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Stamm St. Bonifatius Wunstorf
aktuelle Fassung vom 19.11.2006

Zu Beginn des Jahres 2005 hieß es für die Wölflinge, sich von Kim zu verabschieden. Dieser knuffige Plüsch-Elch aus Bolivien hatte sie seit November bei allen ihren Aktionen begleitet. Nun schrieben sie alles auf, was sie mit ihm erlebt hatten, und packten ihm auch einen Zeitungsartikel in seinen Rucksack, bevor er weiter zum nächsten Stamm zog und dann irgendwann zu den bolivianischen Pfadfindern zurückkehrte.

Sechs Leiterinnen und Leiter nahmen im Januar am ersten Woodbagde-Kurs neuen Typs im Schullandheim Bredenbeck teil. Die Pfadis nutzten die kalte Jahreszeit, um die Pfadi-Seiten der Stammes-Homepage zu aktualisieren. Die Rover dagegen organisierten einen gebrauchten Computer und bauten auch gleich einen Tisch für ihn. Die Jupis stellten im Februar ihre in viermonatiger Arbeit gebauten Seifenkisten fertig und probierten sie auch gleich am Auedamm aus: Als Lohn ihrer Mühen konnten sich vierzehn 11-14jährige Testpiloten und -pilotinnen nun erstmals ans Steuer ihrer drei sehr individuellen Gefährte setzen und den Auedamm hinabsausen.

Die größte Schwierigkeit hatten die Jungkonstrukteure gleich zu Beginn ihrer Bastelaktion zu meistern gehabt: Zunächst galt es, die "Altfahrzeuge" fachgerecht zu zerlegen, um an ihre Fahrwerke zu kommen. Dabei stellte insbesondere ein ausgedienter Kinderwagen eine große Herausforderung für die Kids dar: Fast jede Niete musste aufgebohrt werden. Auch ein altes Kettcar leistete heftigen Widerstand. Gruppenleiter Wolfgang Soot resümiert: "Viele Kinder haben beim Bau der Seifenkisten zum ersten Mal mit Maschinen wie Stichsäge oder Bohrmaschine gearbeitet - das war für einige eine besondere Erfahrung. Und Spaß war auch immer dabei!"

Bei der Konstruktion der Seifenkisten kamen die Pfadfinderinnen und Pfadfinder auf Lösungen, von denen die Profis noch etwas lernen können: so statteten sie ihre drei Modelle nicht nur mit überrollbügeln und Spoilern aus, sondern entwickelten auch eine innovative Knüppel-Lenkung. Dafür verzichteten sie auf Bremsen ("So ‘nen Mist brauchen wir nicht!"). Dies rächte sich freilich bei einer der Testfahrten den Auedamm hinab: Eine Seifenkiste kam vom Asphaltweg ab und prallte gegen eine Laterne. Doch auch für diesen Fall hatten die kleinen Testfahrer vorgesorgt: nicht nur ein Fahrradhelm verhinderte Blessuren, sondern auch der serienmäßige "Handtuch-Airbag". Und an der Steifigkeit der Karosserien hätten auch die richtigen Autobauer ihre wahre Freude gehabt - das einzige, was beim Aufprall wackelte, war die Laterne.

So haben Jupis und Seifenkisten alle Testfahrten gut überstanden. "Kleine Verbesserungen an der Lenkung und an den Sitzen sind noch notwendig," stellt Wolfgang Soot fest und fährt fort: "Die Kisten gehen nächste Woche erst einmal in die Inspektion. Dann werden sie konserviert und stehen anschließend für Pfarrfeste, Kinder- und Jugendtage und natürlich für die jüngeren Wölflinge unseres Stammes bereit."

Vom 25.2. bis 27.2.05 fuhren die Wunstorfer Jupis gemeinsam mit den Wedemarker Jupis zu einem Rodelwochenende ins Pfarrheim von St. Andreasberg. Am Freitag ging es mit zwei Pfarrbullis los. Mit Schlafsäcken und Luftmatrazen machten es sich die Jungen im Keller, die Mädchen im Erdgeschoss gemütlich. Dann wurde tagelang im Tiefschnee gerodelt und abends gekocht. Zwischen zwei Rodelaktionen ging es am Samstag auch noch nach Altenau, wo einige in das Spaßbad, die anderen in die Eissporthalle gingen. Kein Wunder, dass nach allen diesen ermüdenden Aktivitäten ein früher Zapfenstreich angesagt war: bereits um 22.00 Uhr konnten sich die Leiter über eine absolute Bettruhe freuen.
Das Lager trug auch viel zur Freundschaft zwischen beiden beteiligten Stämmen bei - insbesondere die Wunstorfer Jupi-Damen fühlten sich sehr zu einigen Wedmarker Jupi-Jungen hingezogen und kommunizierten auch noch auf der Rückfahrt zunächst per SMS, nach dem Aufbrauchen der letzten Guthaben per hochgehaltenen Transparenten von Bullifenster zu Bullifenster miteinander.

