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Karl Müller hat uns erlaubt, seine Erinnerungen und Fotos auf unserer Homepage zu veröffentlichen:

Mein Weg zu den Georgspfadfindern

Mit der Schulzeit einher ging auch das kirchliche Leben und die Zeit in kirchlich geprägten Jugendgruppen. Die erste heilige Kommunion empfing ich am 27. Juni 1948 durch Pfarrer Georg Kliche. Es waren schlechte Zeiten. Kommunionkerzen gab es auch nicht. Helle Kniestrümpfe strickte meine Mutter für mich aus den Fäden, die durch Aufziehen eines Mehl- oder Zuckersackes gewonnen wurden. Rauh, kratzig und bestimmt nicht angenehm an den Beinen.

Bei den Ministranten

Nach der ersten heiligen Kommunion, ab dem 10. Lebensjahr, begann meine Zeit als Ministrant. Es war eine Ehre, am Altar zu dienen, darauf war man stolz. Diese Aufgabe prägte uns schon sehr früh. In Verantwortungsbewusstsein, Ordnung, Pünktlichkeit und Disziplin wuchsen wir hinein. Heilige Messen an Wochentagen, an welchen der Pfarrer wie heute ganz allein am Altar steht, gab es nicht. Wer eingeteilt war, ging vor Schulbeginn bei jedem Wetter zum Ministrieren. Die hl. Messen begannen um 7.00 Uhr. In der kleinen St. Bonifatius-Kirche hatten an Sonn- und Feiertagen nicht alle Gläubige Platz. Deshalb wurde an diesen Tagen ein zusätzlicher Gottesdienst um 8.00 Uhr in der evangelischen Stiftskirche abgehalten. Also packten wir Messgewand, Ministrantenröcke, Kelch, Hostien, Wein, Wasser, das schwere Messbuch, Kerzen, Klingeln, eben alles, was für einen katholischen Gottesdienst gebraucht wird, in einen Waschkorb und schleppten ihn zur Stiftskirche − bei Wind und Regen, Schnee und Eis. Das machten wir mit leerem Magen, also ohne gefrühstückt zu haben, denn zu damaliger Zeit durfte vor Empfang der hl. Kommunion nichts gegessen werden.

Bei Beerdigungen trug ein Ministrant das Kreuz. Das stand aber nicht in der Friedhofskapelle. Nein, der Ministrant musste es aus der Kirche an der Hindenburgstraße holen und damit durch die ganze Stadt gehen − heute undenkbar. Wir begleiteten den Priester, wenn er sterbenskranken Menschen die letzte Ölung spendete. So kamen wir auch in die Landesheil- und Pflegeanstalt, einem für die Öffentlichkeit völlig abgeschlossenen Bereich in Wunstorf. Das war nicht angenehm, denn vor geistig behinderten Menschen hatte man als Kind schon ein bisschen Angst.

Die Tradition der Maiandacht hatten die Schlesier von “zu Hause” mitgebracht. Die Kirche war jedesmal brechend voll. Mit voller Hingabe wurden die Marien-Lieder gesungen. “Maria, Maienkönigin, dich will der Mai begrüßen”, “Meerstern, ich dich grüße”, “Maria, breit den Mantel aus”, “Maria, dich lieben ist allzeit mein Sinn”, um nur einige zu nennen. Der Pfarrer gab wenig Weihrauch in das Weihrauchgefäß. Wir aber, die Ministranten, sorgten dafür, dass die Kirche so richtig mit Weihrauch gefüllt war. Und so schummelten wir in der Sakristei Weihrauchkörner unter die noch nicht glühende Holzkohle. So hoch es ging, wurde dann das Weihrauchgefäß geschwenkt. Dicke Schwaden drangen aus dem Weihrauchgefäß und nebelten die Menschen in der kleinen Kirche ein. Die Sakristeitür hatte ein Guckloch, um in den Kirchenraum sehen zu können. Wir hielten das Weihrauchfass vor das Guckloch und bliesen den Rauch in die Kirche. Das fiel dem Pfarrer auf. Mit einem Donnerwetter beendete Pfarrer Georg Kliche den Spuk. Wir mussten aus der Sakristei herauskommen und artig am Altar knien. Ministranten sind keine Engel. Zum Leidwesen des Pfarrers und der Ordensschwestern machten wir auch mancherlei Unsinn.

