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Stamm St. Bonifatius Wunstorf
aktuelle Fassung vom 11.03.2004

Das Jahr 2003 begann mit einer Aktion der Pfadfinderstufe, zu der Stephan Koch den nachfolgenden Bericht “Pfadis aus dem Hannoverbezirk fahren mit ihren Leitern Schlitten” verfasste: Am 11.01.2003 war es endlich soweit. Es lag Schnee im Harz und die Pfadfinderstufe vom Hannoverbezirk wollte sich endlich mal im Schnee austoben. Nach einer verpassten Autobahnabfahrt und einer landschaftlich reizvollen Strecke waren wir endlich im Harz angekommen und wollten uns in Braunlage auf die Rodelpiste am Wurmberg stürzen. Das hat dann auch tatsächlich bei einer Leiterin gleich zwei Mal geklappt, so dass wir den Warnungen der anderen Besucher Glauben schenkten und uns eine andere Strecke suchten. Nach einer schönen Fahrt über den verschneiten Hochharz mit herrlichem Weitblick bei strahlendem Sonnenschein fanden wir dann eine Piste, die für jeden Geschmack etwa bot. Von der steilen Buckelpiste über scheinbar leichte Abfahrten, die dann kurzzeitig einen fast 90°-Grad Knick machten bis zu seichten Abrutsche war alles dabei. Da die Rodelbahn unter dem frischen Neuschnee leider vereist war, ging es manchmal schneller den Berg runter als es derjenige wollte. Es kam, was kommen musste: Timos Schlitten war leider den Belastungen der vielen fiesen Bodenwellen nicht mehr gewachsen und brach einfach unter ihm durch.

Zum Schluss gab es dann noch warmen Kakao für alle, ein Topf sogar ganz traditionell über einem Lagerfeuer erwärmt, aber die Gaskocher haben auch ihre Arbeit gut verrichtet. Und so ging es dann am frühen Nachmittag wieder heimwärts.

Leider konnten an dem Tag nicht sehr viele Stämme aus dem Bezirk. Zum einen lag es an der kurzen Einladung, aber auch an den gerade erst abgelaufen Weihnachtsferien, wodurch einige Trupps sich noch gar nicht getroffen hatten. Eines ist aber klar geworden: ES GIBT EIN NÄCHSTES MAL.

In den folgenden Wochen stand bei den Pfadis Knotenkunde und die Vorbereitung des Pfingstlagers auf dem Programm. Auch die Jupis beschäftigten sich längere Zeit mit Pfadfindertechniken.

Auf Stammesebene begann 2003 mit einer gemeinsamen Faschingsparty auf der Piste. Ein guter Kompromiss zu der Frage, ob am 22. Februar wieder eine gemeinsame Faschingsfeier oder eine gemeinsame Rodelaktion stattfinden sollte. So brachen Samstagmorgen knapp 30 Stammesmitglieder aller Altersstufen mit zwei Bullis und drei PKWs verkleidet in den Harz auf. Keine zwei Stunden später tummelten sich kleine und große Clowns, Zauberer etc. am Rodelhang und hatten viel Spaß auf ihren Schlitten und dem stammeseigenen “Schneemobil” − einem umgebauten Klapprad mit Skikufen statt Rädern. Besonders einige fiese, nur spät sichtbare Buckel im unteren Drittel des Hanges hatten es in sich und brachten so manchem das Fliegen bei und veranlassten ihn nach der unsanften Landung zur tagelangen Suche nach einer möglichst schmerzfreien Sitzposition. Zwischendurch gab es Popcorn, Zitronentee und heißen Kakao. Zum Aufwärmen wäre letzterer allerdings nicht notwendig gewesen, denn wer nach kurzer Fahrt über die Piste immer wieder minutenlang seinen Schlitten den Berghang hochzieht oder sich in Schneeballschlachten tummelt, friert ohnehin nicht. Obendrein ragten die Harzer Gipfel an jenem Tag aus dem in Hochnebel gehüllten trüben Norddeutschland hinaus und sorgten so für strahlenden Sonnenschein und Temperaturen leicht über Null Grad. Auch wenn der eine oder andere Schlitten schon mal auf der Buckelpiste umkippte, kehrten alle Stammesmitglieder gegen Abend wohlbehalten nach Wunstorf zurück.

Bei den Wölflingen stand 2003 zunächst das Thema “Indianer” auf dem Programm. Außerdem wurde noch ein 5 Minuten langer Videofilm für die bundesweite Aktion “up-date” der DPSG gedreht.

