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Stamm St. Bonifatius Wunstorf
aktuelle Fassung vom 04.05.2005

Das Jahr 2004 begann mit der von den Pfadfindern und Christoph Stünkel in Eigenregie nur wenige Stunden vor Veranstaltungsbeginn organisierten "Langen Jupinacht", zu der sich am 9. Januar 13 Jupis, 4 Pfadis und 2 Rover im Pfadikeller trafen. Gemeinsam wurden Nudeln gekocht (bzw. verkocht, denn am Ende blieb eine 2 cm dicke Nudelkruste im Topf zurück). Im weiteren Verlauf des Abends gab es auf einer Ralleye allerlei herauszufinden und die alten Jupis sprachen mit den zukünftigen Jupis die Leitlinien durch. Derart vorbereitet, konnte zu später Stunde die Versprechensfeier starten, zu der auch Vorstand Carsten eigens aus seinem heimischen Bett geholt wurde. Um die weitere Nacht nicht mit unnötigem Schlafen zu vertrödeln, wurden zwei Videofilme geschaut, so dass am nächsten Morgen alle Teilnehmer den Keller nach dem gemeinsamen Frühstück reichlich groggy verließen. Dies bestätigt auch der Bericht, den Vera Krautwald darüber verfasste: "Wir haben bei der Jupinacht zwei Filme geguckt, "Iceage" und "Monster AG". Die Pfadfinder hatten eine Rallye vorbereitet, es endete an der Auebrücke mit einem Feuer und einer misslungenen Mutprobe. Am nächsten Tag waren alle sehr müde."

Am Samstag, dem 13.3.2004 hatte der Ortsrat ganz Wunstorf dazu aufgerufen, den Besen zu schwingen und die Stadt vom vielerorts herumliegenden Müll zu säubern. Obwohl das Thema eher in Richtung einer "guten Tat" denn in Richtung von "Spannung, Spaß und Abenteuer" hindeutete, fanden sich rund 30 Kinder und Leiter zum Start der Aktion ein. Nachdem Ortsbürgermeister Horst Koitka die Müllsäcke höchstpersönlich im Pfadikeller abgegeben hatte und auch der ehemalige Rover Patrick Pierau wieder einmal in die Mitte seines alten Stammes gefunden hatte, zog man - ausgerüstet mit selbstgebastelten Nagelspeeren und zwei Fahrrandanhängern - los. Bereits auf dem Weg zum Agnes-Miegel-Stein ging den Suchern neben allerhand Verpackungsmüll auch ein Zaunpfahl, ein ausrangierter Elektrogrill und ein zerschmettertes Handy ins Netz. Das Wäldchen hinter dem Stein entpuppte sich als wenig einladende inoffizielle Pinkelecke. Am Anglerteich tauchte das Schild des Fahrradweges nach Hannover wieder auf, am Bahndamm eine Tüte mit Bundeswehr-übungsmunition, unter der Meerbahnbrücke wurde ein Fahrrad aus der Aue gefischt und schließlich auf dem Spielplatz am Blumenauer Kirchweg Rast gemacht. Während die herbeigeholte Polizei die Nebelgranaten mit sichtlichem Unbehagen in ihrem Streifenwagen verstaute, kochte Jonathan in einer windstillen Ecke über zwei Gaskochern zwei Töpfe mit Nudelsuppe. Nachdem alle gegessen und für den Stadtanzeiger posiert hatten, tauchte noch ein Schatzplan mit einem Luftbild der Oststadt auf, der nahelegte, in Nähe der Schaukel im Sand zu graben. Mit bloßen Händen wurde ein Loch nach dem anderen in den Sand gegraben, doch als dieser sein Geheimnis nicht preisgeben wollte, ging Carl die paar Schritte nach Hause und kehrte mit einigen Schaufeln und Spaten zurück. Mit ihrer Hilfe wurde schnell ein Paket mit diversen Haribotüten gefunden - der Nachtisch war gesichert! Derart gestärkt zog eine Gruppe kreuz und quer durch die Oststadt, die andere - verfolgt von einem tobenden Bauern - über ein Feld und den Auedamm zum Pfadikeller zurück. Alle Teilnehmer nahmen auch an einer großen Verlosung im Armin-Mandel-Hof teil, doch nur Vera war das Glück hold: sie gewann zwei Rotweingläser, über die sich ihre Eltern vermutlich mehr freuten als sie selbst...

Die Wölflinge führte ihr erster Haik am 1. April in Richtung des Galgenberges bei Liethe. Die Rover bereicherten das Stammesinventar im Frühjahr um eine selbstgebaute Schokokuss-Wurfmaschine. Im Rahmen ihrer Robinson-Aktion erstellten die Jupis ein Kochbuch und beschäftigten sich mit der Frage, wie man ohne Nägel und Schrauben ein Bett, eine Hütte oder einen Stuhl zusammenbaut bzw. zusammenknotet: Die Jupis haben es geschafft! Anschließend bauten sie aus Draht und Pappmaschee wilde Tiere. Ihren Abschluss und gleichzeitigen Höhepunkt fand diese Aktion dann im

