Plätzen gehen und hatten noch mehr als zwei Stunden Wartezeit vor uns. Da uns das Wetter weiterhin sehr gnädig war, saßen wir bald in der vollen Sonne und schwitzten ganz gehörig. Bei der Audienz wurden wir leider nicht genannt, weil irgendwo zwischen unserem Orgateam und dem Papstbüro ein übertragungsfehler passierte. Schade, wir hätten uns gern lautstark bemerkbar gemacht. Nach der Audienz hatten wir wieder freie Zeit, die wir mit einem Besuch beim Pfadfinderladen der italienischen Pfadfinder ausgiebig genutzt haben. Ein Teil blieb allerdings in der Stadt, um dort noch ein wenig zu bummeln und zu schauen. Am späten Nachmittag ging es für alle dann wieder zurück, unser Trupp Kranke wollte eigentlich viel früher fahren, aber wieder war der Zug ausgefallen. Zurück im Camp war dann nur noch Kochen und Schlafen angesagt. Der nächste Tag stand zur freien Verfügung. Da die Wettervorhersage nicht gerade gut war, wurden vorsichtshalber erst einmal alle Zelte sturmfest gemacht und alles was nicht herumliegen musste in den Zelten verstaut. Letztendlich kam dann das angekündigte Unwetter doch nicht und wir konnten draußen auf dem Rasen sitzen und spielen. Am Nachmittag kam dann leichter Nieselregen auf und wir sind in die große Jurte auf dem Hauptplatz gerückt. Der hörte aber genauso schnell wieder auf wie er begann, und die ersten Vorbreitungen für das große Festmahl, das am Abend sein sollte, begannen. Zum Abend hieß es dann einpacken der Teller, Tassen und Besteck und nach oben zum Hauptzelt. Und die Küche hatte tatsächlich gezaubert was möglich war. Nachdem endlich alle satt und zufrieden waren, gab es im Anschluss dann in der Großjurte die Siegerehrung für den Küsschenaward und die Fotoawards. Diese waren allen Trupps für die Zeit ihrer Reisezeit mit auf den Weg gegeben worden. Geehrt wurden die Trupps, die das schönste Gruppenfoto und das schönste Landschaftsfoto gemacht hatten. Beim Küsschenaward (als Kontaktaufnahme mit den Italienern gedacht) sollte der gewinnen, der die meisten Küsschen in einem Buch gesammelt hat. Unser Reisetrupp hat es dann geschafft zwei von diesen drei Wettbewerben zu gewinnen. Die Küsschen haben uns sehr viele Kontakte zu ausländischen Pfadfindern eingebracht, das Landschaftsfoto hat jeder Teilnehmer der Gruppe einmal in klein und die Gruppe selbst auch in Groß bekommen. Nach den Ehrungen und ein paar Spielchen war dann offiziell Schluss, bzw. wer noch singen wollte, konnte dies am Lagerfeuer tun. Am nächsten Morgen dann wieder das gleiche wie auch an den anderen Reisetagen: frühes Aufstehen, Sachen packen und Zelte abbauen. Es sollte alles so früh wie möglich fertig sein, da die Sachen mit Autos zum Bahnhof transportiert werden sollten. Diesmal klappte es auch mit der Abfahrt nach Rom, hier hatten wir allerdings einen recht langen Weg bis zum Lagerplatz für unser Gepäck und so blieb nur wenig Zeit für eine Besichtigung von Rom. Am Bahnhof in Rom lösten dann Arne und Simone aus dem Orgateam das Versprechen ein jeweils als Mann bzw. Frau verkleidet Wiener Walzer zu tanzen. Gewollt war zwar der Trevibrunnen aber naja. Die Rückfahrt war anfangs sehr anstrengend, weil unendlich viel Betrieb zwischen den Abteilen herrschte. Zeitweilig waren mehr als 10 Personen in einem Abteil. Aber auch das beruhigte sich wieder. Erst spät in der Nacht wurde es nochmals turbulent, weil die Abteile nicht vollständig für uns reserviert waren sondern nur teilweise. Wir hatten uns aber so breit gemacht, dass das ganze Abteil belegt war. Es kam zwar ein Schaffner den wir nicht verstanden und er uns nicht, wir blieben aber erst einmal unter uns. Später haben wir dann noch ein junges Paar zu uns hereingebeten. In München auf dem Bahnhof stellte sich dann heraus, dass die Trupps auf unterschiedliche Wagenteile des ICE aufgeteilt waren. So mussten wir dort schon von den Duderstädtern Abschied nehmen, denn die saßen im vorderen Zugteil. Ein wenig Aufregung gab es dann doch noch, weil Lutz aus Pattensen einen anderen Zug nehmen musste (er reiste noch woanders hin). Während er sich von allen verabschiedete packte jemand sein Gepäck mit in unseren Zug und er stand dann ohne Gepäck am Bahnsteig. Das konnten wir dann beim nächsten Halt dem dortigen Schaffner übergeben damit es zurückgeschickt wurde. (Lutz hatte dadurch ca. zwei Stunden Verspätung und keinen Sitzplatz mehr). Am späten Mittag waren auch wir dann wieder zu Haus und konnten glücklich unter die Duschen springen. Von den Toiletten ganz zu schweigen …