Am Samstag, dem 22. März trafen sich alle Stufen des Stammes, um die um 15.00 Uhr beginnende Stammesversammlung vorzubereiten und zuvor gemeinsam Mittag zu essen. Die Vorspeise lieferten die Jupis: Gemischter Salat mit drei grob gewürfelten Knoblauchknollen (wer sie nicht mochte, konnte sie so gut raussortieren − wer sie drin ließ, musste aufpassen, dass er sie nicht zerbiss). Das Hauptgericht hatten die Pfadis zubereitet: Nudeln mit zwei verschiedenen Saucen. Hierbei bestätigte sich die alte Weisheit, nur jemanden das Essen würzen zu lassen, der auch hinterher noch zum Essen da ist. Vorher hatte Susanne wahrlich nicht mit Pfeffer gegeizt (“der ist so alt, der kann gar nicht mehr scharf sein!”). Auf der Stammesversammlung selbst füllten an die 40 Kinder, Leiter und Eltern fast den gesamten Keller. Besonders gut gelungen war eine “Zeitreise” der Jupis, mit der sie ihre zahlreichen Aktionen des vergangenen Jahres wieder aufleben ließen.

Die Wölflinge kamen am 3. April auf ihrem ersten Hike an der Aue entlang bis zum Galgenberg nach Liethe.

Ostersamstag trafen sich alle Stammesmitglieder, die nicht gerade im Osterurlaub waren, gegen 13.00 Uhr hinter der Nr. 15, um ein 14 kg schweres neuseeländisches Lamm am Spieß über einem großen Feuer zu braten. Der Nachmittag verging mit Holz sägen, Kuchen und Stockbrot essen, kokeln, scherzen und ständig an der Kurbel drehen, damit nichts anbrannte. Für die um 21.00 Uhr beginnende Osternacht schichteten die Jupis auf einem Feuerblech auf dem Parkplatz kunstvoll einen Lattenstapel auf, den Florian zu Beginn der Messfeier anzündete und der nach einigen bangen Minuten schließlich lichterloh brannte. Zum Ende der Ostermesse versammelte sich dann Groß und Klein in der Küche der Nr. 15 und davor, um das Lamm zu zerlegen und zusammen mit Krautsalat für 3 € an die Gemeindemitglieder zu verkaufen.

Da das Pfingstlager auch in diesem Jahr wieder den Höhepunkt des Pfadfinderjahres darstellte, sei im Folgenden etwas ausführlicher darüber berichtet:

Auf den Spuren der Weserindianer: Pfingstlager der Wölflinge und Jupis 6.-9.6.2003 in Holzminden

Am Freitagnachmittag gegen 15.30 Uhr trafen sich 11 Wölflinge mit ihren Leiterinnen Gudrun Herbers, Claudia Spatz und Gaby Neuber sowie 8 Jupis mit ihrem Leiter (und dem Hauptorganisator des Lagers),Wolfgang Soot und den Stammesvorständen Carsten Elsner und Dirk Neuber am Pfadfinderkeller. Dank Krautwalds Bulli und Meiers Minivan konnten alle Teilnehmer zwischen Kisten, Schlafsäcken und Zelten in den Fahrzeugen verstaut und sicher zum Standortübungsplatz des Holzmindener Pionierbataillons gefahren werden. “Auf den Spuren der Weserindianer” sollte in den folgenden Tagen gewandelt werden.

Dort hatte Bernhard Hadamke bereits gründlich vorgesorgt und ein großes Mannschaftszelt aufgebaut und die Kühlschränke bis zum überquellen gefüllt. Unter seiner Anleitung konnte eine Feldwaschanlage mit etwa zwei Dutzend Wasserhähnen aufgebaut werden, an der sich während des Verlaufs des Lagers zwar kaum jemand richtig gewaschen hat, die aber zum Zentrum zahlreicher Wasserschlachten werden sollte. Als besonderen Luxus konnte ein nahegelegenes Sanitärgebäude mit warmen Wasser, Duschen und richtigen Wasserklosetts statt Donnerbalken genutzt werden.

In einem Halbkreis um Theke und Bierzeltgarnituren wurden neben dem Mannschaftszelt sechs weitere Zelte und eine Kohte errichtet. Eine zweite Kohte bauten die Jupis selbst auf − allerdings mussten sie sie dreimal wieder niederreißen, bevor sie endlich ordentlich stand.