Am 28. April 1954 wurde die kleine, 50 Jahre alte, neugotische Bonifatius-Kapelle (9 x 20 m) an der Hindenburgstraße abgetragen und an gleicher Stelle bereits am 14.6.1954 der Grundstein für eine größere Kirche durch Generalvikar Dr. Offenstein gelegt. Die Mauersteine der Kapelle befreiten Gemeindemitgliedern vom Mörtel, um sie beim Kirchbau wieder zu verwenden. Bei der Einweihung am 28. November 1954 (1. Adventssonntag) durch den Hildesheimer Bischof Dr. Joseph Godehard Machens durften Peter Greulich den Bischofsstab und ich die Bischofsmütze (Mitra) tragen. Dazu hatten wir weiße Handschuhe an. Mit meinem Weggang von Wunstorf am 16. Januar 1957 endete die schöne Ministrantenzeit. Nötig wurde der Kirchenneubau, weil die Kapelle die vielen 1945 und 1946 nach Wunstorf gekommenen Flüchtlinge und Vertriebene aus Ost- und Westpreußen, Pommern, dem Sudetenland und Schlesien nicht aufnehmen konnte.

In der Jungschar im Bund Deutscher Katholischer Jugend

Mit 11 Jahren trat ich 1949 der Jungschar des Bundes Deutscher Katholischer Jugend (BDKJ) bei. Franz Kozielski aus Schloß Ricklingen war unser Gruppenleiter. Mittwochs war Gruppenstunde. Wir trafen uns in einem Klassenraum der Hölty-Schule, spielten, sangen und machten Pläne für Fahrten und Lager. Auf Dekanatsebene fanden in der Jugendherberge in Neustadt/Rbg. Wochenendveranstaltungen, Dekanatsrunden genannt, statt. Neue Lieder wurden eingeübt, mit Spielen Begeisterung erzeugt. Was war das für ein Erlebnis mit zwölf Jahren 1950 eine mehrtägige Fahrt mit dem Fahrrad und mit Zelten ausgerüstet zum Hermanns-Denkmal im Teutoburger Wald zu machen und mit dreizehn Jahren 1951 mit der Jungschar mit dem Fahrrad für eine Woche in das Zeltlager am Bannsee (zwischen Schneeren und Mardorf gelegen) zu fahren und dort mit anderen Gruppen aus dem Dekanat Neustadt-Nienburg die Lagerzeit zu verbringen. Dürftig war die Ausrüstung. Mit einer Wolldecke (Iso-Matte, Schlafsack, Luftmatratze gab es noch nicht) und einem Kochgeschirr oder Essnapf zogen wir mit unserem Jungscharführer Franz Kozielski los. Dabei waren Franz Denke, Peter Greulich, Rudi Jockisch, Klaus Joseph, Klaus König, Karl Müller, Dietmar Potempa, Heinz Widdelmann und Klaus Wyrwoll (am 16. März 1954 zum Pfarrjugendführer gewählt). Es mussten keine weiten Fahrten sein. Es genügte uns schon ein Wochenendlager wie 1951 im Deister oberhalb der Cäcilienhöhe bei Bad Nenndorf, zwölf Kilometer von Wunstorf entfernt. Die Zelte waren so klein, dass man kaum auf Knien reinkam. Am Sonntag, den 25. August 1953, unternahm der BDKJ eine Heidefahrt. In der Jungschar waren zu meiner Zeit soweit ich mich erinnere: Franz Kozielski (Gruppenleiter), Peter Assmann, Franz Denke, Karl Gies, Peter Greulich, Rudi Jockisch, Klaus Joseph, Klaus König, Helmut Lingner, Richard Losiewski, Karl Müller, Heinz Widdelmann, Klaus Wyrwoll.

Wir, als Jungschar, trugen das Altenberger Licht als brennende Fackel durch das Land. Das Altenberger Licht ist eine seit 1950 von der katholischen Jugend eingerichtete “Lichtstafette des Friedens”, die noch immer durchgeführt wird. Die Aussendung des Lichtes erfolgt jeweils am 1. Mai vom “Haus Altenberg”, einer Jugendbildungsstätte im Erzbistum Köln. 1955 holten wir das Licht am 6. Mai von Bad Nenndorf. Am 7. Mai liefen wir mit der brennenden Fackel bis hinter Neustadt zum “Schneerener Krug” (23 km) an der B 6 und übergaben es dort an die Läufer aus Nienburg.