Pfingstlager bei Winzlar
Pfingsten kamen 42 Stammesmitglieder auf verschiedenen Wegen nach Winzlar: die Wölflinge erreichten den Lagerplatz in einem Pappelwäldchen am Westrand des Meerbruchs mit Autos, die Jupis wanderten auf Schusters Rappen mit einer Zwischenübernachtung in Steinhude gen Westen und die Pfadis auf dem weitesten Weg nördlich um das Meer herum nach Winzlar. Auch wenn es vielen anzumerken war, dass sie es nicht gewohnt sind, größere Strecken zu Fuß zurückzulegen, war es eine tolle Leistung, dass alle trotz so mancher Blase an den Füßen das gemeinsame Ziel erreicht haben.
Am meisten hatten sich die Pfadfinder vorgenommen: Sie schleppten ihr gesamtes Gepäck einschließlich der Kohtenplanen zu Fuß durch das Tote Moor nach Mardorf. Nach einer Art "Schaulaufen" an der vielbesuchten Promenade zelteten sie am Strand an der weißen Düne und wurden dann um 22.00 von freundlichen, aber kompromisslosen Security-Leuten darauf hingewiesen, dass der nächtliche Aufenthalt am Nordufer verboten sei und zelten allemahl. So mussten sie auf einen weiter abseits gelegenen Parkplatz ausweichen, dessen Schotterboden es nicht gerade einfach machte, irgendeinen Hering in den Boden zu bekommen. Dieser Umzugsaktion fiel auch der geplante Versuch zum Opfer, mittels starker Taschenlampen Morsebotschaften zwischen Nord- und Südufer auszutauschen. Am Samstag ging es dann weiter durch den Meerbruch nach Winzlar. Die Jupis marschierten ohne ihr komplettes Gepäck durch das Hohe Holz. Unterwegs hatten sie einige Aufgaben zu lösen, die ihnen die Pfadis mit auf den Weg gegeben hatten, sowie mit einer Art "unabstellbarem Autoradio" zu kämpfen: Dem Dauergequassel von Clara und Jessica. Sie übernachteten auf dem Gelände der kath. St. Hedwigsgemeinde im Steinhuder Schlesierweg. Nach der Ankunft von Pfadis und Jupis am Samstag auf dem eigentlichen Lagerplatz bei Winzlar galt es, die Zelte aufzubauen und den Lagerplatz herzurichten. So bauten sie eine Dreibein-Kochvorrichtung über dem Lagerfeuer, eine Seilbrücke über einen Forellenteich, eine hölzerne Abwaschtisch-Kombination und für den Pfingstgottesdienst einen Altar mit großem Kreuz, an dem auch das Georgsbanner und das Jubiläumsbanner gehisst wurden.
Am Sonntag kamen auch die Wölflinge dazu. Ebenfalls kam Werner Kohrs, um mit den Stammesmitgliedern einen stimmungsvollen Lager-Pfingst-Wortgottesdienst zu feiern. Später wurden dann Würstchen am Spieß über dem Feuer gegrillt. Zu noch späterer Stunde wurden dann auch Marshmellows gegrillt, die reißenden Absatz fanden. Dagegen verfehlte Stephans Gruselgeschichte, die er später am Lagerfeuer erzählte, bei einem abgebrühten Wölfling völlig seine beabsichtige Wirkung: "Das soll eine Gruselgeschichte gewesen sein? Da hab’ ich aber schon viel schlimmere Filme gesehen!"
Ein weiteres Highlight des diesjährigen Pfingstlagers war eine nervenaufreibende Nachtwanderung. Raschelten da am Wegesrand nicht überall wilde Wildschweine? Dass die Teilnehmer letztlich keins zu Gesicht bekamen, dürften jedenfalls die wenigsten wirklich bedauert haben...
Gut, dass das wärmende Lagerfeuer als Mittelpunkt des Lagers niemals ausging! Allerdings gab es auch lehrreiche Erfahrungen am Lagerfeuer: so zum Beispiel die, dass, wenn man zu viele Cornflakes-Kartons aufs Feuer wirft, die Flammen so hoch schlagen, dass das Dreibein auch gleich Feuer fängt. Christoph dagegen machte die Erfahrung, dass man seine nassen Turnschuhe nicht zum Trocknen auf dem Dreibein aufhängen und dann weggehen sollte. Denn wenn das Feuer höher geschürt wird, kann es durchaus passieren, dass die Sohle in der Hitze platzt.