Ostersamstag war wieder das traditionelle Lammbraten hinter der Nr. 15 angesagt. Alle, die nicht verreist waren (5 Wölflinge, 3 Jupis, 4 Pfadis, 1 Rover und 5 Leiter), trafen sich nachmittags und sorgten gemeinsam mit dem Familienkreis dafür, dass die Gemeindemitglieder nach der Ostermesse mit dem Fleisch eines 16 kg schweren Lammes versorgt werden konnten. Den Erlös - immerhin 28,- Euro - stifteten sie für das DPSG Hilfsprojekt in Ruanda.

Auf ganz besondere Weise begingen etwa 40 Stammesmitglieder aller Altersstufen den Georgstag am 23. April. Sie starteten am Samstagmorgen bei schönstem Frühlingswetter von Altens Ruh aus zu einem Geländespiel durch das Hohe Holz. Dabei galt es für die Gruppen, zahlreiche Aufgaben zu lösen: Von den Rovern hervorragend organisiert, mussten die Teilnehmer beispielsweise Wasser mit Löffeln schöpfen, Holz sägen, mit einem Rad möglichst langsam fahren oder zu zweit mit zusammengebundenen Beinen möglichst schnell laufen, ohne umzufallen.
Als sie so allerlei amüsante Aufgaben bewältigt hatten, trafen alle Gruppen auf einer kleinen Waldlichtung zusammen. Nachdem sie ein großes Kreuz gezimmert und sich mit Hot Dogs gestärkt hatten, mussten zwölf Kinder und Jugendliche noch gemeinsam eine Mutprobe bestehen: Alle zusammen sollten Stephan Koch von der einen Seite der Lichtung zur anderen bringen. Anstatt ihn einfach zu fragen, ober er nicht dorthin gehen wolle, entschieden sie sich dafür, ihn Schweiß treibend dorthin zu wälzen. Nach jeder Umdrehung wurde Stephans Kluft übrigens bunter, denn es zeigte sich, dass die Kinder mit ihren von Ketchup, Majo und Senf triefenden Hot-Dogs so manche Spur im Gras hinterlassen hatten. Dann versammelten sich alle um das Holzkreuz, und Werner erinnerte in einer kurzen Andacht inmitten der Natur an den legendären Drachentöter und Namenspatron der Pfadfinder, den heiligen Georg. Den Abschluss dieses gelungenen Tages bildete eine Versprechensfeier, in der einige Kinder neu in den Stamm und andere in höhere Stufen aufgenommen wurden.

Pfingsten zog es die Pfadfinder und die sie begleitenden Rover und Leiter an die Küste, Wölflinge und Jupis dagegen in den Deister. Dort trug sich folgendes zu:

Drachen, Glühwürmchen und Pizza aus dem Pflasterstein-Ofen:
Ritterlager Wunstorfer und Wedemarker Georgspfadfinder im Deister