Obwohl Florian Soot sein Besteck noch nicht gefunden und Nicolai Petersen seinen großen Rollkoffer noch nicht ausgeräumt hatte, gab es um 21.40 Uhr ein kaltes Buffet mit allerlei Leckereien, die jeder mitgebracht hatte und auf der großen Theke ausbreitete.

Im letzten Tageslicht fiel dann den vier Wölflingsmädchen, die schon die muffige Zeltluft und das Fehlen von Raumspray bemängelt hatten, auf, dass sich Ihr Zelt nicht hermetisch abschließen lässt und Untiere wie etwa Füchse dort eindringen könnten. Nach langen Bitten ließ sich ihr Leitungsteam schließlich dazu “erweichen”, das enge Hauszelt zu räumen und sich im mehr als doppelt so großen Rundzelt auszubreiten. Kurz vor 23.00 Uhr gelang es schließlich den Jupis, das Lagerfeuer anzubekommen. Die folgende Zeit wurde rund ums Feuer gesessen. Bis kurz vor 3 Uhr hielten noch einige unermüdliche Wölflinge in mehreren Schichten Feuerwache.

Nachdem Florian Soot um 7.00 Uhr auch die letzten Nachteulen mit seiner Signaltrompete aus ihren Träumen gepustet hatte, erwachte das Lager endgültig wieder zum Leben. Eine Stunde später konnten bei der Morgenrunde rund um den Bannermast einige Holzmindener Wölflinge und Jupis mit ihren beiden Leiterinnen begrüßt werden. Die Wunstorfer Wölflinge sangen dazu ihr Grummellied. Das gemeinsame Frühstück (mit Brötchen) wurde auch dazu genutzt, sich Lunchpakete für den Tag zu schmieren.

Schließlich ging es zum übungslatz an der Weser wo jeder Teilnehmer Schwimmweste und Paddel erhielt und drei Bundeswehrschlauchboote startklar gemacht wurden. Begleitet von Bernhard mit einem immer wieder für hohe Wellen sorgenden Motorboot ging es dann Weser abwärts. Das Paddeln in praller Sonne und großer Hitze war für alle kleinen Weserindianer eine ziemliche Herausforderung, und oft kam das Ufer in bedrohliche Nähe. Eigentlich waren sie eher Weserpiraten, denn fast immer, wenn sich zwei Boote zu nahe kamen, wurde mit allem gespritzt, was zum Spritzen geeignet war. Eine nette Erfrischung. Allerdings waren viele auch schon vorher nass − von ihrem Schweiß. Und viele, die nass wurden, wurden dies nicht durch gegnerische Boote, sondern durch das Unwort des Jahres: “friendly fire” ihrer nicht immer zielgenau spritzenden Mannschaftskameraden. Schließlich wurde am Ufer angelegt, um die mitgebrachten Lunchpakete im Schatten einiger Bäume zu verspeisen und viel zu trinken. Auf der Weiterfahrt galt es für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer, eine außergewöhnliche Mutprobe zu bestehen: auf einer wackelnden Holzplanke von einem Boot zum anderen zu balancieren. Selbst die kleinsten schafften es, unversehrt hinüber zu kommen. Eine große Herausforderung war noch das Passieren der Weserfähre bei Polle, die ständig von Ufer zu Ufer wechselte und nur wenige Lücken ließ, um an ihr vorbei zu kommen. Gegen Ende der Fahrt nutzten viele Teilnehmer noch die Gelegenheit, sich beim Schwimmen neben ihren Booten zu erfrischen oder eine richtige “Spritztour” mit dem Motorboot zu unternehmen. Dauerhaft sauber wurden dadurch nicht alle Schwimmer, denn als die Tour gegen 15.45 Uhr bei Reileifzen endete, rutschte so mancher auf dem glitschigen Schlammboden der Anlegestelle aus. Die Schlauchboote wurden gereinigt, abgebaut und auf einen Anhänger verlanden. Die etwa 15 minütige Rückfahrt nutzte so mancher Teilnehmer für einen kurzen Tiefschlaf. Es bestand wohl diesbezüglich einiger Nachholbedarf...

Gegen 17.00 Uhr kehrten die letzten Teilnehmer zum Lagerplatz zurück. Dort hatten in der Zwischenzeit Krähen sämtliche Müllbeutel zerrissen und ihren Inhalt über den Platz verteilt. Allerdings: Auch im Jungenzelt der Wölflingsstufe konnte man inzwischen leicht über eine chaotische Mischung aus Kleidungsstücken und Süßigkeitenverpackungen stolpern. Darauf angesprochen, stellten die Wölflinge die Theorie auf, es müsse wohl ein Dachs ihr Zelt verwüstet haben...