Jungschar 1955

In der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg

Angeregt durch Georgspfadfinder aus Nienburg − wir lernten sie 1951 im Zeltlager am Bannsee kennen − wollten wir, wie sich Klaus Joseph noch gut erinnert, jetzt einen anderen, einen besonderen Weg, den der Pfadfinder gehen. So kam es allmählich zur Trennung von der Jungschar und zur Gründung einer Pfadfinder-Sippe. In der Gründungssippe “Wolf” waren Peter Greulich, Klaus Joseph, Helmut Lingner, Bernd Linkogel, Karl Müller, Dietmar Potempa und Klaus Wyrwoll. Die Farbe des Sippenwimpels/-tieres war gelb-schwarz, die des Sippenbandes gelb.

Hohenstein 1954 Kochstelle

Mit 13 Jahren, am 28. Januar 1952, trat ich in Wunstorf in die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) − Stamm St. Bonifatius − ein. Beitragszahlungen sind auf den Seiten 7/8 des Mitgliedsausweises von Januar 1953 bis September 1957 durch Einkleben der Beitragsmarken belegt (ausgeschieden wegen Berufswechsel und Wegzug von Wunstorf). Der Beitrag betrug je Quartal 1,80 DM. Der Stamm gehörte zum Ludwigsgau in der Landespfadfinderschaft Hildesheim. Klaus Joseph, Gründungsmitglied, übernahm mit 14 Jahren die verantwortungsvolle Aufgabe des Stammesfeldmeisters. Pfarrer Georg Kliche war unser Kurat. Bis das Versprechen abgelegt werden konnte, musste viel gelernt werden. Am 7. September 1952 war es dann soweit. “Ich, Karl Müller, verspreche bei meiner Ehre, dass ich mit der Gnade Gottes mein Bestes tun will, Gott, der Kirche und dem Vaterland zu dienen, jederzeit und allen Menschen zu helfen und dem Pfadfindergesetz zu gehorchen.”

Pfadfindergesetz
Auf die Ehre eines Pfadfinders kann man unerschütterlich bauen.
Der Pfadfinder ist treu Gott, der Kirche und dem Vaterland.
Der Pfadfinder ist hilfsbereit.
Der Pfadfinder ist Freund aller Menschen und Bruder aller Pfadfinder
Der Pfadfinder ist höflich und ritterlich.
Der Pfadfinder schützt Pflanzen und Tiere.
Der Pfadfinder gehorcht aus freiem Willen und macht nichts halb.
Der Pfadfinder ist stets guter Laune, auch in Schwierigkeiten.
Der Pfadfinder ist sparsam und einfach.
Der Pfadfinder ist rein in Gedanken, Worten und Werken.

Die Sippenstunden begannen mit dem Pfadfindergebet: Mein Herr und Meister Jesus Christus, du hast gesagt: “Seid bereit!” Dieses Wort habe ich mir zum Wahlspruch erkoren. Hilf mir, dieser Losung immer treu zu sein! “Allzeit bereit” will ich sein, meine Pflicht zu tun; ich will wahr sein im Wort, edel in der Tat, treu der Kirche und dem Vaterland, stets bereit zu verzeihen und zu helfen, geduldig und ausdauernd in Schwierigkeiten, rein an Leib und Seele. Zeig mir den rechten Weg, führ’ mich den steilen Pfad zum Himmel! Dir will ich folgen und mein Bestes tun, als katholischer Pfadfinder zu leben. Hilf mir dazu mit deiner Gnade. Amen.”