Rund 40 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus Wunstorf und der Wedemark haben sich vier Tage lang in einem Zeltlager in Bredenbeck am Deister in die Zeit der Ritter zurückversetzt. Schon die Anreise am Freitagnachmittag geriet zum Abenteuer, denn die letzten Kilometer mussten die Gruppen der Wölflinge und Jungpfadfinder im Rahmen von Geländespielen zu Fuß durch den Wald zurücklegen und dabei noch viele knifflige Aufgaben lösen. Das Geländespiel der Jupis hatte Daniel Meyer bravorös ausgearbeitet. In der Praxis erwies sich allerdings, dass die Jupis dafür deutlich länger brauchten als eingeplant.
Als die Wölflinge am Samstagmorgen von Völksen zum Geländespiel nach Bredenbeck aufbrachen, versperrte ihnen unter anderem Ritter Kunibert in voller Rüstung den Weg zur Bennigser Burg, und als sie endlich den Lagerplatz erreicht hatten, mussten sie erst noch mit einem leibhaftigen Drachen kämpfen, um an ihr Gepäck zu kommen (in dem sich zwischenzeitlich eine verängstigte Wühlmaus versteckt hatte).
Angesichts der noch recht kühlen Witterung entwickelte sich das Lagerfeuer zum Lagermittelpunkt. Hier wurde gekocht, Stockbrot gebacken, gesungen und natürlich auch gekokelt. Jeder Tag wurde vor dem Frühstück gemeinsam mit einer Morgenrunde gestartet: Nach einem Lied und einem Gebet wurde mit einem Bewegungsspiel die letzte Müdigkeit vertrieben.
Am Samstag fanden verschiedene Workshops statt: Da wurden Instrumente gebaut und musiziert, aus Pflastersteinen ein Backofen gebaut und leckere Pizza darin gebacken, Gruppentänze einstudiert, Pfeil und Bogen gebastelt und Holzbauten errichtet. So entstanden ein Geschirrständer, ein Bannermast, ein Lagerkreuz und eine gewaltige Steinschleuder. Mit einer Suppenkelle am fast vier Meter langen Wurfarm und einem Steinkasten als Gegengewicht konnte sie zwar keine Burgmauern zertrümmern, aber immerhin Tennisbälle im hohen Bogen durch die Luft schleudern. Ganz im Sinne des Bibelwortes "Schwerter zu Pflugscharen" wurde die Schleuder anderntags demontiert und aus ihren überresten der Altar für den Pfingstgottesdienst gezimmert.
Ein echtes Highlight waren die einstudierten Tanzdarbietungen der Jupi-Mädel - sie waren zu mitreißend, dass zum Schluss sowohl die Wunstorfer als auch die Wedemarker Jungen mitmachten (was in diesem Alter alles andere als selbstverständlich ist…)
Als es richtig dunkel war, starteten alle zu einer abenteuerlichen Nachtwanderung in den Deister und entdeckten dabei am Wegesrand funkelnde Glühwürmchen und leuchtend fluoreszierende Pilze. Immer wieder blieben sie stehen und lauschten gebannt in den Wald. Während die Wölflinge wie geplant auf halber Strecke zum Lagerplatz zurückkehrten, gingen die Jungpfadfinder weiter bis zum Taternpfahl. In der dortigen Hütte fanden sie sogar einen Schatz mit Medaillen und Süßigkeiten. Daher ging es in der Hütte so hoch her, dass der Versuch von Dirk, sie mit Kettenrasseln und Wildschweingegrunze aus dem Wald zu erschrecken, angesichts ihres hohen Eigengeräuschpegels völlig fehlschlug. Nach der Rückkehr von diesem langen und aufregenden Abenteuer herrschte im Lager sofort Nachtruhe.
In der Nacht auf Sonntag gab es weiteren Regen und weitere durchnässte Schlafsäcke in Folge schlecht zusammengeknüpfter Zeltplanen. Doch nach einem Frühstück mit über dem Lagerfeuer gebratenem Rührei kam zum großen Ritterturnier die Sonne heraus. Die Wölflinge traten hierzu mit selbstgebastelten Rüstungen und Wimpeln an. Das Turnier verlief spannend und mit unerwarteten Ergebnissen. So gewann beispielsweise beim Drachenlaufen ausgerechnet jenes Drachenteam, von dessen Schwanz sich drei Beinpaare in einer Hainbuchenhecke verheddert, aber wieder gut den Anschluss gefunden hatten. Weiter ging es etwa mit Bogenschießen, einer wilden Suche nach dem heiligen Gral, dem Wettstreit zwischen Drache, Ritter und Burgfräulein oder einem Strohkissenduell auf einem liegenden Baumstamm. Beim Tauziehen Leiter gegen Teilnehmer gewannen letztere verdient.
Nach diesem Event und einem Schauer kündeten Trommeln und Fanfaren vom Beginn der Ehrung der im Turnier siegreichen Ritter und Burgfräuleins. Ritter Kunibert hängte allen Teilnehmern Holzmedaillen mit eingebrannter Lilie um den Hals und sie konnten Preise aussuchen, die die Stadtsparkasse Wunstorf freundlicher Weise gespendet hatte. Erfreulich war, dass es unter den vier Mannschaften nur Medaillengewinner gab, da zwei Mannschaften gleichauf lagen.
Anschließend wurde getanzt oder am Lagerfeuer gesessen und etliche Tüten Marshmellows gegrillt. Als es dann richtig dunkel war, spuckte Ahne imposante gewaltige Feuerbälle in den Nachthimmel.
Für die männlichen Jungpfadfinder begann der letzte Lagertag open-air, als die Mädchen ihnen frühmorgens das Zelt über den Köpfen abrissen. Sie revanchierten sich, indem sie auch die Mädchen-Jurte teilweise abbauten. Später wurde bei sommerlichen Temperaturen das gesamte Lager abgebaut und die ankommenden Eltern konnten ihre müden und verqualmten kleinen Ritter nach der Schlussrunde mit nach Hause nehmen, wo sie noch viel zu berichten hatten.