Bald nach der Ankunft begannen die Wölflinge, Stockbrotteig zu kneten und Stockbrote zu backen. Derart gestärkt, kam es zur ersten größeren Wasserschlacht des Lagers. Die Jupis dagegen schwärmten aus, um auf dem weiten Gelände junge Brennnesselblätter für ihre 3-knollige Knoblauch-Brennnesselsuppe zu ernten. Zum Abendessen gab es sie zusammen mit von den Holzmindenern organisierten Salaten und über dem Lagerfeuer in Alufolie gegrilltem Toastbrot mit Knoblauchbutter und schwarzer Kruste.

Nach dem Abwasch standen vier weitere Mutproben an, denn Claudia, Gudrun, Gaby und Wolfgang waren nicht über die Holzplanke balanciert, hatten aber auch noch keinen Totem verliehen bekommen. Claudia und Gudrun bekamen die Aufgabe, eine Kohte aufzubauen − eine ziemliche Herausforderung, wenn man sich noch nie damit beschäftigt hat. Dass sie ihre Aufgabe mit Bravour erledigten, hatten sie nicht zuletzt der tatkräftigen Mithilfe einiger Wölflinge und Jupis zu verdanken. Nur die Lage der Kohte war etwas ungewöhnlich gewählt: Sie hängten sie an einem Ast auf, der über einem Erdwall wuchs. So wies der Zeltboden eine Neigung von an die 45 Grad auf, und man hätte darin fast im Stehen schlafen müssen.

Wolfgang musste es schaffen, alle Lagerteilnehmer fünf Minuten lang zum Sport zu animieren. So hetzte bald die ganze Horde von einer Zeltplatzecke zur nächsten, um sich zwischendurch bei “Gib den Schuh herum” und “Laurentia” − so gut es eben ging − zu verschnaufen. Gut kam auch das “Doppelkäferlaufen” an, denn dabei mussten sich immer nur zwei verrenken, während die anderen im Kreis drumherum standen und sie anfeuerten. Die eindeutig “coolste” Mutprobe hatte Gaby zu bewältigen: Sie bekam einen leeren Eimer und die Augen verbunden. Nun sollten ihre Wölflinge sie durch Zurufen in den Strahl einer Kübelspritze dirigieren, mit dem sie den Eimer füllen musste. Als dies zu lange dauerte, griff Feuerwehrprofi Jonathan zum direkt vom Hydranten gespeisten Strahlrohr. Nun bekam sie mehr von dem kalten Wasser ab als der Eimer, aber irgendwann war er dann doch voll.

Mit der Dämmerung nahte auch schon die geplante Versprechensfeier. Zuvor aber hatten die Jupis Jessica und Marcel und die Wölflinge Daniel und Jonathan noch bei vier in den Ecken des Platzes mit Fackeln postierten Leitern mit eigenen Worten darzulegen, was unter so abstrakten Leitlinien wie “Leben in Hoffnung, Wahrheit, Freiheit und tätiger Solidarität” zu verstehen sei. So zeigten sie, dass sie es verstanden hatten und erhielten bald darauf am Lagerfeuer ihre Halstücher. Dann erhielten alle Jupis und die genannten vier Leiter ihre Totems verliehen. Dabei mussten sie jeweils auf einem Bein um das Feuer hüpfen, wobei so mancher ins Straucheln geriet. Dies galt um so mehr, weil der letzte, vom Hüpfen befreiende Schakaaaaaaal-Ruf generell so lange dauert, bis alle − auch Carsten − ihren Totemnamen in die Runde gerufen haben.

Erst um Mitternacht startete dann unter Wolfgangs Leitung eine Nachtwanderung, um den Geräuschen des nahen Waldes zu lauschen. Zeigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst noch abgebrüht und diskutierten beim ersten Rascheln am Wegesrand, ob es nun Hirsch oder Reh sei, machte sich immer mehr Panik breit, an umso mehr raschelnden Stellen sie vorbei kamen. War da gar ein wildes Wildschwein im Gebüsch? Als es dann noch an einem Holzstapel vorbei ging, auf dem irgend etwas von oben herab raschelte, und niemand eine Taschenlampe dabei hatte, um es anzuleuchten, brach das große Rennen aus. Kein Wunder, denn wer will in solch einer Situation schon letzter sein? Nach dieser Aufregung wurde die Erklärung, dass Bernhard all die Tiere imitiert hatte, mit großer Erleichterung aufgenommen, und bis man gegen 1 Uhr wieder auf den Zeltplatz zurückkehrte, wurde glücklicher Weise kein weiteres “Tier” mehr gehört. Bald darauf war alles am Schlafen, und auch Nicolai kehrte bereits nach wenigen Minuten wieder aus dem Wölflingszelt zurück, weil die Zuhörerinnen seiner Gute-Nacht-Geschichte sehr rasch vom Schlaf übermannt worden waren.