Am 8. Juli 1955 legte ich die Pfadfinderprüfung 2. Grades ab. Im Vorwort des Prüfungsheftes steht u.a.: ”Dir, dem Jungpfadfinder oder Pfadfinder unseres Bundes geben wir dieses Prüfungsheft in die Hand. Es zeigt Dir die Forderungen des Bundes, die Dich zum Wagnis rufen, an denen Du Deine Kräfte und Fähigkeiten beweist und die Dir viele Möglichkeiten zu einem echten und frohen Jungenleben, dem Pfadfinderleben, zeigen. Der Bund fordert viel von seinen Pfadfindern. Wir glauben aber, dass Du diesen Forderungen nicht ausweichst, sondern dass Du gerade darum Georgspfadfinder wurdest, weil die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg Forderungen stellt.” Hinter den Begriffen im Prüfungsheft wie Religiöse Bildung, Pfadfinderkunde, Heimatkunde, Verkehrskunde, Naturkunde, Heimat- und Kunstsinn, Wirtschaft und Verkehr, Lagerfertigkeit, Sport, Erste Hilfe, Singen und Spielen, Basteln, Mut- und Schweigeprobe, Haltung und Zuverlässigkeit stehen viele einzelne Kenntnisse, die gelernt und beherrscht werden mussten. Die Anleitung dafür fanden wir u.a. im über 300 Seiten starken Handbuch “Der Georgspfadfinder”.

An der Pfadfindertracht - olivgrünes Hemd mit der Lilie auf der linken Brusttasche, blaues Halstuch, bräunlicher Hut (1952 kostete er 14,80 DM) - waren wir zu erkennen. Das Hemd bewahre ich noch auf und habe es auch beim 60. Gründungsjubiläum am 23. Juni 2012 auf der Badeinsel im Steinhuder Meer getragen. Der Wahlspruch des Pfadfinders lautet: Allzeit bereit! Wir grüßten uns mit dem Ruf “Gut Pfad!” und reichten uns die linke Hand − sie kommt von Herzen. Die tägliche Gute Tat gehört zum Pfadfinderleben. Ein Pfadfinder ist kein Stubenhocker, er ist viel in der Natur, in Feld und Wald. Ein Pfadfinder vertrödelt seine Zeit nicht, er beschäftigt sich sinnvoll. Als Sippenführer/Kornett der Jungpfadfinder-Sippe Habicht, einer Gruppe von sechs bis acht Jungen, gestaltete ich die Sippenstunden, die im Heim oder Freien abgehalten wurden und ging mit ihnen auf Fahrt. Den Sippenwimpel in den Farben weiß-rosa mit dem Sippentier fertigte ich selber an. Der Umgang mit Schere, Nadel und Faden war kein Problem, sondern eine Selbstverständlichkeit für einen Pfadfinder. An einem Landeskornettkurs auf dem Wohldenberg vom 7. bis 11. Oktober 1954 nahm ich mit Erfolg teil, wie Landesmeister und Kursleiter Wolfgang Wirth in meinem Mitgliedsausweis auf Seite 11 vermerkt. Selbstverständlich besuchten wir auch einen Erste-Hilfe-Kursus (8 Doppelstunden vom 4. Jan. bis 22. Febr. 1954 in Luthe).

In der Zeit vor dem Neubau der Kirche mit Pfarrhaus und Gruppenräumen hielten wir die Sippenstunden in einem Klassenraum oder auch in der Wohnung der Familie des Studienrates Johannes Wyrwoll in der Hölty-Schule ab. Später mietete die Kirchengemeinde für die Jugendarbeit einen Raum im oberen Stockwerk des Ratskellers an. Jede Gruppe war selbst für die Ofenheizung und Reinigung zuständig. Sippenstunden begannen und endeten mit einem Lied. Vorweg wurde das Pfadfingergebet gesprochen. Es wurde viel gesungen, Volks- und Fahrtenlieder. Zum Beispiel: “Wenn die bunten Fahnen wehen, geht die Fahrt wohl übers Meer. Woll‘n wir ferne Lande sehen, f&aauml;llt der Abschied uns nicht schwer. Leuchtet die Sonne, ziehen die Wolken, klingen die Lieder weit übers Meer” oder “Aus grauer Städte Mauern zieh‘n wir durch Wald und Feld. Was bleibt, das mag versauern, wir fahren in die Welt.”