über die feucht-stürmische Radtour der Pfadfinderstufe, an der Nicolai, Christoph, Jan, Florian, Florian, Franziska, Friederike, Stephan, Carl, Marcel und Timo teilnahmen, handelt der nachfolgende Bericht von Stufenleiter Stephan Koch:

Vom Emden nach Wilhelmshaven
Ganz am Schluss des Pfingstlagers der Pfadfinderstufe stand die Erkenntnis, dass man in dieser Jahreszeit am besten von Ost nach West fährt, da man dann den Wind vornehmlich von hinten hat. Man sollte auch nie auf die verrückte Idee kommen, Fahrräder an einem Freitag vor einem Feiertagswochenende in der Eisenbahn transportieren zu wollen. Und im Ergebnis bleibt festzustellen, dass ein Fahrradkinderanhänger nicht mit mehr als 80 Kilo beladen werden sollte und auf einer Radwanderung nie mehr als 25 Packungen von Plörrbräu gebraucht werden. Zumindest nicht im Frühjahr.
Wie es dazu kam, ist schnell erzählt: Die Pfadistufe wollte zu Pfingsten eine Radtour machen. An der Nordseeküste entlang von Emden nach Bremerhaven sollte es gehen. Mit ein bisschen Mühe war dann auch schnell als Startquartier das Pfadiheim der Emdener Pfadfinder gebucht worden, Fahrkarten wurden besorgt und am Freitag trafen sich alle im Keller, um das gemeinsame Material zu verstauen und zum Bahnhof zu starten. Auf Grund der ewigen Verspätungen einiger bestimmter Leute gerieten wir noch etwas unter Zeitdruck, kamen aber doch rechtzeitig am Bahnhof an und auf den Bahnsteig hoch. Zum Glück war wieder auf die Deutsche Bahn AG Verlass, der Zug verspätete sich. Als der Zug hielt dann der Schock: er war mehr oder minder überfüllt, trotzdem alle rein was recht abenteuerlich war. Während der Fahrt dann der nächste Schock. Was in der hektischen Aufbruchphase kaum einem aufgefallen war: Ein Pfadi war leider ziemlich betrunken zur Fahrt erschienen und hatte sich in der Zugtoilette den Magen wieder entleert. Na Toll! Bis wir dann in Emden angekommen waren hatte er sich wieder einigermaßen erholt. Für ihn war die Fahrt aber dort zu Ende; sein Vater holte ihn ab. Also ohne ihn zum Pfadiheim, das auch schnell gefunden war. Ein Traum von Pfadiheim, eigene Küche mit Kühlschrank und Vorratsraum. Tischtennisplatte und Krökeltisch nebenan im großen Gruppenraum. Die Nacht war gesichert. Bekocht von den Emdener Rovern ließ sich der Abend dann trotz schlechtem Anfang recht gut genieße. Nur ging es für viele zu spät ins Bett.
Am nächsten Morgen dann schnell aufgeräumt, gegessen und Sachen gepackt. Auf die Räder und los geht es. Wollten wir doch heute noch ein großes Stück schaffen. Der Anhänger war zwar etwas sperrig, hatte aber gute Laufeigenschaften und ließ sich recht gut fahren. So waren die ersten 15 Kilometer auch schnell zurückgelegt zumal die Sonne herrlich schien. Kaum aber am Knock angekommen und auf die Nordseeseite eingeschwenkt, konnten wir Reinhard Mey’s bekanntestes Lied am eigenen Körper spüren: Wind Nordost. Alle aber voller Tatendrang: Das bisschen Strecke wird auch mit Gegenwind geschafft. Jetzt erwies sich der Anhänger jedoch schon als größeres Problem, war sein Windwiderstandswert doch vergleichbar einer guten deutschen Schrankwand. Abhilfe musste her. Zwei Mann vorweg und einen an die Seite und Windschutz geben. Hiermit konnte zeitweilig sogar das Tempo wieder erhöht werden, keinesfalls aber auf das der ersten 15 km. Da wir ja nicht auf der Straße entlang wollten, sondern uns auch schöne Meeresausblicke gewünscht hatten, hatten wir als Fahrtroute die Deichroute ausgesucht. Schade nur, dass wir die meiste Zeit auf der Landseite fuhren und so vom Meer überhaupt nichts gesehen haben. Ein zweites Problem mit diesem Radweg war, dass er durch Schafweidegebiete führte und wir zudem alle Nase lang Auffahrten für die Deichsicherung und Landwirtschaft überqueren mussten. Hier zeigte sich, dass Kinderanhänger nur ganz knapp durch die Schafsperren passten. Oft genug blieben wir hängen und mussten den Anhänger etwas anheben um durchzukommen. Und mit diesen Manövern verrann auch die Zeit schneller als wir wollten. Gegen 17:00 Uhr