Der Sonntagmorgen begann um 7.15 Uhr mit Florians Trompetensolo, einer Morgenrunde mit Lied und Gebet und der Frage, wer seine Unterhose unter dem altehrwürdigen Lilienbanner am Bannermast zum Trocknen aufgehängt hatte. Nach dem Frühstück ging es mit Autos in die Stadt und zu Fuß zum Marktlatz, wo um 10.00 Uhr ein ökumenischer Pfingstgottesdienst aller Holzmindener Gemeinden begann. Im Anschluss daran wurde Duftöl nach biblischer Rezeptur verteilt und einem ausländischen Mitbürger eine Freude bereitet: der italienische Eisverkäufer gewährte freudig Mengenrabatt, als er 28 Eis verkaufen konnte.

Bei der Rückkehr zum Zeltplatz gegen 12.00 Uhr stellte sich heraus, dass es die Krähen trotz Schutzvorkehrungen wieder einmal geschafft hatten, die Müllsäcke aufzureißen und den Müll zu verteilen. (Das weit verbreitete Bonbonpapier ging allerdings auch auf das Konto einiger schwerhöriger Wölflinge).

Nach dem Verzehr erfrischender Wassermelonen bauten die Jupis aus einem Fallschirm ein Sonnendach für ihre Sitzbank; die Wölflinge räumten ihre Zelte aus und bauten sie ab. Unterbrochen wurde das ganze von dem Ruf: “So, es gibt jetzt gleich Spaghetti mit Tomatensauce! Stellt Euch vorher mal im Kreis um das Banner auf!”, der Antwort “Neiiiin, ich habe sofort Hunger!” und ersten Regentropfen eines heranziehenden Gewitters, die den weiteren Abbau nach dem Essen erheblich beschleunigten. Da noch Zeit war und es zunächst nur bei ein paar Tropfen geblieben war, wurden Holzspieße geschnitzt und damit Marshmellows über dem Lagerfeuer gegrillt. Dazu war allerdings viel Geschick erforderlich: zu weit weg wurden sie nicht braun, zu nahe dran schnell schwarz. Obendrein fingen sie sehr leicht an zu brennen, so dass am Ende etwa 40% nicht gegessen, sondern verbrannt waren. Nicolais Marshmellows sind sogar alle verbrannt − ein gutes Mittel, um schlank zu bleiben…

Mit einer Abschlussrunde mit Reflexion (als absoluter Höhepunkt wurde die Bootsfahrt bewertet), zwei Liedern und zum Schluss “Nehmt Abschied Brüder...” endete für die Wunstorfer Wölflinge das Pfingstlager. Sie wurden mitsamt viel Material von ihren Eltern abgeholt.

Danach widmeten sich die verbliebenen Jupis und sowie Gaby und Dirk einer ausgiebigen Wasserschlacht mit Eimern, Gießkannen, Bechern, Kübelspritzen und allem, was sich irgendwie befüllen ließ. So war die Hitze gleich viel erträglicher. Die Schlacht endete, als Sturmböen ein Gewitter und Abkühlung anderer Art ankündigen. Schnell wurden Bänke in das große Mannschaftszelt geholt, und dann während des Gewitters die Süßigkeiten- und Knabberkiste stark geleert und dabei gesungen und gequatscht. Irgendwann wurde dann auch ein Tisch hereingeholt und das Abendessen vorbereitet: Griechischer Salat und gefüllte Forellen in Alufolie. Als es gegen 21.00 Uhr aufhörte zu regnen, brannte irgendwann das mit einiger Mühe und nassem Holz entfachte Feuer und die Forellen kamen auf einem Rost darüber. Als bei der ersten Forelle lichterloh Flammen aus der Folie schlugen, wurden alle vom Feuer geholt und gegessen. Danach stand Fußball im Dunkeln auf dem Programm (gut, dass der Ball weiß ist...). Nachdem noch nach Mitternacht Fangen gespielt worden ist, wurde es dann allmählich ruhiger.