Da sechs Pfadis, zwei Jupis und zwei Wölflinge neu in den Stamm aufgenommen wurden oder in höhere Stufen wechselten, waren vor der Versprechensfeier auch jede Menge Mutproben zu bestehen: So mancher holte sich nasse Füße bei dem Versuch, den breiten Teich auf der kippeligen Seilbrücke zu überqueren. Dies ging umso besser, wenn sich mehrere Kinder gleichzeitig auf das dann stark durchhängende Seil stellten. Am meisten wurde den angehenden Pfadfindern abverlangt: sie mussten sich von den jüngeren Jungpfadfinder-Mädchen mit Lidschatten schminken lassen und anschließend durch einen nicht gerade warmen Forellenteich schwimmen. Die für Ihre Schmink-Orgien berühmt-berüchtigten ehemaligen Wölflings-Damen bestätigten auch als Jupi-Damen das uralte Vorurteil, dass Mädchen immer zusammen aufs Klo gehen - auch wenn sie sich dabei zu fünft in die enge Klo-Kohte mit der massiven Luxus-Holzklobrille und der Grube, die sie zuvor selbst ausgehoben hatten, zwängen mussten.
Leon, Jannis und Fabian verloren beim überqueren der Seilbrücke das Fußseil unter ihren Füßen und hingen dann eine Zeitlang nur noch mit den Händen am oberen Seil und mit den Beinen im Wasser. John ging gleich ganz baden, nachdem er älteren Lagerteilnehmern gegenüber ein klein wenig zu provokant gewesen war.
Auch weitere Einzelschicksale aus diesem Lager sollten nicht in Vergessenheit geraten:
Tilman zum Beispiel quälte sich eines Abends mit zweifelhaften Selbstdiagnosen: "Mir ist so schwindelig!" Gudrun: "Hast Du zu wenig getrunken?" Tilman: "Mein Zeigefinger tut so weh - ich glaube, mich hat vorhin der Mistkäfer gebissen!" Gudrun: "Mistkäfer beißen doch keinen!" Tilman: "Dann ist wohl ein Brennnesselstachel in meinen Fingernerv eingedrungen!" Die daraufhin verordneten zehn Minuten feuchter Fingerumschlag haben Tilman zwar wieder kuriert, der Mistkäfer allerdings war am nächsten Morgen tot...
Jonathan hingegen legte selbst noch im Lagerdreck Wert auf ein gepflegtes äußeres: "Papa, ich brauche ein neues blaues Halstuch - meins ist dreckig!"
Am Pfingstmontag kroch Wolfgang nach einer schlaflosen Nacht mit der Erkenntnis aus seinem Schlafsack, dass er sein Zelt nie wieder neben dem Mädchenzelt (dem sogenannten Ziegenstall) aufbauen würde. Auch für andere begann der Morgen mit überraschungen: Die Bewohnerinnen des Ziegenstalls fanden einen großen Heuhaufen im Eingangsbereich ihres Zeltes, wofür sie im Gegenzug den Eingang des Jungenzeltes zuknoteten. Auch die Wölflinge in ihren Igluzelten hatten morgens Probleme, aus ihren Zelten zu kommen: In der Nacht waren ihre Außenplanen um 180 Grad gedreht worden, so dass sich die Reißverschlüsse des Ausgangs nun auf der Zeltrückseite befanden.
Nach dem Frühstück hielt Gudrun alle mit kniffligen Aufgaben auf Trab, wobei nicht jedem klar war, was unter "Naturmaterialien" zu verstehen ist: "Baut aus hier herumliegenden Naturmaterialen eine Hütte!" Jupi: "Schnell, wo sind Hammer und Nägel?" Das Ergebnis waren jedenfalls 6 individuell gestaltete tolle Holzhütten, in die alle Erbauer (mehr oder weniger) hineinpassten. Anschließend mussten die Gruppen dann ihren Teil zum Mittagessen beitragen: Folienkartoffeln mit Kräuterquark, Nudeln und Tomatensauce, Maissauce, Obstsalat und natürlich das klassische Stockbrot (je nach Vorliebe knusprig rußig oder schonend klebrig angegrillt)
Nachmittags kehrten alle Lagerteilnehmerinnen und -teilnehmer verräuchert und müde, aber allesamt wohlbehalten nach Hause zurück. Und dass sie sogar etwas gelernt hatten, beweist nicht nur die Erkentnis eines Wölflings beim Frühstück: "Jetzt weiß ich endlich, wie meine Mutter Rührei macht!" Beim Aufräumen nach dem Lager bestätigte sich auch einmal wieder eine Stammesweisheit: Alles, was am Ende eines Lager an Klamotten übrig ist, gehört in der Regel Clara!