Vesperpause gemacht. Aufbruch um 18:00 Uhr, wir wollten bei Nicolai’s Vater übernachten. Geschätzte Strecke: Eigentlich noch viel zu weit für heute. Was gilt’s auf die Räder und los. Endlich mal ein Stück am Wassersaum entlang. Als es dämmert, dämmerte es auch uns, dass dies nicht die beste aller Ideen war, den nun fing es auch noch an zu nieseln. Egal, es muss weiter gehen. Je später es aber wurde, desto heftiger wurde der Regen und es allmählich auch schon viel zu spät. Bis zum Fähranleger von Dornumersiel waren wir nun schon gekommen und bis Middelsbur sollten es nur noch 4 km sein. Es goss fast wie aus Eimern und es war bitterkalt. Es ging gar nichts mehr. Zumal wir im Dunkeln um 22:00 Uhr auch die Strecke nicht mehr finden konnten. Da wir keinen festen trockenen Unterschlupf finden konnten, mussten im strömenden Regen die Zelte aufgebaut werden. Dank eines alten Tricks von Werner Kohrs, den Stephan kannte, konnten zumindest die Zelte trocken aufgebaut werden und zum Schluss hatten alle ein trockenes Plätzchen gefunden. Die tiefgekühlten Hände und Füße konnten in Schlafsäcken aufgewärmt werden. Dass wir direkt auf dem Gelände der Gemeinde Dornum gezeltet haben ohne zu fragen war uns herzlich egal. Sollte doch einer Fragen kommen! Wir waren im Trockenen.
Trotz stürmischer Nacht waren alle relativ früh wieder wach, es wurde gefrühstückt und dann zu Nicolai gefahren. Die vier Kilometer erwiesen sich dann doch als etwas länger, da wir einen Umweg über Bensersiel gefahren waren. Somit doppelte Strecke. Den Abzweig hätten wir auch im Dunkeln nicht gefunden. Als wir endlich bei Nicolai waren, war es dann fast Mittag. Also Kocher an und Pfannkuchen gebraten. Lecker! Erst um halb Zwei ging es wieder zurück nach Bensersiel und von dort aus weiter auf dem Radwanderweg. Neuharlingersiel war schnell erreicht und dort noch einmal eine kurze Pause eingelegt. Schnell weiter nach Harlesiel, weil die Zeit knapp wurde. Dann der Gau: Christoph war eine Speiche gebrochen und mit der Last auf dem Gepäckträger machte sich das gar nicht gut. Zudem mussten wir feststellen, dass das Profil der Reifen vom Fahrradanhänger immer dünner geworden war und wir auf einem Reifen mittlerweile das Gewebe sahen. Damit eine Panne und wir waren erledigt! Nach kurzer Beratschlagung wurde die Tour abgebrochen und der kürzeste Weg zur Eisenbahn gesucht.
In Carolinensiel konnte dann zum Glück noch Christophs Fahrrad bei einer Fahrradwerkstatt repariert werden, so dass von der Seite her kein Unheil mehr zu befürchten war. Immer in Richtung Wittmund fahrend mussten wir feststellen, dass die Radwege weiter im Inland zwar landschaftlich schön sind, der Hintern jedoch mächtig unter ihnen zu leiden hat. Abends kamen wir dann bei einer sehr netten Familie in Berdum auf deren Pferdehof unter. Diesmal kein nächtlicher Regen, dafür aber eine bitterkalte Nacht.
Der Tee am nächsten Morgen tat allen gut. Wieder die Sachen gepackt und alles auf und an den Rädern verstaut. Nach zwei Tagen wird es schon zur Routine. Auf zum Bahnhof nach Wittmund. Dort hatten wir dann Zeit zum Ausruhen, weil der nächste Zug erst in ca. einer halben Stunde kam. Nun lag die schönste Eisenbahnfahrzeit vor uns, wie wir später feststellen konnten: Geräumige Abteile, überall Sitzplätze und nettes Personal. In Oldenburg am Bahnhof dann wieder Hektik und eine absolut überfüllte Bahn. War die Hinfahrt schon abenteuerlich, gestaltete sich die Rückfahrt zur Streßpartie pur. Genervte Bahnmitarbeiter und ein Zug in dem sich die Leute stapelten und ständig Fahrradreisende noch mitgenommen werden wollten. Nach vielen Streitgesprächen und einem Fastrauswurf waren wir dann wieder in Wunstorf angekommen und konnten unsere Räder und das Gepäck im Keller abliefern. Glücklich und KO ging es nach Hause unter die heimische Dusche.
Danke an dieser Stelle nochmals an Christoph, der mich tapfer beim Anhängerziehen abgelöst hat und an die Gruppe, die immer wieder für den Windschutz des Anhängergespanns gesorgt hat.
Für die Pfadistufe: Stephan Koch