Nach meinen Eintragungen im Jungenkalender “Komm mit! 1955” gehörten der Sippe Habicht an: Peter Eisert − Hindenburgstraße 56, Klaus Fischer − Küsterstraße 2, Manfred Göldner &linus; Ad. Brosang-Straße 2, Dieter Jahns − Luther Weg 61, Peter Linkogel − Lange Straße 75, Eberhard Sindermann − Georgstraße 4, Walter Sperner, Heinz Teuber. Die Sippenkasse wurde im März 1955 angelegt. Klaus Fischer war Kassenwart. In die Sippenkasse waren monatlich 0,30 DM zu zahlen. Unentschuldigt gefehlt: 0,50 DM. Zu spät gekommen: 0,10 DM. Georgsbuch vergessen: 0,05 DM. Bei drei Verwarnungen waren 0,05 DM fällig. Eintrag im Jungenkalender von 1955 unter dem 25. Oktober (Dienstag): Sippenstunde Habicht. Vorbereitung auf das Versprechen. Truppstunde: Für den Gemeindeabend geübt. Unter dem 5. November (Samstag) steht: Versprechen Jungpfadfinder

In die 1956 von Reinhold Brand (Eintritt DPSG: 15.2.1954, Versprechen abgelegt: 7.3.1955) gegründete Sippe Adler (Farbe Sippenwimpel/-tier: Grün-schwarz) gingen bzw. wechselten Klaus Fischer (Eintritt DPSG: 11.01.1955, Versprechen: 5.11.1955), Günter Gerstenberger (Eintritt DPSG: 1.01.1956, Versprechen: 29.03.1958), Manfred Mulorz, Manfred Rieger, Christoph Slaby und Heinz Teuber.

In Zeltlagern

Pfingsten 1952 waren wir, die Gründungssippe, im Zeltlager. Wo es stattfand, habe ich leider nicht im Jungenkalender vermerkt. Eingetragen habe ich aber, was und wieviel jeder für das Lager mitnimmt bzw. spendet und wie der Speiseplan aussieht. Brot: 3 Pfund. Butter: ½ Pfund. Wurst: nach Wahl. Mehl: 1 Pfund zusammen. Es spendeten Dietmar Potempa: 3 Koteletts, Salz, Backobst. Kalle Müller: 4 Zwiebeln, Streichhölzer, Kerze. Peter Greulich: Mate-Tee, 1 Dose Milch, Ata. Helmut Lingner: Schmalz, Kartoffeln. Heinz Widdelmann: 1 Dose Milch, Speck. Mittagessen Pfingstsonntag: Nudeln und Kotelett. Nachspeise: Backobst. Trinken: Kaffee, Mate-Tee. Abendessen: Mehlsuppe. Frühstück Pfingstmontag: Brot, Kaffee. Mittagessen: Kartoffelbrei mit Ei. Mitbringen: 3 Eier - jeder. 6 Pfund Kartoffeln spendet Erwin, ½ Pfund Zucker (wer?). Einen Topf bringt Heinz mit. Abfahrt: Sonnabend. Vorweg: Heinz, Peter, Erwin, Helmut, Dietmar. Kalle fährt um 18 Uhr. Kirchgang: Sonntag 8.00 Uhr - Dietmar, Erwin, Kalle. Montag: 10 Uhr.

Im Osterlager der Sippen Wolf und Eichhörnchen (Farbe Sippenwimpel/-tier: Grau-dunkelrot) vom 4. bis 8. April 1953 in einer kleinen ehem. Sandgrube im Wald bei Mariensee waren dabei: Peter Greulich, Manfred Regenbrecht, Karl Müller, Klaus Joseph, Dietmar Potempa, Helmut Lingner.

Unter dem 25. Mai 1954 steht in meinem Jungen-Taschenkalender “Komm mit” folgende Eintragung: Truppstunde − Vorbeitung für die Fahrt nach Loccum. 26. Mai: Mit den Jungpfadfindern nach Loccum gefahren. 28. Mai: Kochplan für die Pfingstfahrt ausgearbeitet.