Ein paar Tage nach dem Pfingstlager fuhr die Roverstufe zum Flughafen Hannover-Langenhagen, um das fehlende Viertel ihrer Stufe, Daniel, nach seinem einjährigen USA-Aufenthalt wieder in Empfang zu nehmen. Was die Rover sonst noch taten? Nun, sie kochten und philosophierten über Gott und die Welt.

Jupis und Pfadis kannten auch im Sommer keine Sommerpause: die Jupis nahmen vom 11.7 bis 17. Juli am Diözesanjupilager in Almke teil, das zwar sehr regnerisch war, aber auch einige sonnige Tage und viel Spaß zu bieten hatte. Die Pfadis, die eigentlich nach Estland fahren wollten, disponierten kurzfristig um und landeten schließlich in Litauen und Polen:
Elf Pfadfinderinnen und Pfadfinder nahmen vom 23.07. bis 08.08.2004 am internationalen Sommerlager "Green Wave 2004" teil. Bei diesem Sommerunternehmen begegneten etwa 300 Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren aus Deutschland mindestens ebenso vielen Pfadfindern aus Polen, Estland, Lettland, Litauen, Weissrussland, Großbritannien und Frankreich. Indem gemeinsame Projekte durchgeführt wurden, sollten die anderen Länder und Kulturen besser kennen und verstehen gelernt werden.
Nach dem gemeinsamen Auftakt in Berlin fuhren die Pfadis in den litauischen Nationalpark Aukstaitija in der Nähe von Utena und der Hauptstadt Vilnius. Zusammen mit englischen, französischen und einheimischen Pfadfindern wollten Sie sich mit dem zusammenwachsenden Europa beschäftigen, die litauische Kultur und Natur kennenlernen und der Frage nachgehen, wie Jugendliche hier und dort leben. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Zeltlager mit ungefähr 600 Teilnehmern in der Nähe von Jaroslawiec an der polnischen Ostseeküste. Dort trafen sich die Jugendlichen, die zuvor eine Woche an 13 verschiedenen Projekten in Osteuropa teilgenommen hatten. Stephan Koch verfasste über das Lager den nachfolgenden Bericht:
"Greenwave 2004" oder "Eine Pfadfinderreise nach Osteuropa":
Große Ereignisse werfen bekanntlich ihren Schatten voraus und so war es auch hier. Nach Osteuropa sollte es gehen, mit der Pfadfinderstufe der Norddiözesen wirklich fast unbekanntes Land betreten. Nach viel Planung und Vorbereitungsstress war es dann auch für den Wunstorfer Pfaditrupp so weit. Am 23.07.2004 starteten morgens um halb zehn sechs Pfadfinder und ihre Leiter nach Berlin zum Auftaktlager aller deutschen Teilnehmer. Den Samstag mit einem Stadtspiel und Frageaktion in Berlin und abendlicher Fete erfolgreich geschafft, ging es Sonntagmittag nach frühem Zeltabbau und anschließendem Aussendungsgottesdienst zu den Bussen und damit auch zur Fahrt ins sehr weit entfernte Vilnius (Wilna) nach Litauen.
Miskas Magic Forest hieß unser Projekt und sollte uns Land und Leute näher bringen. Nach einer Bus(tor)tour von 22 Stunden kamen wir am Montagmittag (26.07.) in Vilnius an und wurden von unseren Gastgebern erst einmal zu unserem Quartier geleitet. Nach kurzem Einräumen und Frischmachen bekamen wir in einem Theatersaal eine warme Mahlzeit, lauwarm und in Plastikschalen eingeschweißt. Egal, Hauptsache etwas anderes als unsere Busverpflegung: Schwarzbrot und Käse/Wurst!
Neben unseren Gastgebern aus Vilnius und Kleipeda waren noch Pfadfinder aus England (London) Frankreich (Rennes) und Deutschland (Berlin, Gescher und Wunstorf) beteiligt; alle zusammen bildeten wir einen Gruppe von fast 80 Personen. Am Abend dann offizieller Empfang für alle in einem vegetarischen Restaurant mit kleiner Vorstellungsrunde der einzelnen Trupps. Im weiteren Verlauf wurden auch die Projektgruppen für unsere Pfadis vorgestellt (Fauna, Flora und Lebensalltag) für die sich entscheiden konnten und in denen sie dann die nächsten Tage verbringen würden. Dies hieß für uns Leiter, dass wir nun drei Tage zu unserer freien Verfügung hatten, denn die Pfadis starteten am nächsten Morgen sehr früh in ihre Projekte. Also schnell ein eigenes Programm auf die Beine gestellt.
Nach drei Tagen trafen alle Gruppen an einem großen See zum gemeinsamen Lager wieder zusammen, die Kids blieben jedoch in ihren Projektgruppen zusammen. Weitere drei Tage für uns Leiter ohne Kids! Jede Projektgruppe stellte dann ihr Projekt vor, das sie während der dreitägigen Wanderung erarbeitet hatte. Das gesamte Projekt endete für alle mit olympischen Spielen und einem Survivalparcours. Waren die Leiter bei den Spielen noch die Sieger, hatten sie beim Survival das Nachsehen, denn keine Gruppe brauchte drei Streichhölzer zum Feuer anzünden und so lang zum Durchbrennen eines Bindfadens wie die Leiter.
Mit einer wunderschönen Abschlussfeier und einem eigenen Lied von unserem Camp ging es dann am 31.07. wieder zurück nach Vilnius. Hier angekommen bestand für die Kids die Möglichkeit, bei einer Gastfamilie zu übernachten, von der auch Gebrauch gemacht wurde. Am Sonntag war dann Ausruhen angesagt oder es wurden kleinere Besichtigungstouren unternommen.
Montagmorgen ging es dann mit allen Teilnehmern im Bus nach Polen zum Abschlusslager an die Ostsee. Mit nicht gerade Vertrauen erweckenden Reifen und trotz neuer Bremsen am Bus legten wir kurz hinter der polnischen Grenze eine Zwangspause ein, weil wir Deutschen den Bremsen (ein Reifen war heiß und die Bremse qualmte sehr stark) nicht mehr vertrauten. In einer Buswerkstatt wurde uns dann aber versichert, dass die Bremsen tatsächlich neu seien, und so machten wir uns beruhigt auf unsere Weiterfahrt. Statt abends um acht kamen wir aber erst nachts um 2 Uhr am polnischen Zeltplatz an, wo uns noch ein kleiner Imbiss und dann endlich ein Schlafplatz erwartete.
Am nächsten Morgen und nach kurzer Nacht wurde dann der Zeltplatz und die nähere Umgebung besichtigt: Nur 50 m bis zur Ostsee, super !!! Dazu noch strahlender Sonnenschein, besser konnte es nicht gehen.
Nach und nach trudelten dann auch die anderen Projektgruppen aus Litauen, Polen, Lettland und Weißrussland ein und von allen Seiten wurde nach dem Erfolg der Projekte gefragt und erzählt. Neben dem offiziellen Programm, Eröffnungsfeier mit Flaggen hissen, Vorstellung der Projekte und Begrüßung örtlicher und pfadfinderischer Prominenz, blieb genügend Zeit zu baden, zu entspannen und mit anderen zu quatschen. Leider mußten wir in der Nacht zum Samstag nach der Abschlussparty schon unsere litauischen Gastgeber und die englischen Pfadfinder verabschieden, da sie nach Vilnius zurück fahren mußten. Die Nacht haben wir dann in unsere Schlafsäcken am Strand verbracht.
Am nächsten Morgen in aller Frühe brachen dann unsere Franzosen ebenfalls auf. So blieben nur noch die deutschen Stämme von unserem Projekt übrig. Nach der offiziellen Abschlussfeier haben auch wir dann unsere Sachen gepackt, da es für uns um 22 Uhr ebenfalls losgehen sollte. Diesmal klappte auch alles sehr zeitgerecht und die Busfahrt war auch schneller, als wir bislang gewohnt waren, so dass wir statt zwischen 6 und 9 Uhr schon um 5 Uhr in Berlin waren. Frühstück gab es jedoch erst ab 6 Uhr. Nach ausgiebigem Frühstück, Reste aus der Busverpflegung und frischen Berliner Schrippen, hieß es dann warten bis auch wir um 15 Uhr mit dem Zug gen Heimat starten konnten.
Als Fazit können wir nun sagen: Litauer sind echt super nette Leute, aber es gibt dort Milliarden von Mücken. In Polen an der Küste sind es nicht annähernd so viele. Nach vierzehn Tagen unterhält man sich selbst mit Deutschen auf englisch und wir würden es wieder wagen, bei einer solchen Aktion dabei zu sein!