In der Zeit bis zu den Sommerferien trugen alle Stufen unter dem Motto "Nimm Dir Zeit für ..." gemeinsam zur Ferien-Gestaltung des Schaukastens vor der Kirche bei. Bei den Jupis stand in dieser Zeit der Bau von Schwedenstühlen auf dem Programm. Rover und Leiterrunde trafen sich vor der Sommerpause zum traditionellen Sommergrillen - diesmal bei Stephan Koch in Großenheidorn. Leider wurde die Runde von einem Unwetter gesprengt bzw. nach drinnen vertrieben, doch hat die trockene Zeit immerhin noch für die Zubereitung des Grillfleisches gereicht.

In den Ferien verschlug es einige Stammesmitglieder auf eine feucht-fröhliche Kanutour unter dem Motto "Im Kampf gegen die Naturgewalten"...

Nach der Sommerpause ging es gleich richtig los: Neben den Truppstunden fand am Samstag, dem 10.9. der Kinder- und Jugendtag in der Fußgängerzone und am Sonntag das Gemeindefest an der Nr. 15 statt. über erstere Veranstaltung schrieb Julia Beatrice Fruhner am 12.9. in der Leine-Zeitung:

Tag für Kinder übertrifft alle Erwartungen
Vereine engagieren sich mit Aktionen

Wunstorf. Von Staunen und Begeisterung ist am Sonnabend die Fußgängerzone erfüllt gewesen. Staunen, weil der achte Wunstorfer Kinder- und Jugendtag so bunt und vielfältig ausfiel, dass er alle Erwartungen übertraf. Begeisterung, weil er den Besuchern unheimlich viel Spaß bereitete. "Wir haben es gemeinsam geschafft, einen riesengroßen Spielplatz in der Innenstadt zu bauen", sagte Jörg Albrecht aus dem Organisationsteam, bestehend aus Stadtjugendpflege, Stadtjugendring und Stadtsparkasse. Die Stadtsparkasse hat im Jahr ihres 150-jährigen Bestehens die Kosten für alle Vereine an diesem Tag übernommen.
31 Vereine beteiligten sich, und etwa 200 Helfer waren am Werk. Die Vereine hatten sich kreative und spektakuläre Aktionen ausgedacht. Hoch hinaus ging es beim Kistenstapeln mit der Jugendgruppe des Technischen Hilfswerks (THW) und beim Jugendzentrum Der Bau-Hof. Die Kinder kraxelten auf den Kletterbaum. Imke Brandes und Mandy Nowak gaben ihnen mehr Seil. "Wir sind während der Frankreich-Freizeit selbst geklettert", berichteten die beiden.
Ordentlich Krach wurde beim Kinder- und Jugendtag gemacht. Vor der Brunnensäule pfiff die Dampfeisenbahn des Vereins Steinhuder Meer-Bahn. Georg Tütz lud zur flotten Fahrt rund um den Brunnen ein, wobei der Lokomotivführer tapfer dem Drehwurm trotzte. Vor einem Hintergrund aus Palmen lichteten die Jugendlichen der St.