Pfingstlager Hohenstein 1954

In das Pfingstlager am “Hohenstein” im Süntel fuhren Klaus Joseph und ich am Samstag, 5. Juni 1954, mit den Jungpfadfindern. Abfahrt 15 Uhr, Ankunft 20 Uhr. Um 22.30 Uhr waren wir mit dem Aufbau der Zelte fertig. Wir kamen spät zum Liegen. Das hielt uns aber nicht davon ab, am nächsten Tag, Pfingstsonntag, zur hl. Messe nach Hessisch Oldendorf zu fahren. Am Sonntag gab es Nudelsuppe, am Montag Reissuppe. Gekocht wurde auf offener Feuerstelle auf einem öffentlichen Zeltplatz, den wir aber zum Zelten mieden. Wir schlugen unsere Zelte in der Nähe im Wald auf. Dort mussten wir aber darauf achten, nicht vom Förster gesehen zu werden. Der fuhr mit einem sehr leisen Motorrad (BMW) sein Revier ab. Den “Hohenstein” bestiegen wir am Dienstag und betrieben gegen Mitternacht Höhlenforschung. Am Mittwoch, 9. Juni, traten wir gegen 12.30 Uhr die Rückfahrt an und waren um 14.30 Uhr wieder in Wunstorf. Von den Jungpfadfindern nahmen an der Fahrt teil: Winfried Barner, Reinhold Brand, Manfred Busch, Fred Geier, Helmut Heinisch, Eckhard Modlich, Eberhard Sindermann und als Neuling Johannes Appel.

Hohenstein 1954 Kochstelle

In das Pfingstlager bei Springe vom 28. bis 30. Mai 1955 fuhren Rudi Kalinke (am 1.6.1955 in die DPSG eingetreten, in der Zeit vom 30.5.55 bis 5.11.55 Prüfungen abgelegt, am 5.11.1955 Versprechen abgelegt), Heinz Widdelmann und ich mit den Jungpfadfindern Manfred Busch (Versprechen abgelegt am 2.4.1955), Peter Eisert, Winfried Barner und anderen Teilnehmern. Es diente der Vorbereitung auf das Gaulager im Juni. Den Lagerplatz (ehem. kleiner Steinbruch) hatten Rudi, er wohnte in Bordenau, und ich am 19. Mai (Christi Himmelfahrt) erkundet.

Gaulager 1955 Abfahrt

In das Gaulager für Jungpfadfinder vom 2. bis 9. Juli 1955 bei Bredenbeck am Deister fuhren Klaus Joseph, Rudi Kalinke und ich mit Reinhold Brand, Winfried Barner, Manfred Busch, Peter Eisert, Klaus Fischer, Manfred Göldner, Dieter Jahns, Ingo Lehniger und Heinrich Metzner aus den Sippen Hirsch (Farbe Sippenwimpel/-tier: Violett-schwarz) und Habicht. Letzte Besprechung war am Freitag, 1. Juli. Abfahrt am Samstag um 10 Uhr. Um 13 Uhr hatten wir den Lagerplatz, eine riesige Wiese, erreicht. Täglich wurden die Banner gehisst. Von Montag, 10 Uhr, bis Dienstag, 10 Uhr, hatte unser Trupp Lagerwache. Alle zwei Stunden war Wachablösung. Alles bestens organisiert. Nur das Wetter spielte nicht immer mit, es regnete oft. Deshalb konnten viele Spiele bzw. Aufgaben nicht durchgeführt werden. Der Lagerzirkus fiel aus. Baron von Knigge hatte Erbarmen mit uns, er stellte eine Scheune zur Verfügung.

Gaulager 1955 Klaus, Karl Gaulager 1955 Kochstelle

In das Kothenlager (so habe ich es im “Komm mit!” bezeichnet) im Wald bei Mariensee am 30. April und 1. Mai 1956 fuhren Klaus Joseph, Siegfried Joseph und ich mit den Jungpfadfindern (16 Teilnehmer).

Ein Pfingstlager vom 19. bis 21. Mai 1956 bei Mariensee führten Klaus Joseph und ich mit den Jungpfadfinder Winfried Barner, Manfred Busch, Manfred Göldner, Klaus Fischer, Helmut Heinisch, Dieter Jahns, Ingo Lehniger und drei weiteren Jungs durch. Mitgefahren ist auch Siegfried Joseph. Mit unserem Kaplan Norbert Joachim feierten wir den Lagergottesdienst.

Gaulager 1955 Abfahrt

Bei der Durchsicht meiner Unterlagen und Fotos fiel mir auf, dass Georg Sindermann, der am 1.1.1953 in die DPSG eintrat, am 27.6.1953 das Versprechen ablegte, nirgendwo erscheint. Wie das kam, hat er mir jetzt erklärt. Georg war Kfz-Mechaniker-Lehrling beim Autohaus Opel Kramer und hatte sehr oft an Sonn- und Feiertagen, wenn wir unterwegs waren, Tankdienst zu verrichten.

Karl Müller. Delmenhorst 2012