Der nachfolgende Bericht von Florian Soot wurde sogar in der Leinezeitung veröffentlicht:
"Mit "Green Wave" zum "Miskas Magic". Wunstorfer Georgspfadfinder erkunden Osteuropa.
"Ab in den Osten", das war das Motto der diesjährigen Sommeraktion der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) an der 286 Pfadfinder und Pfadfinderinnen im Alter von 14 bis 16 Jahre aus ganz Norddeutschland teilnahmen. Das Unternehmen mit dem Titel "GREEN WAVE" startete am Freitag 23. Juli mit einer bunten Auftaktveranstaltung in Berlin. Während der folgenden zwei Tage erkundeten die Pfadis (kurz für Pfadfinderstufe) die Hauptstadt und lernten sich dabei untereinander näher kennen. Nach einem Aussendungsgottesdienst machten sich die Jugendlichen, aufgeteilt in zehn Projektgruppen, auf den Weg nach Polen, Litauen, Lettland und Weißrussland. Die neun Pfadfinder vom Stamm St. Bonifatius Wunstorf erreichten nach einer 22stündigen Abenteuerreise mit dem Bus die Hauptstadt Litauens- Vilnius. Hier wartete das Projekt "Miskas Magic", welches übersetzt "Magischer Wald" bedeutet. Gemeinsam mit Pfadfindergruppen aus Litauen, England und Frankreich begaben sich die Pfadis in kleinen internationalen Gruppen von bis zu 11 Personen auf eine dreitägige Wanderung. Die Jugendlichen erforschten die Kultur und Architektur des Landes und beschäftigten sich intensiv mit der Tier- und Pflanzenwelt. Besonders beeindruckt zeigten sich die Pfadis von den vorgefundenen einfachen Lebensverhältnissen der litauischen Landbevölkerung.
Am Donnerstag, den 29. Juli trafen sich alle Gruppen im Aukstaitijos Nationalpark, um die Ergebnisse ihrer Arbeit vorzustellen. In den folgenden drei Tagen lernten die deutschen Pfadfinder die litauische Zeltlagerkultur kennen. Schnell hatte man sich an Trillerpfeife, Frühsport und Morgenappell gewöhnt. Das Schwimmen im angrenzenden See, ein Sporttag und ein überlebenstraining sorgten für viel Spaß und Abenteuer im Lager. Am gemütlichen Lagerfeuer wurden gesungen, getanzt und viel gelacht und somit die internationalen Beziehungen vertieft.
Zurück in Vilnius, bekamen die Pfadfinder und Pfadfinderinnen aus Deutschland die Möglichkeit sich in einer Gastfamilie zu erholen und die litauischen Lebensverhältnisse außerhalb des Pfadfinderlebens kennen zu lernen.
Am Dienstag, den 12. Juli ging es dann zum großen Abschlusslager nach Jaroslawiec in Polen. Hier versammelten sich zirka 700 Pfadfinder aus 10 Nationen. Der Lagerplatz, der sich in unmittelbarer Nähe zur Ostsee befand, bot Möglichkeiten für zahlreiche Aktivitäten. Das Angebot reichte dabei vom Schwimmen und Sonnen bis hin zum Klettern und Tanzen.
Erschöpft aber mit vielen Erfahrungen und Erlebnis kehrte die Wunstorfer Pfadfindergruppe am Sonntag, den 08. August von Jaroslawiec über Berlin nach Wunstorf zurück. "Ein voller Erfolg" wie Jan Herbers (15) aus Wunstorf meint."

Von der Feier einer Doppelhochzeit im Hannoverbezirk handelt der folgende Bericht von Stephan Koch:
"Großer Bahnhof und viel Aufregung und Arbeit für den hannoverschen Bezirksvorstand der Pfadfinder stand am Samstag den 14.08.2004 auf dem Programm - mit von der Partie waren auch einige Mitglieder unseres Stammes.
Um 14 Uhr wollten die Bezirksvorsitzende Christiane Hülsbusch und der Bezirksvorsitzende Ahrne Lütje ihren Partnern das Ja-Wort in der Neustädter Kirche geben. Doch bevor es dazu kommen konnte, mussten beide Brautpaare vor der geöffneten Kirchentür warten, denn der geistliche Beistand, den sich Brautpaare und der Bezirkskurat Christoph Lindner für die Trauung erbeten hatten, ließ auf sich warten. Günter Birken, Freund der Paare und Kurat auf Diözesanebene, kam 15 Minuten zu spät. Noch halb im Auto sitzend zog sich Günter schnell an, um die Trauung mitzugestalten. Mit Bannerabordnungen fast aller hannoverschen Stämme konnte dann eine sehr schöne Hochzeitsmesse gefeiert werden.
Mit den besten Glückwünschen ging es im Anschluss zurück in die Wedemark zur gemeinsamen Feier. Nach Aussagen von Beteiligten wurde es sehr spät und manch einer stellte verwundert fest, welch ein Humor sich unter dem Priesterrock verbergen kann. Von dieser Stelle noch einmal herzlichen Glückwunsch an die Brautpaare." Es muss eine zutiefst ergreifende Hochzeit gewesen sein: so ergreifend, dass nicht nur der Wunstorfer Bannerträger während des Gottesdienstes umkippte, sondern bald darauf auch sein Ersatzmann...

Am 5. September fand in Luthe das traditionelle Sommerfest der Gemeinde statt. Auch die Stammesmitglieder waren dabei und boten Waffeln an. Mit von der Partie war auch die von den Rovern gebaute Schokokusswurfmaschine. Einen Einblick in das Pfadileben vermittelte eine aufgebaute Kohte mit einigen Schwedenstühlen davor.