-Johannes-Gemeinde ihre Gäste mit einer Polaroidkamera ab. In Hawaii-Hemden gekleidet, servierten sie Cocktails. Drei Pfadfinderstämme verwandelten die Wiese zwischen Abtei und Stadtkirche in einen Abenteuerspielplatz. Der Duft von geröstetem Popcorn und Stockbrot lag über dem Platz. "Wir haben einen Pfad der Sinne aufgebaut, auf dem die Gäste äpfel und Kohlrabi schmecken und ihr Ohr an eine Muschel halten", sagte die achtjährige Franziska Spatz, die ihre Pfadfindergruppe schätzt "weil wir viel reden und Neues kennen lernen." Sportlich-musikalisch ging es auf der Bühne vor der Stadtkirche zu. Dort sorgten unter anderem der Tanzkreis Wunstorf und die Taekwon-Do-Gruppe Ji-Do-Kwan für Stimmung. Als am Abend 500 Luftballons in den Himmel aufstiegen, endete ein phantasievoller Kinder- und Jugendtag. Die fünf Stunden, die seit seiner Eröffnung vergangen waren, verstrichen so schnell, als wäre es nur eine Stunde gewesen."
Redaktionell bleibt noch zu diesem Artikel anzumerken, dass die "achtjährige" Franziska bereits 14 Geburtstage gefeiert hat, die Stammesmitglieder außerdem in einem über eine Steinmauer hinweg gebauten Schwarzzelt eine von Uwe zusammengestellte Bilderpräsentation zeigten, eine der im Einsatz befindlichen Seifenkisten bereits nach kurzer Zeit ihren Geist aufgab und sich der neu angeschaffte Spezialtopf zur Zubereitung von Popcorn über dem offenen Feuer sich zu einem wahren Renner entwickelte. Angesichts dieses erfolgreichen Programmes wurde es bereits am Tag darauf beim Gemeindefest rund um die Buche zwischen Bonifatiuskirche und Nr. 15 wiederholt. Auch das nächste Wochenende brachte keine Erholung, denn Samstagmorgen in aller Frühe machten sich 28 Stammesmitglieder auf den Weg nach Hannover, um am diesjährigen Mr. X-Spiel teilzunehmen. Insgesamt 118 Pfadfinderinnen und Pfadfinder trafen sich dort am TABOR, um in 16 Gruppen fünf Mr. X Gruppen zu jagen und dann selbst zum Gejagten zu werden. Mehr als 300 SMS halfen bei der Positionsbestimmung, so dass die Detektive insgesamt 23 Mal erfolgreichzuschlagen konnten. Nach dem Spielende gab es dann eine Diashow und jede Menge Kuchen. Derart gestärkt konnte die Heimreise per Bahn angetreten werden. Als dann auch noch einen Tag später das Gemeindefest in Steinhude auf dem Plan stand, sah sich Stephan Koch als Repräsentant unseres Stammes leider von (fast) allen guten helfenden Geistern verlassen.

über den Tag der Deutschen Einheit fuhren Teile der Leiterrunde mitsamt ihren Familien über staureiche Autobahnen nach Kloster Martental an der Mosel und verbrachten dort im Pilgerheim des Klosters ein tolles Wochenende. Nachdem sie am Samstagvormittag zunächst eine Taufkerze besorgt hatten, besichtigten sie ein Besucherbergwerk unter einer Burg und machten nachmittags eine Weinprobe auf Onkel Toms Hütte. Am Sonntag ging eine Hälfte der Gruppe in einem Spaßbad schwimmen, der Rest shoppen. Abends trafen sich alle zu Zwiebelkuchen und Federweißer und traten dann am Montag eine deutlich kürzere Rückreise an.