Als die Jupis Pfingstmontag gegen 8.30 Uhr aus ihren Schlafsäcken schlüpfen, war ihre Wäscheleine leer. Stattdessen hingen zwei Kleiderbündel am Banner- und am Wimpelmast, die erst einmal wieder herunter geholt werden wollten. Da die vergangenen Tage recht aufregend und die Nächte recht kurz waren, gab es erst gegen 9.00 Uhr nach der Morgenrunde Frühstück. Dann wurde Feuerholz gesägt und ein Trupp fuhr los, um auf dem riesigen Truppenübungsplatz Steine für den Bau eines Backofen zu suchen. Da sie keine fanden, wurde unter Wolfgangs Leitung eine Grube ausgehoben und aus alten Palettenbrettern ein Holzkasten gezimmert. Gleichzeitig schnitten andere Jupis im Küchenzelt Salami und Gemüse und kneteten einen Pizzateig. Der Holzkasten wurde über die Grube gesetzt und es kam ein Backblech hinein, auf dem Steine lagen, um die Unterhitze nicht zu groß werden zu lassen. Auf das ganze kam dann die Pizza, der Kasten wurde verschlossen und in der Grube stets für viel Glut gesorgt. Bis die Pizza fertig war, wurde Fußball gespielt, dass die Schlappen flogen. Nach einer Stunde und 22 Minuten war die Pizza fertig und so lecker und kross, dass beim Schneiden ein Plastikteller zu Bruch ging und eine Gabel verbogen wurde. Zum Nachtisch gab es wiederum Wassermelone, dann folgte das Ausräumen und Abbauen der Zelte. Schließlich kam noch einmal Bernhard dazu und es gab eine Schlussreflexion, die fast durchweg positiv ausfiel. Lediglich die Beurteilung der Nachwanderung fiel gespalten aus. Nach einem herzlichen “Dankeschön” an Bernhard und dem überreichen zweier Geschenke folgte dann der zuvor komponierte und einstudierte “Bernhard-Rap” − vorgesungen von Nicolai zur Melodie von: “We will rock you” und von allen klatschend und lautstark als Echo nachgesungen:

“Bernhard, Bernhard, wir danken Dir! − danken Dir!
Für für für den Zeltplatz hier! − Zeltplatz hier!
Für für für die Verpflegung hier! − Verpflegung hier!
Für für für die Bootsfahrt hier! − Bootsfahrt hier!
Für für für die Unterstützung hier! − Unterstützung hier!
Bernhard, Bernhard, wir danken Dir!”

Gegen 16.30 Uhr wurde dann der Lagerplatz verlassen und alle Weserindianer kehrten wohlbehalten und übermüdet aus dem Weserbergland nach Wunstorf zurück.

Die Pfadfinderstufe dagegen verbrachte Pfingsten gemeinsam mit anderen Pfadfindergruppen aus Bemerode und Pattensen auf dem Zeltplatz Hasenheide bei Verden.

Nach den Sommerferien fand ein allgemeiner Stufenwechsel statt: Ein gutes Dutzend neuer Jungen begann in der Wölflingsstufe bei Claudia, Gaby und Gudrun; die meisten Wölflinge wechselten zu Anja, Iris und Wolfgang in die Jupistufe, von der wiederum die ältesten zu Stephan und Timo in die Pfadistufe wechselten. Die bisherigen Pfadis schließlich machten erstmals seit einigen Jahren wieder mit Carsten zusammen eine eigene Roverstufe auf. Sie starteten ihr Roverdasein mit einem sogenannten “Biermarathon”: gemeinsam mit Pattensener Rovern und Oettinger Pils ging es um den hannoverschen Maschsee. Ihre Abschiedsfahrt führte über Haste und Winzlar rund um das Steinhuder Meer und endete mit einem gemeinsamen Grillen. Dabei wurde Daniel Meyer verabschiedet, der für ein Jahr nach Amerika ging, und auch die Pfadfinderleiter, die nun eine neue Pfadfindergruppe übernehmen sollten.

Am 9. August trafen sich Leiter, Pfadfinder und Florian als Vertreter der Jupistufe, um den Pfadikeller gründlich auf den Kopf zu stellen. Da das Projekt doch umfangreicher als erwartet war, wurde aus der geplanten “Samstagvormittagsaufräumaktion” eine Ganztagesveranstaltung: Nahezu alle Schränke und das Lager wurden ausgeräumt, aufgeräumt, umgeräumt und vieles in Richtung Müll weggeräumt, die Zelte wurden überprüft, viele alte der ersten Hauszelt-Generation entsorgt und aus ihren brauchbaren Resten Reservezelte zusammengestellt, jede Menge Holzvorräte zu Kleinholz verarbeitet und Regale vollendet, die schon seit Jahren auf ihre Vollendung warteten.