Mit der Mini-Olympiade 2004 nahm der Stadtjugendring am 13. September die Tradition der "Spiele ohne Grenzen" aus den späten 70er Jahren wieder auf, an denen unser Stamm damals mehrfach erfolgreich teilgenommen hatte. Diesmal kämpften etwa 80 Kinder und Jugendliche um die ersten Plätze. Sieger der ersten Wunstorfer Mini-Olympiade wurde letztlich das Team "Spider Kids" vom TSV Klein Heidorn. Die sechs Mädchen im Alter von neun bis elf Jahren erkämpften sich die Goldmedaille und einen Wanderpokal. Der soll in zwei Jahren auf der nächsten Mini-Olympiade weiter gereicht werden.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer starteten morgens auf dem Pausenhof des Schulzentrums an der Aue, um sich in zwölf höchst unterschiedlichen Disziplinen zu messen. Um die Wurst ging es bei der Johanniterjugend: Wer ein im Wasser schwimmendes Würstchen ergattern wollte, musste mutig mit dem Gesicht in die Schüssel tauchen. Hier war es John???, der sich als wahres "Wurstmonster" entpuppte und seine Gruppe vor einer Blamage bewahrte. An einer anderen Station stellte der Volkstanzkreis Luthe mit einem Puzzle aus 48 Teilen Kombinationsgabe und Schnelligkeit auf die Probe.
Mit dem Rad ging es zum Jugendzentrum Bau-Hof, dem zweiten Austragungsort. Hier verlangten die Sportschützen der Bürgerkompanie Oststadt höchste Konzentration von den Olympiade-Teilnehmern. Längst nicht jedem gelang es auf Anhieb, mit dem Lasergewehr ins Schwarze zu treffen. Teamwork und Organisationstalent war dann an den beiden Stationen unseres Stammes gefordert: Aus 55 leeren 20-Liter-Kanistern mussten die Teams so schnell wie möglich eine Fünf-Stufen-Pyramide bauen und die Kanister anschließend wieder den Rodelberg hochschleppen. Gleich nebenan ging es darum, unter Anleitung der Rover möglichst schnell eine Kohte aufzubauen, in sie hineinzukriechen und sie wieder abzubauen.
Bei der Siegerehrung gab es Silbermedaillien für das Team "La Familia Johannes" von der Evangelischen Jugend St. Johannes. Die Bronzemedaille ging an das Team "Der Schnelle Blitz" vom Jugendzentrum Bau-Hof. Unseren drei teilnehmenden Gruppen machte der Tag auch großen Spaß, obwohl sie eher die hintersten Plätze belegten. Sicher ein guter Ansporn für die nächste Olympiade 2006. Und immerhin gab es hinterher noch eine Show mit den Fotos des Tages sowie ein kaltes Buffet, an dem sich alle nach dem erlebnisreichen Tag stärkten.

Bei den Wölflingen stand schon seit Jahresbeginn das spannende Thema "Detektive" auf dem Programm. Sie mussten knifflige Kriminalgeschichten lösen, legten eine Fingerabdruckkartei an, lernten, Fingerabdrücke auf Gläsern sichtbar zu machen und zu sichern und identifizierten Fußspuren im Schnee. Schnell lernten die findigen kleinen Detektive, dass sich Fingerabdrücke besonders leicht sicherstellen ließen, wenn der "übeltäter" vor seiner Tat tief in eine Tüte mit fettigen Chips gegriffen hatte. Auch bei den Nachweismethoden setzten sie - nicht uneigennützig - auf biologisch voll abbaubare Präparate: Die Fingerabdrücke ließen sich auch mit Kakaopulver wunderbar sichtbar machen. Und wenn es einmal zu großzügig eingesetzt wurde und etwas daneben ging, so fand auch dieser Rest schnell seine Liebhaber… .
Am 16. September bildete ein interessanter Besuch bei den richtigen "Profis" vom Wunstorfer Polizeirevier dann den krönenden Abschluss des spannenden Detektiv-Themas. Dort wurden die 16 Wölflinge mit ihren Leiterinnen Gudrun Herbers, Gaby Neuber und Claudia Spatz vom Kontaktbeamten Bernd Wischhöver begrüßt. Dieser führte die wissbegierigen Wölflingen durch die Wunstorfer Wache einschließlich ihrer Arrestzellen und erklärte Ihnen, wie Notrufe eingehen und wie die Alarmanlagen der Wunstorfer Banken mit der Polizei verbunden sind. Ein besonderes Augenmerk galt dem Verkehr: Bernd Wischhöver ließ sie nicht nur ins Innere eines Streifenwagens, sondern zeigte Ihnen auch auf einem Stadtplan, wo die Unfallschwerpunkte im Stadtgebiet liegen und wie mit der Laserpistole Temposünder überführt werden. Auch die Fingerabdrücke der Wölflinge wurden genommen - diesmal freilich professionell ohne Chips und Kakao. Dank des tollen Engagements Bernd Wischhövers ging dieser erlebnisreiche Nachmittag für die Wölflinge erst viel später als geplant zu Ende.
Kurz darauf zogen sie dann nach Blumenau, um im dortigen Wäldchen den dicksten Baum zu suchen. Zwar standen dort viele dicke jahrhundertealte Eichen, den wirklich dicksten Baum aber fanden sie auf einem nahen Privatgrundstück: einen etwa anderthalb Jahrhunderte alten gewaltigen amerikanischen Mammutbaum. Die Wölflinge vermaßen den Baum und schossen Beweisfotos, um ihren "Fund" zu dokumentieren. Mit diesem Beweisfoto nahmen sie an einem Wettbewerb der niedersächsischen Pfadfinderverbände auf der Suche nach dem dicksten Baum Niedersachsens teil.