Anfang Oktober trafen sich die Wölflinge wieder zu ihrer traditionellen "Langen Wölflingsnacht". Sie begann für die dreizehn erwartungsvollen Kinder und ihre drei Leiterinnen am Freitagabend mit einem "Chaos-Spiel" im LKH-Park: Dabei galt es, möglichst viele verschiedene Aufgaben praktisch gleichzeitig zu bewältigen. So waren knifflige Denksportaufgaben zu lösen, Geschick zu beweisen und nebenbei noch genau 67 Kastanien zu suchen. Wieder am Pfadfinderkeller zurück wurden Stockbrote gegrillt und dabei auch der letzte Skeptiker unter den Wölflingen von ihrem Geschmack überzeugt. Hinterher stellte er fest: "Wenn man sein Stockbrot komplett mit Nutella füllt, schmeckt es eigentlich doch ganz gut!"
Nachdem es zum Nachtisch gegrillte Marshmellows gegeben hatte, wurde noch eine Zeitlang wild herumgetobt und "Monsterball" gespielt. Inzwischen war es dunkel und die Wölflinge starteten zu einer Nachtwanderung. Auch hier galt es, diverse Aufgaben zu lösen und beispielsweise Bäume im Dunkeln zu bestimmen oder allein durch den Nebel über den Auedamm entlang zu gehen. Ihre besondere Spannung erhielt die Wanderung dadurch, dass alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen damit rechneten, unterwegs - wie jedes Jahr - von den älteren Rovern überfallen zu werden. Dies führte dazu, dass die Wölflinge beispielsweise den als Versteck mehrfach genutzten Agnes-Miegel-Stein förmlich stürmten, weil sie die Rover dort vermuteten. Da der überfall ausblieb, blieb letztlich auch die Spannung bis zum Schluss erhalten.
Wieder in den Pfadikeller zurückgekehrt, wurden gemeinsam Nudeln gekocht und Pizza gebacken, die gegen 1.00 Uhr endlich verzehrt werden konnten. Etwa eine Stunde später krochen auch die letzten Wölflinge in ihre Schlafsäcke, doch die "Lange Wölflingsnacht" verdiente nicht den Zusatz "lang", wenn die letzten schon vor 5.00 Uhr eingeschlafen wären.
Nach kurzem Schlaf und einem gemeinsamen Lied frühstückten die Wölflinge zusammen und spielten dann noch, bis sie schließlich ihre Siebensachen zusammenpacken und aufräumen mussten. Nach einer durchweg positiven Reflexion kamen schließlich um 10.00 Uhr die Eltern und holten ihre müden Wölflinge nach Hause ab.

Mitte Oktober sorgte ein Stadtanzeiger-Artikel für einiges Aufsehen, weil Johannes Grobelny unseren Stamm für den Ortspreis vorgeschlagen hatte. "Gerade in der heutigen Zeit, in der junge Menschen nach Orientierung suchen und dabei häufig mit ihren Alltagsproblemen von der Gesellschaft allein gelassen werden, sei die Arbeit der Pfadfinderschaft von unschätzbarem Wert. Verhindere sie doch maßgeblich und nachhaltig, dass Jugendliche ins Abseits abdriften." So schön, so gut - auch wenn aus dem Preis nichts wurde, war es doch eine schmeichelhafte Anerkennung unseres Engagements.

Am Martinstag begleiteten Mitglieder aller Stufen den Martinsumzug des Kindergartens mit Fackeln und selbstgebastelten Martinslaternen. Von der Kirche ging es durch den LKH-Park zum Kindergarten. Den geselligen Jahresausklang leitete die traditionelle Adventsleiterrunde dar, zu der diesmal als weitgereistester Gast Christoph Scholz begrüßt werden konnte. Die Weihnachtsfeiern der Kinder und Jugendlichen fanden in diesem Jahr separat in den einzelnen Stufen statt.

Am dritten Adventssonntag fuhren viele Stammesmitglieder aus allen Stufen in den Hildesheimer Dom und brachten das Friedenslicht nach Wunstorf. Gemeinsam mit den angehenden Kommunionkindern verteilten sie es dann am Donnerstag darauf in der Innenstadt: Sie brachten es zu Polizei und Feuerwehr, Johannitern und LKH, in Seniorenheime und Altenwohnungen sowie zum Traditionsgeschäft Pötter Jahns, welches zum Jahresende nach über 200 Jahren geschlossen wurde.
Am vierten Adventssonntag stand das Licht dann in den Kirchen von Wunstorf und Luthe zur Abholung bereit - in der St. Hedwigs-Kirche von Steinhude dagegen verteilten Sie es auf Einladung der Gemeinde im Rahmen eines thematisch entsprechend gestalteten Gottesdienstes. Daniel erwies sich dabei als Multitalent: Eigentlich als Messdiener eingesetzt, musste er zwischenzeitlich den Gottesdienst verlassen, um seine Klarinette zusammenzubauen, weil sonst keine Musik verfügbar war.
Am Jahresende gehörten dem Stamm 54 Mitglieder an, davon 16 weibliche und 38 männliche. 10 von ihnen waren als Leiter/Vorstände aktiv, hinzu kamen noch einige engagierte Rover.