Am 5. September fand bei schönem Sommerwetter das traditionelle Grillen mit aktiven und ehemaligen Leitern vor dem Pfadfinderkeller statt. Schon zwei Tage später sah man sich zum Gemeindefest wieder, das dieses Jahr im Zeichen des hundertjährigen Gemeindejubiläums stand. So wurden dieses Mal nicht nur Aktivitäten (Gruselgeschichten, Bonbonwurfmaschine) und kulinarische Köstlichkeiten (Stockbrote und gegrillte Marshmellows) angeboten, sondern auch die letzte erhaltene Kirchenbank der alten Kapelle auf zwei Sackkarren vom Pfadfinderkeller herbeigeschafft. Sie hatte schon im Pfadfinderkeller unter der alten Nummer 15 als Sitzgelegenheit gedient und wird auch weiterhin in Ehren gehalten. Während etwa 90 Stockbrote an die Besucher verkauft werden konnten, nahmen rund hundert Kinder an der Aktion “Gruselgeschichten im Kirchturm” teil. Weil für den Aufstieg die unterste Leiter fehlte, wurde der Abschnitt mit einer provisorischen Aluleiter überbrückt und alle Kinder mit einem Klettergurt gesichert empor geschleust. Weiter ging es dann über eine Holztreppe zum abgedunkelten Raum unter der Glockenstube. Nur im Schein einer Kerze gab es dort eine Gruselgeschichte und danach die Gelegenheit, ein Stockwerk höher die alte Glocke zu sehen bzw. anzuschlagen.

Schon am darauffolgenden Samstag fuhren 21 Stammesmitglieder mit der Bahn nach Hannover, um gemeinsam mit Pfadfindern aus Barsinghausen, Pattensen, Mellendorf und Hannover (insgesamt 135) Mr. X durch den Großstadtdschungel zu jagen. Insgesamt schwärmten 21 Agentengruppen mit Namen wie “Miss Marple”, “Europol” oder “Der Alte” aus, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln die fünf MR.-X-Gruppen aus ihrem Kreise zu jagen. Per SMS wurden sie im Idealfall alle 20 Minuten über die aktuellen Standorte von Mr. X unterrichtet. Wie schon in den vorangegangenen Jahren gelang es keiner Gruppe, während der vierstündigen Spielzeit unentdeckt zu bleiben − wohl aber mindestens einer Gruppe, während der gesamten Spielzeit nicht ein einziges Mal eine Mr.-X-Gruppe zu Gesicht zu bekommen… Nach Spielende gab es für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein rechhaltiges Kuchenbuffet, Getränke und außerdem bei einer Fotoshow mit Bildern des Tages viel zu erzählen.

Wieder einen Samstag später trafen sich die Stammesmitglieder nach gemeinsamer Radtour im Steinhuder Scheunenviertel. Zusammen mit zahlreichen anderen im Stadtjugendring organisierten Verbänden sollte der Weltkindertag bei sommerlichem Wetter würdig begangen werden. Als Attraktionen dienten nicht nur die obligatorischen Stockbrote und eine Kohte, sondern auch eine zwischen zwei Eichen gespannte Seilbrücke und die Schokokuss-Wurfmaschine, die angesichts der Temperaturen, bei denen selbst Marshmellows dahin schmolzen, mit dutzenden Bonbons bestückt wurde. Hauptattraktion waren aber zunächst Stephans Versuche, ein an einer wassergefüllten Plastikflasche befestigtes Seil über den hohen Ast einer Eiche zu werfen und dann die Riesenschaukel, die daraus gebaut wurde: Gut acht Meter konnten die Kinder juchzend über den Erdboden hinwegschweben − und sie taten es rund um die Uhr.