Am 30. September wurde auf der Stammesversammlung der Ehrenhäuptling des Stammes Werner Kohrs als Kurat wieder mit in den Stammesvorstand gewählt.
Von einer Studientagung, an der die Pfadileiter unseres Stammes teilnahmen, handelt der nachfolgende Bericht "Feuer & Flamme" von Stephan Koch:
Am Dienstag, den 26.10.2004 traf es uns recht unvorbereitet. Eine Einladung des Pfadi-AK’s zur Studientagung vom 03.-05.11.04 flatterte ins Haus. Feuer und Flamme sollten wir sein und uns bis zum 01.11.04 anmelden. Gesagt getan und so trafen sich am Freitag Abend 10 Leiter aus Deutschland und Frankreich in Gieboldehausen, neugierig auf das was wohl kommen würde.
Nachdem wir mit vielen unterschiedlichen Tipps, Tricks und Kniffen eine Jurte geknüpft und aufgebaut hatten, ging es nach einem stärkenden Abendessen auf einen Firewalk. Ein Spaziergang in der Nacht. Erhellt allein von den mitgenommenen Teelichtern und unterlegt von Texten und Musik ging es bis zur Rhume, um dort Papierboote mit Kindergeburtstagskerzen versehen auf ihre Reise zu senden. Begleitet wurden sie von unseren Wünschen fürs Wochenende. Zurück am Haus endete der Abend im Feuerkreis in der Jurte. Wer wollte konnte es sich dann auch dort für die Nacht bequem machen, was auch von einigen genutzt wurde.
Nach dem Weckruf durch das Büro ging es zum leckeren Frühstück und in entspannter Atmosphäre sprengten die nebenbei geführten Gespräche erstmals den Zeitplan. Im sich anschließenden Gesprächskreis konnte jeder auf einen Holzscheit aufschreiben wofür er zur Zeit Feuer und Flamme war und stellte dies dann auch kurz vor. Die Holzscheite sammelten sich dann in der Mitte zu einem beachtlichen Lagerfeuer. Darüber hinaus sammelten wir dann noch die Themen für die unsere Pfadfinder Feuer und Flamme sind. Einiges deckte sich naturgemäß, es ergaben sich jedoch auch große Unterschiede. Nach der Mittagspause und mit dem Kaffee saßen wir dann einem richtigen Feuerakrobaten gegenüber, der uns ein wenig in den akrobatischen Umgang mit dem Feuer einweihen wollte. Christian, so hieß dieser Mensch, führte uns mit ruhiger Hand in die Geheimnisse des Feuerschluckens und Feuerspuckens ein. Gerade durch sein ruhige und unspektakuläre Art ging mancher über Grenzen hinaus, die für ihn vorher eine Betonwand gewesen wären. Zum Schluß hatte ein jeder seine eigene Ausrüstung zum Feuerschlucken gebastelt und dies auch selbst ausprobiert. Unter den wachsamen Augen des Gieboldehausener Hausverwalters Bernward und seiner Frau zeigte Christian uns dann noch die Wirkungsweise von Bärlapp-Sporen mit denen man hervorragende Effekte erzielen kann. Vor dem Haus konnten wir dann die Wirkungsweise der Sporen weiter testen und fulminante Feuerfontänen entstanden. Das es mittlerweile dunkel geworden war, hat uns Christian noch eines seiner Showelemente mit den so genannten Poischwingen gezeigt. Ein sehr eindrucksvolles aber auch kräftezehrendes Schauspiel!
Den Abend beschloß ein gemeinsames Kochen eines Sieben-Gänge-Menues, das wegen wiederholter Zeitüberschreitung mit etwas Verspätung begann. Anregende Gespräche und eine Spielrunde ließen den Abend erst weit nach Mitternacht ausklingen. Nach einem ausgiebigen Frühstück, was mal wieder den zeitlichen Rahmen sprengte, wurde der Gottesdienst vorbereitet und gefeiert und anschließend Reflexion über das Wochenende gehalten. Allen hat es ausnahmslos gut gefallen und wir haben viel Neues für unsere Arbeit mit den Trupps mitnehmen können. Nicht nur was man mit Feuer so alles sinnvolles anstellen, sondern auch was mit Willen alles erreicht werden kann.

Die Jupis bauten Seifenkisten, machten im Herbst eine Blätterschlacht, bauten Schwedenstühle, kochten und buken. Zum Martinstag am 11.11. gab es nach vielen Jahren wieder einen großen ökumenischen Martinsumzug zusammen mit der Stiftkirchengemeinde. Er begann mit einem Martinsspiel in der Stiftskirche. Dann ging es nach draußen und durch die Stadt. Während die jüngeren in den Truppstunden Laternen gebastelt hatten, eskortierten die älteren den Zug mit Fackeln. Am Ende gab es dann vor der Marktkirche Brötchen für alle Teilnehmer. Für viel Aufregung und eine Suchaktion sorgte dabei Hagen, der nach der Kirche zusammen mit seinen Eltern unbemerkt nach Hause gegangen war.