    Vom 7.-8.11 stand bei den Wölflingen wieder die Lange Wölflingsnacht auf dem Programm. Nachdem sie sich mit Kuchen und einem "Zaubertrank" (Plörrbräu, was sonst?) gestärkt hatten, machten sie sich auf die Jagd nach dem Räuber Plotzenhotz, der den Pfadfindern einige Gegenstände gestohlen hatte, dessen Weg sich über die Schranke, durch die Oststadt bis zum Blumenauer Wäldchen aber dank zahlreicher Hinweise ganz gut verfolgen ließ. Auch wenn sie den Räuber letztlich nicht fangen konnten, gelang es ihnen jedoch, ihm nicht nur die gestohlenen Gegenstände wie etwa das Banner wieder abzujagen, sondern dank Einsatz eines Funkgongs im zappendusteren Wald sogar seinen Goldschatz zu finden. Dies war zugleich auch die Mutprobe der sechs neuen Wölflinge, welche sich schwieriger darstellte, als vom Leitungsteam geplant: Im Wald trieben sich auch einige Jugendliche herum, denen es ein besonderes Vergnügen war, Wölflinge zu erschrecken…
    Nach dem überstandenen Abenteuer legten die neuen Wölflinge noch im Wald bei Fackelschein ihr Versprechen ab. Wieder im Keller, wurde Pizza gebacken und Nudeln gekocht, Geschichten gelesen und gespielt (z.B. Twister, Fußball und mit den Rollsesseln wie im Autoscooter über den Fußboden sausen). Neu war für einen Wölfling die Erkenntnis, dass man mit einem Stück Kuchen in der Hand besser nicht Fußball spielen sollte. Zur Geisterstunde ging es dann noch einmal zu einer Nachtwanderung in die Dunkelheit, und hinterher gab es Wackelpudding mit Weingummi-Fledermäusen darin. Schlafen zu gehen traute sich lange niemand, denn den ersten beiden Jungen, die einschliefen, wurden von den Mädchen die Lippen mit rotem Lippenstift angemalt. So verbrachte ein wackerer Haufen von 6 Wölflingen die ganze Nacht in den Sesseln der Sitzgruppe mit dem Bemühen, bloß nicht einzuschlafen und bis 7.00 Uhr durchzuhalten. Ihr daneben auf dem 3er Sofa zu Schlafen versuchender Leiter kann bezeugen, dass zumindest vier von ihnen die ganze Zeit durchhielten und lediglich zwei von ihnen kürzere Auszeiten nahmen. Der Sandmann nahm dafür später Rache und so kam es, dass Daniel das Frühstück verschlief…
    Nach dem gemeinsamen Aufräumen und der Reflexion ging die Wölflingsnacht dann gegen 11.00 Uhr zu Ende.

    über den Martinsumzug schrieb die Leine-Zeitung tags darauf:

    Viele schöne Laternen leuchten im Martinsumzug durch die Nacht
    Wunstorf. Viele schöne Laternen haben gestern Abend in der Dunkelheit geleuchtet. Mehr als 500 Eltern und Kinder lauschten in der Stiftskirche der von Pastorin Christa Haferkamp und Gemeindereferent Winfried Gburek erzählten die Martinsgeschichte. Anschließend führte der von St. Martin hoch zu Ross angeführte Umzug durch die Stadt. Stadtjugendring und Johanniterjugend hatten den Martinszug organisiert, mit dabei waren außerdem das Technische Hilfswerk, der Verein der Pferdefreunde, die Georgspfadfinder, der TSV Klein Heidorn, die Auetaler und das Blasorchester der Feuerwehr Luthe. Vor der Stadtkirche gab es zum Abschluss eine Malaktion, Stockbrot und ein Martinsmahl. Der Erlös wird dem Kinderhospiz Löwenherz gespendet.
    Zu erwähnen wäre noch, dass im Gegensatz zu normalen Stockbrotbackaktionen, wo jedes Kind sich gemütlich sein Stockbrot bäckt, bei dieser Veranstaltung das Problem war, dass schlagartig mit der Ankunft des Zuges einige Hundert Kinder die drei Grills umlagern würden. So wurden etwa 16 Kilogramm Mehl zu hunder-ten Stockbroten geknetet und ein Karton voll schon im voraus gebacken. Neu war auch die Erkenntnis, dass man sein Stockbrot auch am Stock lassen und es von außen mit Nutella beschmieren kann, welches dann durch die Wärme all-mählich schmilzt und auf die Hände tropft. Zur Nachahmung empfohlen sei daher eher die traditionelle Zubereitungsweise.

    Zur gemeinsamen Stammesweihnachtsfeier kam der ganze Stamm im Gemeindehaus Nr. 15 zusammen. Es gab selbstgebackene Kekse und jede Stufe präsentierte den anderen, was sie im letzten Jahr so alles gemacht hatte. Nachdem sie im Rahmen ihrer Mutprobe von den Wölflingen mit Gipsbinden erfolgreich ruhig gestellt worden waren, legten Doris Pioch und Hans-Günther Block vor dem versammelten Stamm ihre Leiterversprechen ab. Dank der Gitarrenkünste von Dominik kam diesmal auch der Gesang nicht zu kurz. Im Anschluss daran trafen sich dann abends Rover, Leiter, Elternvertreter und andere dem Stamm verbundene Gäste zur traditionellen Adventsfeier. Da sich ausgerechnet der Raclette-Käse erheblich verspätete, war der Hunger und anschließende Genuss in diesem Jahr besonders groß.

    Am 3. Adventssonntag fuhr der gesamte Stamm mit der Bahn nach Hannover, um das Friedenslicht aus Bethlehem von der Aussendungsfeier abzuholen und nach Wunstorf zu bringen. In den folgenden Tagen brachten es die einzelnen Stufen wieder zu unterschiedlichen Institutionen wie Feuerwehr und Polizei, und am 4. Adventssonntag trafen sich die Stammesmitglieder zum Aussendungsgottesdienst in der neu zur Pfarrgemeinde hinzugekommenen St. Marien-Kirche in Rehburg.

    Ende 2008 hatte der Stamm 24 weibliche und 34 männliche, insgesamt also 58 Mitglieder - davon 12 Leiterinnen und Leiter.