Um nicht ständig die Schokokusswurfmaschine der Stadtsparkasse ausleihen zu müssen, baute die Roverstufe im Herbst eine eigene Wurfmaschine. Ihr erster Probeschuss wurde jedoch gleich ein Schuss in den Ofen, genauer gesagt unter die Kellerdecke: Anstatt im Bogen flog der Schokokuss flog mit voller Wucht fast senkrecht an die Decke, zerknautschte dort nicht unwesentlich und fiel dann wie eine tote Fliege zu Boden, wo er beim Aufprall endgültig jegliche ähnlichkeit mit sich selbst verlor…

Die Nacht von Freitag, dem 31. Oktober auf Samstag, den 1. November, war wieder einmal die “Lange Wölflingsnacht”. Das heißt, eigentlich war sie sehr kurz, denn es wurde im Pfadikeller kaum geschlafen. Doch der Reihe nach:

Die lange Wölflingsnacht begann für die 14 Kinder und ihre drei Leiterinnen um 17.00 Uhr mit gemeinsamen Waffelbacken und derem Verzehr. Derart gestärkt, startete die Nachtrallye − leider im Regen. Doch dies konnte die in zwei Gruppen aufgeteilten Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht daran hindern, auf dem Weg zum Spielplatz am Blumenauer Kirchweg allerlei schwierige Aufgaben zu lösen. So mussten sie unter anderem nach ungewöhnlichen Gegenständen in den Fenstern der Häuser am Straßenrand Ausschau halten − und was sie nicht alles fanden: Socken, eine Hose, Osterschmuck und sogar das Stammesbanner…

Wieder in den Pfadikeller zurückgekehrt, machten sich die Wölflinge daran, Spaghetti zu kochen und Pizza zu machen. In der Zwischenzeit wurde mit einem Ball gespielt, der dann auch beinahe als nicht vorgesehener Belag auf die Pizza landete. Nach dem Essen wurde weiter gespielt; zum Beispiel “Zungenmörder”. Es folgte eine Modenschau der Mädchen mit den Jungen als Jury und anschließend eine Art “Deutschland sucht den Superstar”.

Gegen 23.30 Uhr zog es die Jungen noch einmal nach draußen in den Anstaltspark, wo sie bald darauf von einem fledermausartigen Monster (Dirk mit Bundeswehrponcho und Carstens bereits vielfach in derartigen Situationen bewährter, von innen beleuchteter Gasmaske) gründlich erschreckt wurden. Allerdings nicht sehr lange, denn nach einer gehörigen Schrecksekunde stürzten sie sich auf es und nahmen es gefangen. Gut, dass die Mädchen nicht dabei waren, denn so konnte man das Monster ja bitten, auch sie zu erschrecken. Gemeinsam ging man zum Kindergarten zurück, doch die Mädchen lachten nur über das Monster draußen vor der Scheibe: Schließlich standen die Jungen daneben am Fenster, weil sie ja sehen wollten, wie sich die Mädchen drinnen erschreckten.

Um 0.15 Uhr begann dann die Gruselstunde: Versammelt um einen ausgehöhlten leuchtenden Kürbis lauschte man Gruselgeschichten und aß dazu Fledermaus-Chips, Chocklait-Chips mit garantiert nicht süchtig machender Pfeffer-Orange-Füllung, Vampir-Gebiss-Weingummis, Monsterschleim (halbflüssige grüne Götterspeise) und Hexentrunk (rot gefärbtes Plörrbräu).

Allmählich zog sich ein Teil der Gruppe zum Schlafen zurück. Die übrigen versuchten, die Nacht durchzumachen. Ihre Strategie, jede Viertelstunde aufs Klo zu rennen, ging jedoch nicht auf: zwischen vier und fünf wurde es deutlich ruhiger, auch wenn einige behaupteten, bis 5.30 Uhr durchgehalten zu haben. Da um 7.30 Uhr wieder aufgestanden wurde, war die lange Wölflingsnacht in Wirklichkeit eine sehr kurze. Gemeinsam wurde noch gefrühstückt, abgewaschen und aufgeräumt, dann ging es für die Wölflinge nach Hause und für die meisten wahrscheinlich gleich wieder ins Bett...

Am 14.Dezember, dem 3. Adventssonntag, fuhren die Stammesmitglieder in die St. Godehardsbasilika nach Hildesheim, um im Aussendungsgottesdienst das über Wien nach Hildesheim gebrachte Friedenslicht aus Bethlehem abzuholen. In den folgenden Tagen brachten es die einzelnen Stufen in Altenheime, zur Feuerwehr, Polizei und zu den Bewohnern der Altenwohnungen. Dort spielten die Jupis auch noch etwas auf ihren Blockflöten.

Am vierten Adventssonntag wurde das Licht dann an die Gemeindemitglieder von St. Hedwig in Steinhude, Hl. Kreuz in Luthe und St. Bonifatius in Wunstorf verteilt. Da während der Gottesdienste ein Orkan tobte, dürften allerdings nicht viele der in Plastikbechern gehüteten und mit den Händen abgeschirmten Teelichter brennend nach Hause gekommen sein.

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