Bei den Wölflingen stand am 19. November wieder die traditionelle lange Wölflingsnacht auf dem Programm. Sie begann für die neun erwartungsvollen Kinder und ihre drei Leiterinnen um 17.00 Uhr mit gemeinsamen Waffelbacken und derem Verzehr. Derart gestärkt, starteten sie zu einer Nachtwanderung. Darauf hatten die Rover nur gewartet und überfielen sie mit Gruselmasken verkleidet am Agnes-Miegel-Stein. Doch weitgehend unerschrocken gingen die "abgebrühten" Wölflinge weiter zu den Auewiesen, um dort Gespensterpacken zu spielen. Als unmöglich erwies es sich, zwei im Gras versteckte laut tickende Wecker an ihrem Geräusch zu finden - der Wunstorfer Verkehrslärm war hierfür auch abends noch zu stark.
Wieder in den Pfadikeller zurückgekehrt, ging das Licht nicht an. Im Dunkeln stießen sie im Gruppenraum auf einen Galgen, unter dem ein Kopf und ein blutverschmiertes Beil lagen. So war es den Rovern doch noch gelungen, Betroffenheit zu erzeugen - bis der deutlich erleichterte Ruf ertönte: "Das ist ja alles nur Ketchup!" Schließlich fanden sie auch die "übeltäter": Die Rover hatten sich bei Kerzenschein in der Küche eingeschlossen und die restlichen Waffeln vertilgt.
Nachdem die Wölflinge beim Tauziehen ihre Kräfte gemessen hatten, machten sie sich daran, Spaghetti zu kochen und Pizza zu machen. Da jeder das für die Pizza vorbereitete, was er besonders mochte, war am Schluss auf der dampfenden Pizza auch für jeden etwas dabei. Nach dem Essen wurde nebenan im Turmraum des Kindergartens wild herumgetobt und "Monsterball" gespielt, bis die Fensterscheiben vom vielen Schweiß beschlugen. Weil es draußen stürmte und Schnee regnete, wurden Marshmellows im Keller über einem Gaskocher gegrillt. Anschließend wurden sehr lange Zeit Detektivgeschichten vorgelesen. Um 0.30 Uhr zogen sechs mutige Wölflinge im Regen noch einmal nach draußen. Obwohl sie auch vor dunkleren Ecken nicht zurückschreckten, hatten die Rover wohl inzwischen etwas anderes zu tun und ließen die Nachtwanderer in Frieden.
Nach der Rückkehr wurde noch stundenlang gespielt und Detektivgeschichten laut vorgelesen, denn dieses Jahr hatten sich die Wölflinge vorgenommen, wirklich durchzumachen und nicht wieder gegen 5.30 Uhr doch einzuschlafen. Einige behaupteten, sie hätten tatsächlich die Nacht durchgemacht. Die übrigen, die erst gegen 7.30 Uhr aufwachten, konnten ihnen jedenfalls nicht das Gegenteil beweisen.
Nach einem gemeinsamen Lied frühstückten die Wölflinge zusammen und spielten dann noch in der Turnhalle, bis sie schließlich ihre Siebensachen zusammenpacken und aufräumen mussten. Nach einer durchweg positiven Reflexion kamen schließlich um 10.00 Uhr die Eltern und holten ihre müden Wölflinge nach Hause ab. Immer mit dabei gewesen bei der Wölflingsnacht war auch Kim, ein Plüsch-Elch von den bolivianischen Pfadfindern, der ein paar Monate lang zu Gast der Wunstorfer Wölflinge gewesen war.

Ebenfalls im November wurde einer der Gründer unseres Stammes, der Leiter des Regensburger Ostkirchlichen Instituts Prälat Dr. Dr. h.c. Nikolaus Wyrwoll, mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt - wenn auch nicht für sein Engagement für unseren Stamm, sondern allgemein für seine Verdienste um die Verständigung und Versöhnung zwischen Menschen, Völkern und Kirchen.
Die Pfadistufe beschäftigte sich bis zum Jahresende weiter mit Theorie und Praxis von Pfadfindertechniken, baute Schwedenstühle, veranstaltete dazwischen Kochaktionen oder Spieleabende und plante schließlich eine gemeinsame Sylvesterparty.
In der Adventszeit regte im Schaukasten vor der Bonifatiuskirche ein von allen Stufen gemeinsam gestaltetes Plakat dazu an, sich über die Adventsthemen "Frieden" und "Licht" Gedanken zu machen.
Am dritten Adventssonntag kam dann wieder das Friedenslicht über Wien aus Bethlehem, und zahlreiche Stammesmitglieder holten es aus Hildesheim ab. In der folgenden Woche wurde es dann in der Stadt verteilt: Die Jupis brachten es in drei Altenheime sowie die Altenwohnungen, in die Kirche von Hohnhorst und zum evangelischen Pfarrer von Idensen, die Wölflinge zu Polizei und Feuerwehr. Da es sehr stürmisch war, konnten sie die empfindliche Flamme nur in einer ihrer Laternen sicher durchbringen - aber ein Licht reicht ja auch aus, um in einem windgeschützten Gebäude wieder viele neue Flammen zu entzünden.
Am vierten Adventssonntag hatte dann Werner Kohrs seine "Feuertaufe" als neuer Stammeskurat: Mit Halstuch und Kuratenkreuz ausgestattet zelebrierte er zusammen mit Pfarrer Niedorny einen von den Stammesmitgliedern vorbereiteten Gottesdienst, bei dem sich alles um das Licht als Symbol des Friedens drehte. Lediglich zu Beginn des Gottesdienstes zeigte sich das Friedenslicht von seiner tückischen Seite: Während die Gemeinde schon "Wir sagen Euch an, den lieben Advent: Sehet die zweite Kerze brennt!" sang, brannte nicht einmal die erste am großen Adventskranz. Erst als Christoph Stünkel und Stephan Koch kurzerhand eine Leiter holten, gelang es den beiden, bis zur vierten Strophe des Liedes doch alle vier Kerzen zu entzünden. Am selben Morgen schon hatten Stammesmitglieder das Friedenslicht auch in die Steinhuder St.-Hedwigs-Gemeinde gebracht.

Ein besonderes Weihnachtsgeschenk machte die Stadtsparkasse Wunstorf dem Stamm: Mit der großzügigen Spende von 450,- Euro schloss sie die Finanzlücke, die noch fehlte, um den im Jubiläumsjahr begonnenen Austausch der alten, aus den 1950er Jahren stammenden Kohten durch neue zu beenden.
Der Stamm zählte zum Jahresende 39 männliche und 14 weibliche Mitglieder. Von diesen 53 waren 9 "hauptamtliche" Leiter/Vorstände und drei mitleitende Rover.